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UPDATE: Weltwirtschaftskrise setzt deutschen Exporteuren hart zu

DJ UPDATE: Weltwirtschaftskrise setzt deutschen Exporteuren hart zu

(NEU: Kommentare von Bankvolkswirten, Hintergrund) 
 

FRANKFURT (Dow Jones)--Der deutsche Handelsbilanzüberschuss ist im November vor dem Hintergrund der starken weltwirtschaftlichen Abkühlung deutlich niedriger ausgefallen als erwartet. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) am Donnerstag mitteilte, wies die Handelsbilanz einen Überschuss von 9,7 Mrd EUR auf. Von Dow Jones Newswires befragte Volkswirte hatten einen positiven Saldo von 16,2 Mrd EUR erwartet. Im Berichtsmonat wurden demnach Waren im Wert von 77,1 Mrd EUR ausgeführt und Waren im Wert von 67,4 Mrd EUR eingeführt.

Grund für den geringer als erwarteten Überschuss war angesichts der globalen Wirtschaftskrise ein Einbruch bei den Ausfuhren, der die deutschen Exporteure hart getroffen haben dürfte. Die Ausfuhren verringerten sich demnach im November saison- und kalenderbereinigt um 10,6% gegenüber dem Vormonat. Das war der stärkste Rückgang innerhalb eines Monats seit dem Jahr 1990, wie ein Sprecher von Destatis sagte. Auf Jahressicht lagen die Exporte um 11,8% niedriger. Die Importen fielen im November um 5,6% zum Vormonat und um 0,9% zum Vorjahr.

Im November 2007 hatte der Saldo in der Außenhandelsbilanz noch 19,4 Mrd EUR betragen. Die Zahlen von Destatis zeigen, dass die Nachfrage nach Produkten deutscher Unternehmen sowohl innerhalb als auch außerhalb der Eurozone deutlich zurückging. Für die Leistungsbilanz insgesamt, die unter anderem auch den Handel mit Dienstleistungen umfasst, wiesen die Statistiker für November einen Überschuss von 8,6 (November 2007: 19,7) Mrd EUR aus.

In den ersten elf Monaten des Jahres 2008 betrug der Wert der Ausfuhren nach weiteren Angaben von Destatis 927,8 Mrd EUR, während das Volumen der Einfuhren auf 758,8 Mrd EUR beziffert wurde. Gegenüber dem entsprechenden Vorjahreszeitraum lagen die Exporte damit um 4,0% höher. Die Importe stiegen um 7,3%. Der kumulierte Außenhandelsüberschuss belief sich im Zeitraum Januar bis November auf 169,0 Mrd EUR, für die Leistungsbilanz wurde ein Wert von plus 148,0 Mrd EUR ausgewiesen.

Bankvolkswirte sprachen vor allem mit Blick auf den Export von katastrophalen Daten. Die Daten würden darauf hinweisen, dass das deutsche Bruttoinlandsprodukt (BIP) im vierten Quartal 2008 kräftig gefallen sei. Die weiteren Aussichten seien düster.

"Die Daten stützen unsere Sicht, dass das deutsche BIP im vierten Quartal um den Rekordbetrag von 2% gegenüber dem dritten Quartal gefallen ist", sagte Commerzbank-Chefvolkswirt Jörg Krämer. Dabei dürften die Nettoexporte im Schlussviertel des vergangenen Jahres seiner Einschätzung nach wohl 1,5 Prozentpunkte von der BIP-Entwicklung abgezogen haben. Krämer betonte zudem für 2009 weiterhin von einem Rekordrückgang der deutschen Wirtschaftsleistung zwischen 2% und 3% auszugehen.

Carsten Brzeski von ING Bank sagte ebenfalls, die BIP-Entwicklung im vierten Quartal dürfte desaströs ausgefallen sein. Zudem bleiben die Aussichten für die deutsche Exportentwicklung seiner Auffassung nach "alles andere als rosig", vor allem, weil der Auftragseingang der Industrie seit Dezember 2007 im freien Fall sei. "Ein weiterer Schaden am deutschen Wachstumsmotor ist wahrscheinlich", sagte Brzeski.

-Von Katrin Härtel und Peter Trautmann, Dow Jones Newswires, +49 (0)69 297 25 
   300, konjunktur.de@dowjones.com 
   DJG/ptt/kth 
Besuchen Sie unsere neue Webseite http://www.dowjones.de 
 

(END) Dow Jones Newswires

January 08, 2009 04:45 ET (09:45 GMT)

Copyright (c) 2009 Dow Jones & Company, Inc.

© 2009 Dow Jones News
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