DJ Berlin erwägt Rettungsschirm für Konzerne - FTD
HAMBURG (Dow Jones)--Die Koalition diskutiert einem Zeitungsbericht zufolge über einen Rettungsschirm für Firmen mit Finanzierungsproblemen, der bis zu 100 Mrd EUR umfassen könnte. Diese Zahl wurde nach Informationen der "Financial Times Deutschland" (FTD/Mittwochausgabe) im Koalitionsgespräch am Montagabend genannt.
Hintergrund sei die Sorge der Regierung, dass große Konzerne im Laufe des Jahres Liquiditätsprobleme bekommen könnten, weil sie keine neuen Kredite bekommen oder keine Anleihen zu vertretbaren Konditionen erhalten. "Wir können nicht wegen momentaner Schwierigkeiten Unternehmen in Konkurs gehen lassen", zitiert die FTD aus Unionskreisen.
Die zuständige Regierungsarbeitsgruppe berate am Freitag über mögliche Konstruktionen für den neuen Rettungsschirm, schreibt das Blatt. Eine Möglichkeit wäre, über eine Bundesbürgschaft der staatseigenen KfW-Bank ein zusätzliches Kreditvolumen von 100 Mrd EUR zu verschaffen. Die KfW hatte bereits beim ersten Konjunkturpaket die Möglichkeit erhalten, Kredite für Mittelständler in Höhe von bis zu 15 Mrd EUR zu vergeben.
Nach Erkenntnissen des Finanzministeriums hätten kleinere Betriebe wie etwa Handwerker derzeit keine Probleme, an Kredite zu kommen. Sparkassen und Volksbanken hätten ihre Kreditvergabe sogar ausgeweitet. Probleme könne es dagegen im Laufe des Jahres mit großen Konzernen wie Daimler oder BMW geben.
Denkbar wäre auch, dass der Staat über eine Behörde direkt Kredite gebe, etwa über die Finanzmarktstabilisierungsanstalt SoFFin. Dann müsse der Staat allerdings auch Firmenbilanzen und -strategien im Detail bewerten. Als Alternative für Kredite des Staates oder einen KfW-Schirm werde auch gesehen, mit den Großbanken eine verstärkte Kreditvergabe zu vereinbaren.
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January 07, 2009 00:12 ET (05:12 GMT)
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