New York (BoerseGo.de) - Gestern widmete sich die Wall Street noch der - hoffentlich besseren - Zukunft, heute wurde sie wieder von der Vergangenheit eingeholt. Statt Hoffnungen auf den baldigen Erfolg der massiven Konjunkturprogramme war heute wieder der Blick in den Rückspiegel angesagt - und der fiel sehr negativ aus.
Schlechtes Omen?
Für Verstimmung sorgte etwa der Beschäftigungsbericht der privaten Einrichtung ADP. Danach gingen im Dezember 693,000 Jobs verloren, der Konsens der Volkswirte hatte mit einem Verlust von 493,000 Arbeitsplätzen gerechnet, was schon schlimm genug war. Die ADP-Zahlen sind zwar erfahrungsgemäß nicht sehr verlässlich, sie wurden heute aber als ein schlechtes Omen für den am Freitag fälligen offiziellen US-Arbeitsmarktbericht empfunden. Es versteht sich, dass die Krise der Arbeitsmarktes vor allem die konsumnahen Bereiche unter Druck setzte, etwa die ohnehin schon gebeutelten Einzelhändler.
Das Klagen der Schwergewichte
Da ein Unglück selten alleine kommt, gab es heute eine Reihe von Gewinnwarnungen und zwar ausgerechnet aus der Riege der Schwergewichte und Marktführer. Der Halbleitergigant Intel bereitete den Markt darauf vor, dass der Umsatz im vergangenen Quartal noch stärker einbrach als bereits angekündigt. Das Medienkonglomerat Time Warner rutschte wegen massiver Abschreibungen und schwacher Werbeeinnahmen in 2008 in die Verlustzone und der Aluminium-Weltmarktführer Alcoa sieht sich wegen fallender Nachfrage und Absatzpreise zu massiven Produktionskürzungen, Investitionsstreichungen und Entlassungen gezwungen. Alle klagten darüber, dass 2008 noch schlimmer endete als befrüchtet. Das wirft natürlich ein schlechtes Licht auf die Berichtssaison, die kommenden Montag mit den Quartalszahlen von Alcoa inoffiziell beginnt.
Allergie gegen die Banken
Die Banken litten obendrein unter einem Kommentar des Brokers Oppenheimer, der schon lange pessimistisch für seine Kollegen ist und damit bislang leider recht hatte. Die Finanzkonzerne müssten wegen der notorischen Kreditkrise im laufenden Jahr schon wieder frische Gelder aufnehmen. Da die Wall Street ungern gutes Geld dem schlechten hinterher wirft, standen natürlich auch die Banken bevorzugt auf der Verkaufsliste.
Das alles nahm der Wall Street den Mut, den sie gestern noch gezeigt hatte. Folglich wurden vor allem die riskantere Aktien verkauft, die in den Vortagen noch gefragt waren. Das traf natürlich besonders den Technologiebereich, der die Weihnachts/Jahreswechse-Rallye mit angeführt hatte.
Die Konsequenz: Der Dow Jones Industrial Average fiel 2,72 Prozent auf 8.769 Punkte, der - für den breiten US-Aktienmarkt repräsentative - S&P 500 verlor 3,0 Prozent auf 906 Punkte und der technologielastige Nasdaq Composite Index rutschte 3,23 Prozent auf 1.599 Punkte.
Dow Jones Average: Gut versorgt
Heute war das Zählen einfach, der Blue Chip Index hatte nur 2 Gewinner.
Tops:
Der Top war wieder einmal General Motors. Die volatile Aktie steht entweder ganz vorne oder ganz unten. Heute reichten plus 4,8 Prozent auf 4,13 Dollar. Die Detroiter erklärten, sie seien jetzt ausreichend mit Liquidität versorgt, um die Absatzkrise zu überstehen, und bräuchten daher keine weiteren staatlichen Gelder mehr.
