Der russische Staatskonzern Gazprom
Der Gazprom-Vizechef warf der Ukraine "unverhohlenen Diebstahl" und "Gas-Klau" sowie "unverantwortliches Handeln" als Transitland vor. Medwedew forderte Kiew auf, an den Verhandlungstisch zurückzukehren. Gazprom sei Tag und Nacht zu Verhandlungen bereit. "Die Situation ist sehr ernst", sagte Medwedew. Glos appellierte an die "Vernunft aller Beteiligten", den Streit beizulegen. In Deutschland drohten keine Engpässe, bekräftigte Glos.
Gazprom und der ukrainische Konzern Naftogas streiten über die künftigen Preise und Bedingungen für Gaslieferungen. Von dem Streit sind Länder in Mittel- und Westeuropa betroffen, weil es beim Transit russischen Gases durch die Ukraine zu drastischen Einschränkungen gekommen ist. Moskau beschuldigt Kiew, illegal Gas aus der Leitungen nach Europa abzuzweigen. Nach massiven Ausfällen wollen Russland und die Ukraine die Verhandlungen in dieser Woche wieder aufnehmen.
In der vergangenen Nacht habe die Ukraine einseitig drei Haupt- Exportleitungen für Gaslieferungen nach Mittel- und Westeuropa blockiert, sagte Medwedew. Dies sei einmalig in der Geschichte des Weltgasmarktes und ein Präzedenzfall. Kiew habe zudem gedroht, die Lieferungen weiter zu kürzen. Es gebe keine Grundlage für das Vorgehen der Ukraine.
Glos sagte: "Wir in Deutschland haben die etwas komfortablere Situation, dass wir Gasspeicher haben, die ein Stück überbrücken können." Er habe auch die Zusage von Gazprom, dass Gas-Transporte über andere Routen außerhalb der Ukraine geleitet würden. "Insofern gibt es für die Deutschen weniger Grund zur aktuellen Beunruhigung als für viele unserer Nachbarn."
Die Ukraine und Russland hätten in der Vergangenheit immer Lösungen gefunden. Er hoffe, dass dies auch diesmal gelinge, sagte Glos, der sich mit Tschechiens Handelsminister Martin Riman beraten hatte, der zuvor mit einer EU-Delegation in Kiew war.
Medwedew zufolge ist die Situation auf dem Balkan "besonders besorgniserregend". Grund sei, dass es dort keine unterirdischen Gasspeicher gebe. Die russischen Lieferungen seien auch gefährdet, weil die Ukraine gedroht habe, eine weitere Rohrleitung nach Südosteuropa zu sperren./sl/tb/DP/gr
ISIN RU0007661625
AXC0142 2009-01-06/19:05
