New York (BoerseGo.de) - Die Wall Street musste heute auf ihrem Weg zu Genesung wieder einen kleinen Rückschlag hinnehmen. Die in wenigen Tagen startende Ertragssaison wirft schon ihren Schatten voraus. Die Anleger befürchten, dass dann das Gros der an der Börse notierten Konzerne - wegen der Rezession - enttäuschende Gewinn- und Umsatzzahlen vom vierten Quartal 2008 berichtet.
Chor der Kassandras
Diese Befürchtungen spiegelten sich auch in einem Chor negativer Analystenkommentaren wider. Verschiedene Bilanzauswerter betätigten sich wieder als Kassandras und schickten zahlreiche Schwergewichte - und damit vor allem den Blue Chip Index Dow Jones - Richtung Süden schickten. Bank-Analyst Mike Mayo von der Deutschen Bank etwa äußerte die Befürchtung, dass die Verluste der Banken noch zwei Jahre anhalten und zwar in einem Ausmaß, das mit der Weltwirtschaftskrise vergleichbar sei. Laut Bloomberg bewegt sich der Anteil der Kaufempfehlungen derzeit auf dem niedrigsten Niveau seit die Broker-Urteile systematisch erfasst werden.
Besser als befürchtet
Diese Skepsis überschattete die aktuellen Meldungen, die eher besser als erwartet ausfielen. Das galt etwa für die einzige Konjunkturnachricht des Tages. Die Bauausgaben schrumpften im November um 0,6 Prozent, die Volkswirte hatten aber mit einem Rückgang um 1,3 Prozent gerechnet.
Das galt auch für die US-Autoverkäufe Dezember-, die zwar stark rückläufig waren, aber entweder im Rahmen der Befürchtungen (Ford) oder weniger schlimm ausfielen (General Motors).
Überschatteter Obama-Effekt
Die Gewinn-Skepsis stellte auch den eigentlich positiven Oba-ma-Effekt in den Schatten. Der künftige US-Präsident (Amtsantritt 20 Januar) und die Kongressmitglieder der „Demokraten“ arbeiten derzeit an einem weiteren Stimmulierungs-Programm im Volumen von bis zu 775 Milliarden Dollar, das auch Steuersenkungen (Gesamtwert angeblich 300 Milliarden Dollar) enthalten soll. Damit sollen die Unternehmen angeregt werden, wieder mehr Leute einzustellen und zu investieren. Außerdem soll die derzeit schlaffe Nachfrage der Verbraucher wieder angekurbelt werden.
Der Dow Jones Industrial Average fiel 0,91 Prozent auf 8.592 Punkte, der - für den breiten US-Aktienmarkt repräsentative - S&P 500 verlor 0,47 Prozent auf 927 Punkte und der technologielastige Nasdaq Composite Index gab lediglich 0,26 Prozent auf 1.628 Punkte ab.
Dow Jones Average: Unter der Kuratel der Analysten
Tops:
Der Top des Dow war American Express mit einem Tagesgewinn von 3,2 Prozent auf 19,95 Dollar. Vermutlich dämpfte das erwartete neue Konjunkturprogramm, vor allem die Steuersenkungen, die Angst, dass viele Kreditkarten-Schuldner zahlungsunfähig werden.
Die Baumarktkette Home Depot gewann 2,4 Prozent auf 24,71 Dollar. Deren Klientel dürfte zu den Hauptgewinnern von Obamas Steuergeschenke zählen.
Boeing stieg 2 Prozent auf 46,17 Dollar. Der Flugzeugbauer ist schon seit Tagen gefragt. Vielleicht eien Spekualtion auf Obamas Infrastruktur-Paket, das ebenfalls kurz nach dem Amtsantritt 20. Januar gestartet werden soll.
General Motors avancierte 1,6 Prozent auf 3,71 Dollar. Dessen Dezember-Verkäufe fielen zwar um 31 Prozent, die Analysten ahtten aber einen Rückgang um 41 Prozent in Aussicht gestellt. Außerdem degradierte die Credit Suisse den Industrie-Dinosaurier von „Neutral“ auf „Underperform“ mit Kursziel 1 Dollar.
