Die genossenschaftliche Union Investment Real Estate, mit gut 14,4 Milliarde Euro Volumen größter Anbieter von Immobilien-Publikumsfonds in Deutschland, will 2009 mehr als 1 Milliarde Euro netto neu einwerben. Der Finanzmarktkrise zum Trotz werde das Neugeschäft voraussichtlich besser ausfallen als im Jahr 2008, sagte Vorstandssprecher Reinhard Kutscher im Gespräch mit der "Börsen-Zeitung" (Donnerstag). Die vier Publikumsfonds verzeichneten im vergangenen Jahr nach Kutschers Angaben Nettozuflüsse von 730 Millionen Euro, davon allein 280 Millionen Euro im Dezember.
Die Krise der Immobilienfonds im Oktober - innerhalb einer Woche musste ein Dutzend Fonds anderer Anbieter aus Liquiditätsmangel eingefroren werden - habe nur kurzfristig zu Mittelabflüssen bei seiner Gesellschaft geführt, sagte Kutscher. Die Union-Investment-Fonds profitierten von ihrem hohen Anteil an langfristig orientierten Privatanlegern, die von Volks- und Raiffeisenbanken geworben wurden. Seit November verzeichneten die Produkte wieder insgesamt tägliche Mittelzuflüsse von 2 bis 10 Millionen Euro. Aktuell verfügten sie über Brutto-Liquiditätsquoten von 21 bis 38 Prozent. Die freie Liquidität, bei der Mittel herausgerechnet werden, die schon für Zukäufe oder andere Zwecke fest gebunden sind, sei mit gut 10 Prozent beim Fonds "UniImmo: Global" am niedrigsten - bereite aber auch dort keine Sorgen.
Für Zukäufe werde man laut Kutscher neben neuen Anlegergeldern insbesondere auch vorhandene liquide Mittel einsetzen. Bei Auslandsinvestitionen werde - wie in der Vergangenheit - wohl auch ein kleinerer Anteil Fremdkapital zum Einsatz kommen, weil dies sowohl aus steuerlichen Gründen als auch zur Absicherung gegen Währungsschwankungen sinnvoll sei. Obwohl viele Banken in Liquiditätsnot sind, sei es noch möglich, an Kredite zu kommen.
RENDITE DER FONDS SINKT LEICHT
Die Rendite seiner Fonds, die 2008 bei 4,5 bis 6 Prozent gelegen habe, werde 2009 voraussichtlich leicht nachgeben, sagte Kutscher. 2007 hätten die Fonds bis zu 8 Prozent erzielt, weil die Union Objekte zu hohen Preisen an Finanzinvestoren verkaufen konnte. Größere Abwertungen befürchtet Kutscher für die Fondsobjekte 2009 nicht. Union Investment habe in der Boomphase der vergangenen Jahre kaum Zukäufe zu den damals üblichen sehr hohen Preisen getätigt. Flächen, die an die krisengeschüttelten Finanzdienstleister vermietet sind, machten nur 7 Prozent der Portfolios aus./tw/wiz
AXC0023 2009-01-08/08:23