Coca Cola gewann nachrichtenlos 0,5 Prozent auf 44,93 Dollar. Durstig sind die Leute eben auch in der Rezession und eine Coke können sich auch noch Arbeitslose lesiten.
Verizon schlug sich mit minus 0,2 Prozent auf 31,90 Dollar noch tapfer. Die Aktie des Telefonriesens war in den vergangenen Tagen noch - wegen einer negativen Broker-Beurteilung - unter Druck gestanden. Heute halfen wohl Spekulationen, dass der angehende Präsident Obama im Rahmen seines Strukturpakets auch 30 Milliarden Dollar in die Informationstechnologie fließen lässt. Zumindest macht sich deren Lobby dafür stark und wirbt mit dadurch angeblich einer Million neu geschaffenen Arbeitsplätzen.
Flops:
Der Flop war Alcoa mit minus 10,2 Prozent auf 10,89 Dollar. Der Weltmarktführer beim Aluminium kürzt - wegen fallender Nachfrage und Preise - seine Produktion, die dritte Produktionskürzung in drei Monaten, senkt seine Investitionen und entlässt 13.500 Mitarbeiter. Damit wird die jährliche Schmelzkapazität um 18 Prozent verringert. Am kommenden Montag sind die aktuellen Quartalszahlen fällig.
Intel verlor 6,2 Prozent auf 14,42 Dollar. Der Halbleitergigant stimmte schon mal auf schlechte Quartalsergebnisse ein und warnte, dass sein Umsatz im vierten Quartal um 23 Prozent geschrumpft ist. Der Broker Friedman Billings reagierte sofort und korrgierte sein Kursziel für den Chipriesen Intel von 13 Dollar auf 12 Dollar.
Die Energieriesen litten unter dem Preis-Rückschlag beim Öl. Konsequenz: Chevron minus 4,4 Prozent auf 73,96 Dollar und Exxon Mobil minus 2,6 Prozent auf 78,25 Dollar.
S&P 500: Harte Zeiten für Las Vegas?
Zum Beginn der Ertragssaison konnte der breit gefasste S&P tatsächlich einige Unternehmen vorweisen, deren Quartalszahlen besser als erwartet waren. Das wurde heute honoriert.
Tops:
Monsanto sprang 17,7 Prozent auf 86,16 Dollar. Der Weltmarktführer bei genverändertes Saatgut übertraf die Gewinnerwartungen der Wall Street.
Family Stores kletterte 14,3 Prozent auf 27,81 Dollar. Der Discounter, der sich auf Lebensmittel und andere Haushaltwaren spezialisiert, steigerte seinen Gewinn im vergangenen Quartal um 13,5 Prozent auf 42 Cents je Aktie, die Analysten hatten nur mit 40 Cents gerechnet.
Supervalu verteuerte sich 8,2 Prozent auf 16,33 Dollar. Der Lebensmittelhändler schlug ebenfalls die Gewinnerwartungen derr Wall Street und will obendrein 50 Läden schließen und Investitionen kürzen, um seine Ausgaben zu drücken.
Einige der Airlines profitierten vom Einbruch des Ölpreise, wenn auch nur marginal: Continental plus 0,2 Prozent auf 20,78 Dollar, US Airways ebenfalls plus 0,2 Prozent auf 9,08 Dollar.
Flops:
Time Warner verlor 6,3 Prozent auf 10,29 Dollar. Der Medienkonzern will 25 Milliarden Dollar für das vierte Quartal abschreiben, davon allein knapp 15 Milliarden Dollar für die Tochter Time Warner Cable. Das schwache Anzeigenaufkommen belaste die Gewinne und Umsätze zusätzlich. Daher wird Time Warner für 2008 je Aktie rote Zahlen ausweisen.
