Die Große Koalition diskutiert laut einem Pressebericht über einen Rettungsschirm für Firmen mit Finanzierungsproblemen, der bis zu 100 Milliarden Euro umfassen könnte. Diese Zahl sei im Koalitionsgespräch am Montagabend genannt worden, berichtet die "Financial Times Deutschland" (FTD/Mittwoch). Hintergrund sei die Sorge der Regierung, dass große Konzerne im Laufe des Jahres Liquiditätsprobleme bekommen könnten, weil sie keine neuen Kredite bekommen oder keine Anleihen zu vertretbaren Konditionen erhalten. "Wir können nicht wegen momentaner Schwierigkeiten Unternehmen in Konkurs gehen lassen", zitiert die Zeitung Unionskreise.
Die zuständige Regierungsarbeitsgruppe berät laut "FTD" am Freitag über mögliche Konstruktionen für den neuen Rettungsschirm. Eine Möglichkeit wäre, über eine Bundesbürgschaft der staatseigenen KfW-Bank ein zusätzliches Kreditvolumen von 100 Milliarden Euro zu verschaffen. Die KfW hatte bereits beim ersten Konjunkturpaket die Möglichkeit erhalten, Kredite für Mittelständler in Höhe von bis zu 15 Milliarden Euro zu vergeben.
Nach Erkenntnissen des Finanzministeriums haben kleinere Betriebe derzeit keine Probleme, an Kredite zu kommen. Probleme könne es dagegen im Laufe des Jahres mit großen Konzernen geben. Denkbar sei auch, dass der Staat über eine Behörde direkt Kredite gibt, etwa über den Rettungsfonds SoFFin. Als Alternative für Kredite des Staates oder einen KfW-Schirm wird laut "FTD" auch gesehen, mit den Großbanken eine verstärkte Kreditvergabe zu vereinbaren./stw
AXC0003 2009-01-07/05:05