Flops:
Der Flop des Dow war JP Morgan mit minus 6,7 Prozent auf 29,25 Dollar. Bank-Analyst Mike Mayo von der Deutschen Bank kappte seine Gewinnschätzungen-
Verizon verlor 6,2 Prozent auf 32,48 Dollar. Der Broker degradierte den Telefond-Dienstleister von „Market Perform“ auf „Underperform“ und schraubte das Kursziel auf 27 Dollar herunter (vorher: 32 Dollar).
AT&T fiel 3,4 Prozent auf 28,43 Dollar. Der Telefon-Riese wurde bei Bernstein „Outperform“ auf „Market Perform“ korrigiert, das Kursziel wurde ebenfalls auf 27 Dollar gesenkt (vorher: 35 Dollar). Die Grund: Man rechne jetzt mit weniger Wachstum bei den Handy-Diensten. Außerdem sei das Geschäft mit Unternehmenskunden rückläufig und der Festnetzmarkt schrumpfe rapide.
S&P 500: Steuern runter, Aktienkurse rauf?
Die Banken litten anscheinen mit am stärksten an der Angst vor einer enttäuschenden Ertrags-Saison. Der Banken ETF Financial Spider gab jedenfalls 1,7 Prozent ab. Viele Aktien schienen aber von der Hoffnung auf die Konjunkturprogramme - genauer deren Wirkungen - zu profitieren, also auch von einem Obama-Effekt.
Tops:
Verschiedene Einzelhändler wurden anscheinend von der Hoffnung beflügelt, dass die erwartete Steuersenkung die Verbraucher ausgabefreudiger macht. Der Kaufhausbetreiber Macy`s stieg 6,2 Prozent auf 11,66 Dollar, der Wal-Mart-Rivale Target legte 4,4 Prozent auf 36,14 Dollar zu, der Fashionhändler Nordstrom gewann 4,5 Prozent auf 15,20 Dollar.
Ford gewann 4,9 Prozent auf 2,58 Dollar. Die Dezember-Absatzzahlen plumpsten um 32 Prozent, trafen aber damit die offiziellen Erwartungen. Einige hatten wohl Schlimmeres erwarten und deckten sich jetzt vermutlich wieder ein.
Best Buy verteuerte sich 3,4 Prozent auf 30,00 Dollar. Goldman Sachs beförderte den Electronic Discounter von „Neutral“ auf „Kaufen“ und hob das Kursziel auf 34 Dollar (vorher: 31 Dollar). Die Ladenkette profitiere davon, dass der Rivale Cicuit City viele Läden schließen muss. Hilfreich seien auf die eigenen Kosteneinsparungen.
Flops:
Tyson Foods fiel 6 Prozent auf 8,79 Dollar. Der CEO des Fleischverarbeiters (Schwerpunkt Hühnchen) trat mit sofortiger Wirkung zurück.
Nasdaq: Entwarnung bei Apple
Die technologielastige Computerbörse profitierte von dem geringen Gewicht der heute schwachen Banken und von der Erleichterung über Steve. Daher bröckelte der Schwergewichte Index Nasdaq 100 lediglich homöopathische 0,09 Prozent.
Apple gewann 4,2 Prozent auf 94,58 Dollar. CEO Steve Jobs antwortete erstmals auf die Gerüchte über seine Gesundheit. Er leide an Gewichtsverlust, ausgelöst durch eine Hormonstörung, erklärte der charismatische Apple-Gründer. Das Problem ließ sich einfach kurieren und er habe bereits mit der Behandlungen begonnen. Die Ärzte rechneten damit, dass er sein Gewicht bis zum Frühling wieder gewonnen hat. Er bleibe während der Behandlung der CEO von Apple. Das beruhigte die Anleger genauso wie die Nachricht, dass der Technologie bereits einen Nachfolgeplan in der Schublade, für den Tag an dem Steve Jobs nicht mehr das Unternehmen leitet. Beides natürlich sehr ärgerlich für die Leerverkäufer, die sich heute zu steigenden Preisen eindecken mussten.