Die Papiere der Casinobetreiber leiden schon lange darunter, dass sich immer - wegen der Rezession - immer weniger Amerikaner einen teuren Las Vegas-Trip leisten können. Heute belasteten wohl auch die düsteren Job-Daten, Hinzu kam ein pessimistischer Kommentar von JP Morgan. Die Bank befürchtet, dass den Las Vegas Casinos im laufenden Jahr noch harte Zeiten bevorstehen. Die Lage würde dort verschlimmert, weil viele Fluggesellschaften - um Kosten zu sparen -Verbindungen in die Wüstenstadt gestrichen haben. Daher ginge die Besucherzahl zusätzlich zurück. Außerdem litten die Casion-Konzerne daruntere, dass ihre Dependancen in Macau weniger verdien, weil strenge Visa-Bestimmung dort die Spieler abhalten. Wynn Resorts implodierte 14,6 Prozent auf 47,23 Dollar, MGM Mirage verlor 9 Prozent auf 14,52 Dollar. Mit änlichen Argumenten degradierte die Deutsche Bank den Branchenkollegen Las Vegas Sands von „Kaufen“ auf „Halten“. Der Entertainment-Konzern rutschte 11,9 Prozent auf 7,40 Dollar.
Viele Einzelhändler litten heute unter den düsteren Jobzahlen, die die Hoffnungen auf den Konsum wieder eintrübten. Best Buy verbilligte sich 5,4 Prozent auf 29,55 Dollar, der Fashionshändler Gap sank 4,8 Prozent auf 13,56 Dollar, der Branchenkollegee Nordstrom fiel 6,5 Prozent auf 14,88 Dollar.
Nasdaq: Angst vor dem Risiko
Die wieder auflebende Angst vor dem Risiko brachte wie gewohnt die technologielastige Computerbörse ins Rutschen. Nicht einmal die Consumer Electronic Show (CES) in Las Vegas, die zahlreiche neue elektronische Speilzeuge präsentierte, konnte helfen.
Hart traf es die gestern noch begehrten Chips. Der Philadelphia Semiconductor Sector Index, der 19 Halbleiter-Titel erfasst, rutschte 4,9 Prozent auf 223 Punkte.
Der Netzwerkausrüster Ciena konnte dagegen seine gestrige Rallye fortsetzen und gewann heute 7,7 Prozent auf 9,04 Dollar. Barclays hate den Technologie-Titel bereits gestern von „Gleichgewichten“ auf „Übergewichten“ befördert mit einem Kursziel von 10 Dollar
Apple gab dagegen 2,2 Prozent auf 91 Dollar ab, war also einen Tick besser als die Nasdaq. Der Broker Collins Stewart startete die Beobachtung mit einer Kaufempfehlung und Kursziel 117 Dollar. Weil die gestriger Präsentation auf dem Publicity Event MacWorld aber sehr spartanisch ausfiel, hielt sich die Begeisterung der Anleger in Grenzen.
Der Smartphone-Rivale Research in Motion, Hersteller des BlackBerry, war einer der wenigen Gewinner im Technologiebereich, allerdings nur mit anämischen plus 0,17 Prozent auf 46,69 Dollar.
Internet: Kampagnen in China
Die an der Nasdaq notierten Flaggschiffe des Internets leiden traditionell darunter, wenn die Anleger aus dem Risiko flüchten, so auch heute. Wichtige Nachrichten gab dafür heute kaum.
Google verlor 3,6 Prozent auf 322 Dollar. Schon lange drücken die Sorgen, dass auch die Werbeeinnahmen wegen der Rezession abschmelzen, oder zumindest deutlich langsamer wachsen.
Yahoo gab 2,2 Prozent auf 12,71 Dollar. Hier gilt das gleiche.
