DJ UPDATE: ISM-Index für US-Dienstleister steigt überraschend
(NEU: Volkswirte)
WASHINGTON (Dow Jones)--Der gewichtete Sammelindex des Institute for Supply Management (ISM) für die Geschäftsaktivität im nicht-verarbeitenden Gewerbe der USA ist im Dezember wider Erwarten auf 40,6 Punkte gestiegen. Von Dow Jones Newswires befragte Volkswirte hatten einen Rückgang auf 36,8 Zähler erwartet, nachdem der Index im Vormonat bei 37,3 Punkten gelegen hatte. Die Dienstleister machen rund 80% der US-Wirtschaft aus. Experten sehen erste Anzeichen, dass zumindest die rasante Abwärtsbewegung der vergangenen Monate zu einem Stopp kommt.
Wie das ISM am Dienstag weiter mitteilte, erhöhte sich der Subindex für die Aktivität auf 39,6 (Vormonat: 33,0) und jener für die Auftragseingänge auf 39,9 (35,4). Der Subindex für die Beschäftigung wurde auf 34,7 (31,3), der Index der Preise auf 36,0 (36,6) beziffert, womit sich der Preisindex auf einem Rekordtief befindet. Der Sammelindex ist der Mittelwert dieser vier Diffusionsindizes.
Ein Indexstand von über 50 Punkten weist auf eine Expansion des Dienstleistungssektors hin, ein Niveau unterhalb dieser Marke signalisiert entsprechend eine Kontraktion. Der Subindex der Aktivität entspricht dem bis Dezember 2007 ausgewiesenen ISM-Index für das nicht-verarbeitende Gewerbe.
"Eine Schwalbe macht sicherlich keinen Sommer, aber mit dem Bericht keimt doch die Hoffnung, dass die zuvor gesehene rasante Abwärtsbewegung zumindest in Teilen der US-Wirtschaft endlich zum Halten kommt", kommentierte Postbank-Ökonomin Fabienne Riefer die Daten. Mit der ersten Verbesserung des Index seit August sei endlich die Serie der negativen Nachrichten durchbrochen worden.
NordLB-Volkswirt Bernd Krampen warnte aber davor, die positive Überraschung bereits als Trendwende zu verstehen. Denn der ISM-Index für die Dienstleister sei auch im Dezember deutlich unter der Expansionsschwelle geblieben. "Immerhin aber verschlimmert sich die miese Stimmung nicht noch weiter", erklärte der Experte.
Auch Bernd Weidensteiner von der Commerzbank sieht noch keine grundsätzliche Umkehr: "Eine Trendwende lässt sich erst nach einem mehrmaligen Anstieg ausrufen." Zudem sei der ISM-Index für die Industrie im Gegensatz zum Index für die Dienstleister im Dezember weiter gefallen. Allerdings sei gegenwärtig auch nicht zu erkennen, dass die Stimmung in der US-Wirtschaft kurzfristig deutlich schlechter werden könne - "sie ist schon extrem negativ", erklärte der Fachmann. Damit stiegen die Chancen, dass sich die ISM-Indizes in der Nähe ihrer Tiefs befinden.
DJG/apo
(END) Dow Jones Newswires
January 06, 2009 11:49 ET (16:49 GMT)
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