Der Broker Kaufman Brothers berichtete außerdem, dass das Apple-Betriebssystem Mac OS X an Boden gewinnt. Im Dezember stieg dessen Marktanteil auf 10 Prozent (November: 9,25 Prozent), Damit knöpfe Apple dem Rivalen Microsoft weitere Marktanteile ab. Die Apple-Plattform verfüge außerdem über reichlich Wachstums-Spielraum.
Der Smartphone-Rivale Research in Motion, Hersteller des BlackBerry, folgte mit plus 3,3 Prozent auf 43,30 Dollar. Damit trotzten die Kanadie einem negativen Broker-Kommentar.Der Broker Piper Jaffray („Neutral“, Kursziel 43 Dollar) befürchtet, dass die Gewinnmargen unter Druck bleiben.
Varian Semiconductor Equipment fiel 3,1 Prozent auf 18,03 Dollar. Der Halbleiterausrüster gab eine Umsatz- und Gewinnwarnung ab.
Novellus gab 2 Prozent auf 12,70 Dollar ab. Der Halbleiterausrüster wurde bei der Credit Suisse auf „Underperform“ degradiert, das Kursziel ging auf 9.50 Dollar zurück (vorher: 12 Dollar).
Der Broker Wachovia hob dagegen den gesamten Chip-Sektor von „Market Weight (Gleichgewichten)“ auf „Übergewichten“ an.
Der Speicherchip-Produzent Micron Technology sprang nachrichtenlos 16,9 Prozent auf 3,32 Dollar
Der Philadelphia Semiconductor Sector Index, der 19 Halbleiter-Titel erfasst, gewann 0,6 Prozent auf 223 Punkte.
Microsoft avancierte 0,9 Prozent auf 20,52 Dollar. Dort hält sich das Gerücht, die Redmonter planten massive Entlassungen. Am Wochenende griff die britische Tagestzeitung The Independet die Behauptung wieder auf und verkündete, der Softwarekonzern beabsichtige etwa 90.000 Leute zu entlassen, rund 10 bis 17 Prozent der Belegschaft.
McAfee verlor 3 Prozent auf 33,60 Dollar. Der Spezialist für Sicherheits-Software wurde bei der Credit Suisse von „Outperform“ auf „Neutral“ degradiert. Dort werden die Aktien des Konkurrenten Check Point Software bevorzugt. Check Point gewann Prozent auf Dollar.
Internet: Sauberes China?
Die an der Nasdaq notierten Flaggschiffe des Internets profitierten - von einer Ausnahme abgesehen - anscheinend vom Obama-Effekt, also der Hoffnung, dass Steuersenkungen und andere Konjunkturprogramme wieder die Nachfrage der Verbraucher und Unternehmen wiedererwecken.
Die Ausnahme war Amazon.com. Der Onlinehändler litt unter einem zwiespältigen Analystenkommentar und verlor 0,6 Prozent auf 54,06 Dollar. JP Morgan beförderte das Internet-Kaufhaus heute zwar von „Neutral“ auf „Übergewichten“, senkte aber die Gewinnschätzungen. Die Rezession mag zwar kurzfristig die Verbraucherausgaben dämpfen, langfristig gewinne Amazon aber Marktanteile in einem wachsenden E-Commerce-Sektor, hieß es. Außerdem verbreitere der Online-Händler laufend sein Angebot und weite seine Dienste zunehmend international aus. Zusätzlich strebe der Internet-Pionier aggressiv nach Einnahmen, die nicht vom physischen Verkauf von Waren abhängen. Dazu zählen Verkäufe Dritte über die Amzon-Plattform, digitale Medien (Musik- und Film-Downloads) und Web-Dienstleistungen, etwa die Vermietung von Speicherkapazitäten.
JP Morgan verwies darauf, dass der US-Einzelhandel in den ersten neun Monaten von 2008 um 2 Prozent wuchs, der US-E-Commerce um 8 Prozent und Amazon um 31 Prozent. Dieser Trend sollte sich auch in 2009 fortsetzen. Wegen der Rezession senkte die Bank allerdings die Gewinnschätzungen: Für das 4. Quartal 2008 auf 40 Cents je Aktie (vorher: 40 Cents), für das Gesamtjahr 2008 auf 1,32 Dollar (vorher: 1,38 Dollar) und für 2009 auf 1,20 Dollar (vorher: 1,43 Dollar).