Baidu.com, Chinas Marktführer bei den Suchmaschinen, sank 6,2 Prozent auf 127,34 Dollar. Dort belastete ein negativer Artikel des Wall Street Journal. Der Dienstleister sei gezwungen sein Geschäftsmodell umzubauen, weil die Regierung in Peking und verschiedene Interessengruppen die Auswahl der auf den Baidu-Seiten platzierenden Anzeigen kritisieren. Vor kurzem gab es eine Anti-Baidu-Kampagne, weil dort angeblich die Anzeigen von Medizinpantschern bevorzugt wurden. Inzwischen wird die Zensur im kommunistischen China verschärft, unter dem Vorwand der Pornographiebekämpfung. Die erzwungenen Änderungen sind kostspielig und bremsen die Werbeeinnahmen, folgerte das Blatt.
Der E-Commerce dürfte auch unter den schwachen Jobdaten gelitten haben, weil dadurch die erhoffte Erholung des Verbrauchs in Frage gestellt wird. Amazon.com schlug sich aber mit einem Tagesverlust von 2 Prozent auf 56,20 Dollar. Gemessen an den Verlusten von Nasdaq und S&P setzte der Internetpionier damit seine Outperformance der vergangenen Tage fort.
Der Rivale Ebay rutschte dagegen 3,9 Prozent auf 14,59 Dollar.
Öl: Steigende Bestände lassen Mini-Spekulationsblase platzen
Die Crude-Bestände kletterten vergangene Woche um 6,68 Millionen Barrel. Der Konsens war lediglich von einem Anstieg um 800.000 Fass ausgegangen. Konsequenz: Die in den vergangenen Tagen aufgepumpte Mini-Spekulationsblase platzte wieder. Der Februar-Kontrakt für Crude plumpste an der New York Mercantile Exchange um 5,78 Dollar auf einen Schlusstand von 42,80 Dollar - der größte prozentuale Tagesverlust seit gut sieben Jahren.
Gold: Nachfrageeinbruch beim Hauptabnehmer Indien
„Die Goldimporte Indiens brechen inmitten der Hochsaison ein“. Da das südasiatische Land der physische Hauptabnehmer für das Edelmetall ist, machte diese Nachricht heute gehörig Eindruck. Der Gold-Kontrakt für Februar fiel heute an der New York Mercantile Exchange um 24,50 Dollar und schloss auf 841,50 Dollar.
Schlechtes Omen?
Für Verstimmung sorgte etwa der Beschäftigungsbericht der privaten Einrichtung ADP. Danach gingen im Dezember 693,000 Jobs verloren, der Konsens der Volkswirte hatte mit einem Verlust von 493,000 Arbeitsplätzen gerechnet, was schon schlimm genug war. Die ADP-Zahlen sind zwar erfahrungsgemäß nicht sehr verlässlich, sie wurden heute aber als ein schlechtes Omen für den am Freitag fälligen offiziellen US-Arbeitsmarktbericht empfunden. Es versteht sich, dass die Krise der Arbeitsmarktes vor allem die konsumnahen Bereiche unter Druck setzte, etwa die ohnehin schon gebeutelten Einzelhändler.
Das Klagen der Schwergewichte
Da ein Unglück selten alleine kommt, gab es heute eine Reihe von Gewinnwarnungen und zwar ausgerechnet aus der Riege der Schwergewichte und Marktführer. Der Halbleitergigant Intel bereitete den Markt darauf vor, dass der Umsatz im vergangenen Quartal noch stärker einbrach als bereits angekündigt. Das Medienkonglomerat Time Warner rutschte wegen massiver Abschreibungen und schwacher Werbeeinnahmen in 2008 in die Verlustzone und der Aluminium-Weltmarktführer Alcoa sieht sich wegen fallender Nachfrage und Absatzpreise zu massiven Produktionskürzungen, Investitionsstreichungen und Entlassungen gezwungen. Alle klagten darüber, dass 2008 noch schlimmer endete als befrüchtet. Das wirft natürlich ein schlechtes Licht auf die Berichtssaison, die kommenden Montag mit den Quartalszahlen von Alcoa inoffiziell beginnt.
