DJ Börse Frankfurt/Fonds: Mit Schnee ins Sommerloch
06. Januar 2009. FRANKFURT (Börse Frankfurt). Mit der Einführung der Abgeltungssteuer am 1. Januar ist der Run auf Investmentfonds abrupt abgebrochen. "Es ist, als hätte man zum Jahresbeginn einen Stöpsel gezogen", berichtet Christoph Schmidt, Analyst für N. M. Fleischhacker. "Während Ende Dezember in einigen Fonds täglich noch 4 bis 5 Millionen Euro umgesetzt wurden, ist der Tagesumsatz in den ersten Januartagen auf knapp 1 Million zusammengeschmolzen. Es scheinen nur noch die Ewig-Aktiven im Markt zu sein." Dirk Schröder von der Baader Bank kann dies nur bestätigen: "Es scheint, als fange das Sommerloch in diesem Jahr bereits im Januar an. Wir verzeichnen seit Jahresbeginn in keinem Produkt nennenswerte Umsätze." Die gelte jedoch nicht nur für Fonds, fügt der Experte hinzu, auch bei Aktien, Derivaten und Renten sei die Nachfrage wie abgeschnitten. "Als wir heute Morgen die Eröffnungskurse gestellt haben, lagen uns gerade einmal zehn Orders vor - Das ist höchstens ein Zehntel des normalen Umsatzes." Die Steuerpanik Kurz vor dem Jahreswechsel sah das Bild am Frankfurter Fondshandel ganz anders aus: "Im Hinblick auf die Abgeltungssteuer haben sich doch noch zahlreiche Anleger mit Fonds eingedeckt - eine Art Steuerpanik", kommentiert Schmidt und berichtet von starken Käufen in Mischfonds und internationalen Aktienfonds, wie dem FFM-Fonds (WKN 847811), bei dem neben der Auswahl von unterbewerteten Aktien auch die aktuelle Liquiditätslage sowie die Stimmung der Aktionäre und der vorherrschende Trend in die Anlageentscheidung des Fondsmanagements mit einfließen. Sehr gefragt waren zudem der Multi Invest OP (WKN 926200) sowie der Comgest Magellan (WKN 577954). Rohstoffe ins Portfolio Weit oben auf den Einkaufslisten standen nach Auskunft von Christoph Schmidt auch Rohstoff-Portfolios, wie der Allianz-dit Rohstoffonds (WKN 847509) und der Pictet Funds (LUX)-Water (WKN 933349). Auch der DWS Russia (WKN 393855), der angesichts der russischen Ölaktivitäten ebenfalls eng mit dem Rohstoffthema verknüpft ist, zählte zu den Verkaufsschlagern. Wie Dirk Schröder, Spezialist bei der Baader Bank beobachtet, zählen Rohstoff-Fonds auch seit Jahresbeginn zu den wenigen Portfolios, von denen sich Anleger noch nicht ganz verabschiedet haben. Immobilien wieder gefragt Auch die zuletzt verschmähten Immobilienfonds waren während des Steuer-Hypes wieder gefragt. "Vor allem der Axa Immoselect und der KanAm grundinvest (WKNs 984645, 679180) wurden sehr aktiv gehandelt und fast ausschließlich gekauft", weiß Christoph Schmidt. Dachfonds bisher im Hintergrund "Dachfonds, die so oft als Gewinner der Steuer gepriesen wurden, konnten allerdings nur wenige Anleger anlocken. Die hohen Kosten dieser Fondsart schrecken wohl doch zu sehr ab", meint Schmidt. Dennoch bleibt abzuwarten, ob die Dachfonds im laufenden Jahr nicht an Attraktivität gewinnen - Immerhin argumentieren Dachfonds-Anhänger, dass die zu zahlende Abgeltungssteuer geringer ausfallen könnte als bei normalen Investmentfonds. Da die Steuer aber erst für Produkte gilt, die ab dem 1. Januar 2009 erworben wurden, sind die tatsächlichen Auswirkungen auf Dachfonds-Umsätze bisher noch nicht abzusehen. © 6. Januar 2009 / Karoline Koch Disclaimer Die nachfolgenden News werden Ihnen direkt von der Redaktion von boerse-frankfurt.de bereitgestellt. Die hierin enthaltenen Angaben und Mitteilungen sind ausschließlich zur Information bestimmt. Keine der hierin enthaltenen Informationen begründet ein Angebot zum Verkauf oder die Werbung von Angeboten zum Kauf eines Wertpapiers.
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January 06, 2009 07:27 ET (12:27 GMT)
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