Der Rivale Ebay gewann - von JP Morgan unbelastet - 0,8 Prozent auf 14,77 Dollar.
Der Bereich Portale/Suchmaschinen und Content konnte ebenfalls ungehindert zulegen.
Google stieg 2,1 Prozent auf 328,05 Dollar. Die Aktie zählt für den Broker Collins Stewarts zu seinen Top-Picks 2009. Da störte es wenig, dass der Suchmaschinen-King in China ins Visier einer Anti-Internet-Pornographie-Kampagne der Regierung in Peking geriet.
Yahoo gewann anämische 0,08 Prozent auf 12,86 Dollar. Der Broker Collins Stewarts zählt den Portalbetreiber ebenfalls zu seinen Top-Picks 2009. Falls es im Suchmaschiengeschäft zu einer Kooperation mit Microsoft komme, sei die Aktie acht bis zehn Dollar mehr wert als heute, hieße es. Die Wall Street schien nur mit den Schuldnern zu zucken.
Baidu.com avancierte 1,8 Prozent auf 137,84 Dollar. Obwohl Chinas Marktführer bei den Suchmaschinen ebenfalls ins Visier der Anti-Internet-Pornographie-Kampagne der Regierung in Peking geriet.
Öl: Obama-Effekt 1
Der Gaza-Konflikt und Obamas-Konjunktur-Programm trieben den Ölpreis wieder in die Höhe. Der Februar-Kontrakt für Crude stieg an der New York Mercantile Exchange um 2,06 Dollar auf einen Schlusstand von 48,80 Dollar.
Gold: Obama-Effekt 2
Der Dollar machte heute einen kräftigen Sprung, vielleicht wegen der Hoffnung auf Steuersenkungen durch Obama. Das Gold machte die traditionelle Gegenbewegung. Der Gold-Kontrakt für Februar fiel heute an der New York Mercantile Exchange 21,20 Dollar und schloss auf 856,30 Dollar,
Chor der Kassandras
Diese Befürchtungen spiegelten sich auch in einem Chor negativer Analystenkommentaren wider. Verschiedene Bilanzauswerter betätigten sich wieder als Kassandras und schickten zahlreiche Schwergewichte - und damit vor allem den Blue Chip Index Dow Jones - Richtung Süden schickten. Bank-Analyst Mike Mayo von der Deutschen Bank etwa äußerte die Befürchtung, dass die Verluste der Banken noch zwei Jahre anhalten und zwar in einem Ausmaß, das mit der Weltwirtschaftskrise vergleichbar sei. Laut Bloomberg bewegt sich der Anteil der Kaufempfehlungen derzeit auf dem niedrigsten Niveau seit die Broker-Urteile systematisch erfasst werden.
Besser als befürchtet
Diese Skepsis überschattete die aktuellen Meldungen, die eher besser als erwartet ausfielen. Das galt etwa für die einzige Konjunkturnachricht des Tages. Die Bauausgaben schrumpften im November um 0,6 Prozent, die Volkswirte hatten aber mit einem Rückgang um 1,3 Prozent gerechnet.
Das galt auch für die US-Autoverkäufe Dezember-, die zwar stark rückläufig waren, aber entweder im Rahmen der Befürchtungen (Ford) oder weniger schlimm ausfielen (General Motors).
Überschatteter Obama-Effekt
Die Gewinn-Skepsis stellte auch den eigentlich positiven Oba-ma-Effekt in den Schatten. Der künftige US-Präsident (Amtsantritt 20 Januar) und die Kongressmitglieder der „Demokraten“ arbeiten derzeit an einem weiteren Stimmulierungs-Programm im Volumen von bis zu 775 Milliarden Dollar, das auch Steuersenkungen (Gesamtwert angeblich 300 Milliarden Dollar) enthalten soll. Damit sollen die Unternehmen angeregt werden, wieder mehr Leute einzustellen und zu investieren. Außerdem soll die derzeit schlaffe Nachfrage der Verbraucher wieder angekurbelt werden.