Allergie gegen die Banken
Die Banken litten obendrein unter einem Kommentar des Brokers Oppenheimer, der schon lange pessimistisch für seine Kollegen ist und damit bislang leider recht hatte. Die Finanzkonzerne müssten wegen der notorischen Kreditkrise im laufenden Jahr schon wieder frische Gelder aufnehmen. Da die Wall Street ungern gutes Geld dem schlechten hinterher wirft, standen natürlich auch die Banken bevorzugt auf der Verkaufsliste.
Das alles nahm der Wall Street den Mut, den sie gestern noch gezeigt hatte. Folglich wurden vor allem die riskantere Aktien verkauft, die in den Vortagen noch gefragt waren. Das traf natürlich besonders den Technologiebereich, der die Weihnachts/Jahreswechse-Rallye mit angeführt hatte.
Die Konsequenz: Der Dow Jones Industrial Average fiel 2,72 Prozent auf 8.769 Punkte, der - für den breiten US-Aktienmarkt repräsentative - S&P 500 verlor 3,0 Prozent auf 906 Punkte und der technologielastige Nasdaq Composite Index rutschte 3,23 Prozent auf 1.599 Punkte.
Dow Jones Average: Gut versorgt
Heute war das Zählen einfach, der Blue Chip Index hatte nur 2 Gewinner.
Tops:
Der Top war wieder einmal General Motors. Die volatile Aktie steht entweder ganz vorne oder ganz unten. Heute reichten plus 4,8 Prozent auf 4,13 Dollar. Die Detroiter erklärten, sie seien jetzt ausreichend mit Liquidität versorgt, um die Absatzkrise zu überstehen, und bräuchten daher keine weiteren staatlichen Gelder mehr.
Coca Cola gewann nachrichtenlos 0,5 Prozent auf 44,93 Dollar. Durstig sind die Leute eben auch in der Rezession und eine Coke können sich auch noch Arbeitslose lesiten.
Verizon schlug sich mit minus 0,2 Prozent auf 31,90 Dollar noch tapfer. Die Aktie des Telefonriesens war in den vergangenen Tagen noch - wegen einer negativen Broker-Beurteilung - unter Druck gestanden. Heute halfen wohl Spekulationen, dass der angehende Präsident Obama im Rahmen seines Strukturpakets auch 30 Milliarden Dollar in die Informationstechnologie fließen lässt. Zumindest macht sich deren Lobby dafür stark und wirbt mit dadurch angeblich einer Million neu geschaffenen Arbeitsplätzen.
Flops:
Der Flop war Alcoa mit minus 10,2 Prozent auf 10,89 Dollar. Der Weltmarktführer beim Aluminium kürzt - wegen fallender Nachfrage und Preise - seine Produktion, die dritte Produktionskürzung in drei Monaten, senkt seine Investitionen und entlässt 13.500 Mitarbeiter. Damit wird die jährliche Schmelzkapazität um 18 Prozent verringert. Am kommenden Montag sind die aktuellen Quartalszahlen fällig.
Intel verlor 6,2 Prozent auf 14,42 Dollar. Der Halbleitergigant stimmte schon mal auf schlechte Quartalsergebnisse ein und warnte, dass sein Umsatz im vierten Quartal um 23 Prozent geschrumpft ist. Der Broker Friedman Billings reagierte sofort und korrgierte sein Kursziel für den Chipriesen Intel von 13 Dollar auf 12 Dollar.
Die Energieriesen litten unter dem Preis-Rückschlag beim Öl. Konsequenz: Chevron minus 4,4 Prozent auf 73,96 Dollar und Exxon Mobil minus 2,6 Prozent auf 78,25 Dollar.
S&P 500: Harte Zeiten für Las Vegas?
Zum Beginn der Ertragssaison konnte der breit gefasste S&P tatsächlich einige Unternehmen vorweisen, deren Quartalszahlen besser als erwartet waren. Das wurde heute honoriert.