Der Dow Jones Industrial Average fiel 0,91 Prozent auf 8.592 Punkte, der - für den breiten US-Aktienmarkt repräsentative - S&P 500 verlor 0,47 Prozent auf 927 Punkte und der technologielastige Nasdaq Composite Index gab lediglich 0,26 Prozent auf 1.628 Punkte ab.
Dow Jones Average: Unter der Kuratel der Analysten
Tops:
Der Top des Dow war American Express mit einem Tagesgewinn von 3,2 Prozent auf 19,95 Dollar. Vermutlich dämpfte das erwartete neue Konjunkturprogramm, vor allem die Steuersenkungen, die Angst, dass viele Kreditkarten-Schuldner zahlungsunfähig werden.
Die Baumarktkette Home Depot gewann 2,4 Prozent auf 24,71 Dollar. Deren Klientel dürfte zu den Hauptgewinnern von Obamas Steuergeschenke zählen.
Boeing stieg 2 Prozent auf 46,17 Dollar. Der Flugzeugbauer ist schon seit Tagen gefragt. Vielleicht eien Spekualtion auf Obamas Infrastruktur-Paket, das ebenfalls kurz nach dem Amtsantritt 20. Januar gestartet werden soll.
General Motors avancierte 1,6 Prozent auf 3,71 Dollar. Dessen Dezember-Verkäufe fielen zwar um 31 Prozent, die Analysten ahtten aber einen Rückgang um 41 Prozent in Aussicht gestellt. Außerdem degradierte die Credit Suisse den Industrie-Dinosaurier von „Neutral“ auf „Underperform“ mit Kursziel 1 Dollar.
Flops:
Der Flop des Dow war JP Morgan mit minus 6,7 Prozent auf 29,25 Dollar. Bank-Analyst Mike Mayo von der Deutschen Bank kappte seine Gewinnschätzungen-
Verizon verlor 6,2 Prozent auf 32,48 Dollar. Der Broker degradierte den Telefond-Dienstleister von „Market Perform“ auf „Underperform“ und schraubte das Kursziel auf 27 Dollar herunter (vorher: 32 Dollar).
AT&T fiel 3,4 Prozent auf 28,43 Dollar. Der Telefon-Riese wurde bei Bernstein „Outperform“ auf „Market Perform“ korrigiert, das Kursziel wurde ebenfalls auf 27 Dollar gesenkt (vorher: 35 Dollar). Die Grund: Man rechne jetzt mit weniger Wachstum bei den Handy-Diensten. Außerdem sei das Geschäft mit Unternehmenskunden rückläufig und der Festnetzmarkt schrumpfe rapide.
S&P 500: Steuern runter, Aktienkurse rauf?
Die Banken litten anscheinen mit am stärksten an der Angst vor einer enttäuschenden Ertrags-Saison. Der Banken ETF Financial Spider gab jedenfalls 1,7 Prozent ab. Viele Aktien schienen aber von der Hoffnung auf die Konjunkturprogramme - genauer deren Wirkungen - zu profitieren, also auch von einem Obama-Effekt.
Tops:
Verschiedene Einzelhändler wurden anscheinend von der Hoffnung beflügelt, dass die erwartete Steuersenkung die Verbraucher ausgabefreudiger macht. Der Kaufhausbetreiber Macy`s stieg 6,2 Prozent auf 11,66 Dollar, der Wal-Mart-Rivale Target legte 4,4 Prozent auf 36,14 Dollar zu, der Fashionhändler Nordstrom gewann 4,5 Prozent auf 15,20 Dollar.
Ford gewann 4,9 Prozent auf 2,58 Dollar. Die Dezember-Absatzzahlen plumpsten um 32 Prozent, trafen aber damit die offiziellen Erwartungen. Einige hatten wohl Schlimmeres erwarten und deckten sich jetzt vermutlich wieder ein.