Tops:
Monsanto sprang 17,7 Prozent auf 86,16 Dollar. Der Weltmarktführer bei genverändertes Saatgut übertraf die Gewinnerwartungen der Wall Street.
Family Stores kletterte 14,3 Prozent auf 27,81 Dollar. Der Discounter, der sich auf Lebensmittel und andere Haushaltwaren spezialisiert, steigerte seinen Gewinn im vergangenen Quartal um 13,5 Prozent auf 42 Cents je Aktie, die Analysten hatten nur mit 40 Cents gerechnet.
Supervalu verteuerte sich 8,2 Prozent auf 16,33 Dollar. Der Lebensmittelhändler schlug ebenfalls die Gewinnerwartungen derr Wall Street und will obendrein 50 Läden schließen und Investitionen kürzen, um seine Ausgaben zu drücken.
Einige der Airlines profitierten vom Einbruch des Ölpreise, wenn auch nur marginal: Continental plus 0,2 Prozent auf 20,78 Dollar, US Airways ebenfalls plus 0,2 Prozent auf 9,08 Dollar.
Flops:
Time Warner verlor 6,3 Prozent auf 10,29 Dollar. Der Medienkonzern will 25 Milliarden Dollar für das vierte Quartal abschreiben, davon allein knapp 15 Milliarden Dollar für die Tochter Time Warner Cable. Das schwache Anzeigenaufkommen belaste die Gewinne und Umsätze zusätzlich. Daher wird Time Warner für 2008 je Aktie rote Zahlen ausweisen.
Die Papiere der Casinobetreiber leiden schon lange darunter, dass sich immer - wegen der Rezession - immer weniger Amerikaner einen teuren Las Vegas-Trip leisten können. Heute belasteten wohl auch die düsteren Job-Daten, Hinzu kam ein pessimistischer Kommentar von JP Morgan. Die Bank befürchtet, dass den Las Vegas Casinos im laufenden Jahr noch harte Zeiten bevorstehen. Die Lage würde dort verschlimmert, weil viele Fluggesellschaften - um Kosten zu sparen -Verbindungen in die Wüstenstadt gestrichen haben. Daher ginge die Besucherzahl zusätzlich zurück. Außerdem litten die Casion-Konzerne daruntere, dass ihre Dependancen in Macau weniger verdien, weil strenge Visa-Bestimmung dort die Spieler abhalten. Wynn Resorts implodierte 14,6 Prozent auf 47,23 Dollar, MGM Mirage verlor 9 Prozent auf 14,52 Dollar. Mit änlichen Argumenten degradierte die Deutsche Bank den Branchenkollegen Las Vegas Sands von „Kaufen“ auf „Halten“. Der Entertainment-Konzern rutschte 11,9 Prozent auf 7,40 Dollar.
Viele Einzelhändler litten heute unter den düsteren Jobzahlen, die die Hoffnungen auf den Konsum wieder eintrübten. Best Buy verbilligte sich 5,4 Prozent auf 29,55 Dollar, der Fashionshändler Gap sank 4,8 Prozent auf 13,56 Dollar, der Branchenkollegee Nordstrom fiel 6,5 Prozent auf 14,88 Dollar.
Nasdaq: Angst vor dem Risiko
Die wieder auflebende Angst vor dem Risiko brachte wie gewohnt die technologielastige Computerbörse ins Rutschen. Nicht einmal die Consumer Electronic Show (CES) in Las Vegas, die zahlreiche neue elektronische Speilzeuge präsentierte, konnte helfen.
Hart traf es die gestern noch begehrten Chips. Der Philadelphia Semiconductor Sector Index, der 19 Halbleiter-Titel erfasst, rutschte 4,9 Prozent auf 223 Punkte.
Der Netzwerkausrüster Ciena konnte dagegen seine gestrige Rallye fortsetzen und gewann heute 7,7 Prozent auf 9,04 Dollar. Barclays hate den Technologie-Titel bereits gestern von „Gleichgewichten“ auf „Übergewichten“ befördert mit einem Kursziel von 10 Dollar
Apple gab dagegen 2,2 Prozent auf 91 Dollar ab, war also einen Tick besser als die Nasdaq. Der Broker Collins Stewart startete die Beobachtung mit einer Kaufempfehlung und Kursziel 117 Dollar. Weil die gestriger Präsentation auf dem Publicity Event MacWorld aber sehr spartanisch ausfiel, hielt sich die Begeisterung der Anleger in Grenzen.
Der Smartphone-Rivale Research in Motion, Hersteller des BlackBerry, war einer der wenigen Gewinner im Technologiebereich, allerdings nur mit anämischen plus 0,17 Prozent auf 46,69 Dollar.
Internet: Kampagnen in China
Die an der Nasdaq notierten Flaggschiffe des Internets leiden traditionell darunter, wenn die Anleger aus dem Risiko flüchten, so auch heute. Wichtige Nachrichten gab dafür heute kaum.
Google verlor 3,6 Prozent auf 322 Dollar. Schon lange drücken die Sorgen, dass auch die Werbeeinnahmen wegen der Rezession abschmelzen, oder zumindest deutlich langsamer wachsen.
Yahoo gab 2,2 Prozent auf 12,71 Dollar. Hier gilt das gleiche.
Baidu.com, Chinas Marktführer bei den Suchmaschinen, sank 6,2 Prozent auf 127,34 Dollar. Dort belastete ein negativer Artikel des Wall Street Journal. Der Dienstleister sei gezwungen sein Geschäftsmodell umzubauen, weil die Regierung in Peking und verschiedene Interessengruppen die Auswahl der auf den Baidu-Seiten platzierenden Anzeigen kritisieren. Vor kurzem gab es eine Anti-Baidu-Kampagne, weil dort angeblich die Anzeigen von Medizinpantschern bevorzugt wurden. Inzwischen wird die Zensur im kommunistischen China verschärft, unter dem Vorwand der Pornographiebekämpfung. Die erzwungenen Änderungen sind kostspielig und bremsen die Werbeeinnahmen, folgerte das Blatt.
Der E-Commerce dürfte auch unter den schwachen Jobdaten gelitten haben, weil dadurch die erhoffte Erholung des Verbrauchs in Frage gestellt wird. Amazon.com schlug sich aber mit einem Tagesverlust von 2 Prozent auf 56,20 Dollar. Gemessen an den Verlusten von Nasdaq und S&P setzte der Internetpionier damit seine Outperformance der vergangenen Tage fort.
Der Rivale Ebay rutschte dagegen 3,9 Prozent auf 14,59 Dollar.
Öl: Steigende Bestände lassen Mini-Spekulationsblase platzen
Die Crude-Bestände kletterten vergangene Woche um 6,68 Millionen Barrel. Der Konsens war lediglich von einem Anstieg um 800.000 Fass ausgegangen. Konsequenz: Die in den vergangenen Tagen aufgepumpte Mini-Spekulationsblase platzte wieder. Der Februar-Kontrakt für Crude plumpste an der New York Mercantile Exchange um 5,78 Dollar auf einen Schlusstand von 42,80 Dollar - der größte prozentuale Tagesverlust seit gut sieben Jahren.
Gold: Nachfrageeinbruch beim Hauptabnehmer Indien
„Die Goldimporte Indiens brechen inmitten der Hochsaison ein“. Da das südasiatische Land der physische Hauptabnehmer für das Edelmetall ist, machte diese Nachricht heute gehörig Eindruck. Der Gold-Kontrakt für Februar fiel heute an der New York Mercantile Exchange um 24,50 Dollar und schloss auf 841,50 Dollar.
(© BörseGo AG 2007 - http://www.boerse-go.de, Autor: Maier Gerhard, Redakteur)
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