Best Buy verteuerte sich 3,4 Prozent auf 30,00 Dollar. Goldman Sachs beförderte den Electronic Discounter von „Neutral“ auf „Kaufen“ und hob das Kursziel auf 34 Dollar (vorher: 31 Dollar). Die Ladenkette profitiere davon, dass der Rivale Cicuit City viele Läden schließen muss. Hilfreich seien auf die eigenen Kosteneinsparungen.
Flops:
Tyson Foods fiel 6 Prozent auf 8,79 Dollar. Der CEO des Fleischverarbeiters (Schwerpunkt Hühnchen) trat mit sofortiger Wirkung zurück.
Nasdaq: Entwarnung bei Apple
Die technologielastige Computerbörse profitierte von dem geringen Gewicht der heute schwachen Banken und von der Erleichterung über Steve. Daher bröckelte der Schwergewichte Index Nasdaq 100 lediglich homöopathische 0,09 Prozent.
Apple gewann 4,2 Prozent auf 94,58 Dollar. CEO Steve Jobs antwortete erstmals auf die Gerüchte über seine Gesundheit. Er leide an Gewichtsverlust, ausgelöst durch eine Hormonstörung, erklärte der charismatische Apple-Gründer. Das Problem ließ sich einfach kurieren und er habe bereits mit der Behandlungen begonnen. Die Ärzte rechneten damit, dass er sein Gewicht bis zum Frühling wieder gewonnen hat. Er bleibe während der Behandlung der CEO von Apple. Das beruhigte die Anleger genauso wie die Nachricht, dass der Technologie bereits einen Nachfolgeplan in der Schublade, für den Tag an dem Steve Jobs nicht mehr das Unternehmen leitet. Beides natürlich sehr ärgerlich für die Leerverkäufer, die sich heute zu steigenden Preisen eindecken mussten.
Der Broker Kaufman Brothers berichtete außerdem, dass das Apple-Betriebssystem Mac OS X an Boden gewinnt. Im Dezember stieg dessen Marktanteil auf 10 Prozent (November: 9,25 Prozent), Damit knöpfe Apple dem Rivalen Microsoft weitere Marktanteile ab. Die Apple-Plattform verfüge außerdem über reichlich Wachstums-Spielraum.
Der Smartphone-Rivale Research in Motion, Hersteller des BlackBerry, folgte mit plus 3,3 Prozent auf 43,30 Dollar. Damit trotzten die Kanadie einem negativen Broker-Kommentar.Der Broker Piper Jaffray („Neutral“, Kursziel 43 Dollar) befürchtet, dass die Gewinnmargen unter Druck bleiben.
Varian Semiconductor Equipment fiel 3,1 Prozent auf 18,03 Dollar. Der Halbleiterausrüster gab eine Umsatz- und Gewinnwarnung ab.
Novellus gab 2 Prozent auf 12,70 Dollar ab. Der Halbleiterausrüster wurde bei der Credit Suisse auf „Underperform“ degradiert, das Kursziel ging auf 9.50 Dollar zurück (vorher: 12 Dollar).
Der Broker Wachovia hob dagegen den gesamten Chip-Sektor von „Market Weight (Gleichgewichten)“ auf „Übergewichten“ an.
Der Speicherchip-Produzent Micron Technology sprang nachrichtenlos 16,9 Prozent auf 3,32 Dollar
Der Philadelphia Semiconductor Sector Index, der 19 Halbleiter-Titel erfasst, gewann 0,6 Prozent auf 223 Punkte.
Microsoft avancierte 0,9 Prozent auf 20,52 Dollar. Dort hält sich das Gerücht, die Redmonter planten massive Entlassungen. Am Wochenende griff die britische Tagestzeitung The Independet die Behauptung wieder auf und verkündete, der Softwarekonzern beabsichtige etwa 90.000 Leute zu entlassen, rund 10 bis 17 Prozent der Belegschaft.
McAfee verlor 3 Prozent auf 33,60 Dollar. Der Spezialist für Sicherheits-Software wurde bei der Credit Suisse von „Outperform“ auf „Neutral“ degradiert. Dort werden die Aktien des Konkurrenten Check Point Software bevorzugt. Check Point gewann Prozent auf Dollar.
Internet: Sauberes China?
Die an der Nasdaq notierten Flaggschiffe des Internets profitierten - von einer Ausnahme abgesehen - anscheinend vom Obama-Effekt, also der Hoffnung, dass Steuersenkungen und andere Konjunkturprogramme wieder die Nachfrage der Verbraucher und Unternehmen wiedererwecken.
Die Ausnahme war Amazon.com. Der Onlinehändler litt unter einem zwiespältigen Analystenkommentar und verlor 0,6 Prozent auf 54,06 Dollar. JP Morgan beförderte das Internet-Kaufhaus heute zwar von „Neutral“ auf „Übergewichten“, senkte aber die Gewinnschätzungen. Die Rezession mag zwar kurzfristig die Verbraucherausgaben dämpfen, langfristig gewinne Amazon aber Marktanteile in einem wachsenden E-Commerce-Sektor, hieß es. Außerdem verbreitere der Online-Händler laufend sein Angebot und weite seine Dienste zunehmend international aus. Zusätzlich strebe der Internet-Pionier aggressiv nach Einnahmen, die nicht vom physischen Verkauf von Waren abhängen. Dazu zählen Verkäufe Dritte über die Amzon-Plattform, digitale Medien (Musik- und Film-Downloads) und Web-Dienstleistungen, etwa die Vermietung von Speicherkapazitäten.
JP Morgan verwies darauf, dass der US-Einzelhandel in den ersten neun Monaten von 2008 um 2 Prozent wuchs, der US-E-Commerce um 8 Prozent und Amazon um 31 Prozent. Dieser Trend sollte sich auch in 2009 fortsetzen. Wegen der Rezession senkte die Bank allerdings die Gewinnschätzungen: Für das 4. Quartal 2008 auf 40 Cents je Aktie (vorher: 40 Cents), für das Gesamtjahr 2008 auf 1,32 Dollar (vorher: 1,38 Dollar) und für 2009 auf 1,20 Dollar (vorher: 1,43 Dollar).
Der Rivale Ebay gewann - von JP Morgan unbelastet - 0,8 Prozent auf 14,77 Dollar.
Der Bereich Portale/Suchmaschinen und Content konnte ebenfalls ungehindert zulegen.
Google stieg 2,1 Prozent auf 328,05 Dollar. Die Aktie zählt für den Broker Collins Stewarts zu seinen Top-Picks 2009. Da störte es wenig, dass der Suchmaschinen-King in China ins Visier einer Anti-Internet-Pornographie-Kampagne der Regierung in Peking geriet.
Yahoo gewann anämische 0,08 Prozent auf 12,86 Dollar. Der Broker Collins Stewarts zählt den Portalbetreiber ebenfalls zu seinen Top-Picks 2009. Falls es im Suchmaschiengeschäft zu einer Kooperation mit Microsoft komme, sei die Aktie acht bis zehn Dollar mehr wert als heute, hieße es. Die Wall Street schien nur mit den Schuldnern zu zucken.
Baidu.com avancierte 1,8 Prozent auf 137,84 Dollar. Obwohl Chinas Marktführer bei den Suchmaschinen ebenfalls ins Visier der Anti-Internet-Pornographie-Kampagne der Regierung in Peking geriet.
Öl: Obama-Effekt 1
Der Gaza-Konflikt und Obamas-Konjunktur-Programm trieben den Ölpreis wieder in die Höhe. Der Februar-Kontrakt für Crude stieg an der New York Mercantile Exchange um 2,06 Dollar auf einen Schlusstand von 48,80 Dollar.
Gold: Obama-Effekt 2
Der Dollar machte heute einen kräftigen Sprung, vielleicht wegen der Hoffnung auf Steuersenkungen durch Obama. Das Gold machte die traditionelle Gegenbewegung. Der Gold-Kontrakt für Februar fiel heute an der New York Mercantile Exchange 21,20 Dollar und schloss auf 856,30 Dollar,
(© BörseGo AG 2007 - http://www.boerse-go.de, Autor: Maier Gerhard, Redakteur)
© 2009 BörseGo
