DJ Börse Frankfurt/Auslandsaktien: Angst vor schlechten Zahlen
08. Januar 2009. FRANKFURT (Börse Frankfurt). Der steuerbedingte Kaufrausch ist auch bei den Auslandsaktien vorbei. Wie Walter Vorhauser von der Close Brothers Seydler Bank berichtet, trübt sich die Marktlage bei sinkenden Umsätzen wieder ein. "Grund dafür ist aber weniger der Konflikt im Nahen Osten, als viel mehr die bevorstehende Bilanzsaison", erklärt der Skontroführer für Auslandsaktien. So haben bereits erste Frühwarnungen für schlechte Stimmung gesorgt, wie etwa die von Intel und Time Warner angekündigten Umsatzeinbrüche. "Die Hoffnung, dass die internationalen Konjunkturprogramme anschlagen, wird von diesen Nachrichten überschattet", meint auch Jan Vrbsky von der Baader Bank und verweist zudem auf negative Nachrichten bei Alcoa (WKN 850206). "Der Aluminiumkonzern aus Pittsburgh will 13 Prozent der weltweiten Belegschaft abbauen und reagiert damit auf den Nachfrageeinbruch - kein gutes Omen für die kommende Bilanzsaison." Die Alcoa-Aktie gab im gestrigen Handel um fast 11 Prozent nach. In dieser Woche richtet sich das Augenmerk der Anleger nach Auffassung von Walter Vorhauser aber in erster Linie auf die Arbeitsmarktdaten am Freitag. "Wenn die Zahlen schlecht ausfallen, dann könnte der Markt für einige Handelstage unter Druck geraten." Großauftrag treibt China Railway Construction an Ganz und gar nicht unter Druck steht aktuell hingegen der chinesische Schienenbauer China Railway Construction (WKN A0NEWB). Nachdem sich das staatliche Bauunternehmen aus Peking bereits im vergangenen Jahr im Vergleich zur Börse Hongkong gut entwickelt hatte, beflügelt nun ein neuer Großauftrag den Aktienkurs der Chinesen: So soll China Railway Construction, das seit 1949 bereits über die Hälfte aller Bahnstrecken in China erbaut hat, eine neue Schienenverbindung zwischen Chongqing und Lichuan in der Provinz Hubei bauen. Wie Walter Vorhauser berichtet, macht das Volumen des Auftrags mit 1,03 Milliarden US-Dollar rund 14 Prozent des Gesamtumsatzes 2007 aus. "China Railway Construction gehört zu den Unternehmen, die überdurchschnittlich vom Infrastrukturausbau der chinesischen Regierung profitieren, da immerhin gut 10 Prozent der Investitionsmittel auf das Schienennetz entfallen sollen." Der Konzern nutzt die gute Wirtschaftslage unterdessen für Akquisitionen und kaufte in dieser Woche den Schienenverkehrausrüster Longchong auf. "Longchong ist am Umsatz gemessen zwar vergleichsweise klein. Angesichts der guten Geschäftsentwicklung des Unternehmens im vergangenen Jahr mit einer Ergebnissteigerung um 10 Prozent, wird die Übernahme aber positiv aufgenommen", kommentiert Vorhauser. Seit dem Oktobertief von 0,75 Euro hat sich die Aktie von China Railway Construction mittlerweile um gut 50 Prozent auf 1,09 Euro erholt. Rohstoffpreise bleiben entscheidend Der US-amerikanische Düngerproduzent The Mosaic Company (A0DK91) hat zum Wochenauftakt mit besser als erwarteten Zahlen überrascht. Das Ergebnis von rund 960 Millionen US-Dollar, bzw. 2,15 US-Dollar je Aktie, im zweiten Quartal, hat sich im Vergleich zum Vorjahreszeitraum mehr als verdoppelt. "Allerdings wurden die Zahlen durch den Verkauf von Sasferco beschönigt, der allein 1,03 Dollar je Aktie ausgemacht hat", fügt Vorhauser hinzu. Für positive Stimmung bei dem Mosaic-Papier sorgt zudem ein jüngst bekannt gegebenes Maßnahmenpaket, mit dem der Konzern auf den Nachfragerückgang aus der Landwirtschaft regieren will. Durch die Drosselung der Produktion um rund eine Million Tonnen sollen Kosten gesenkt und die Flexibilität erhöht werden. Nachdem der Kurs der Aktie seit Mitte Juli von 110 auf 18,80 Euro nachgegeben hatte, konnte das Papier mittlerweile wieder auf 28 Euro zulegen. Nach Ansicht von Walter Vorhauser hat sich das Sentiment für den Düngerkonzern zwar leicht erhellt, entscheidend für die künftige Kursentwicklung bleibe aber die Entwicklung der Rohstoffpreise. Saytam sorgt für Talfahrt in Indien Am indischen Aktienmarkt hat am Dienstag unterdessen die Bilanzfälschung des IT-Unternehmens Satyam für Turbulenzen gesorgt und den Sensix-Index um über 7 Prozent in die Tiefe gerissen. "Eines der wenigen Papiere, das sich im Laufe des Tages jedoch wieder von den Abschlägen erholen konnte, war die Wipro-Aktie (WKN 578886). Der Marktführer der indischen IT-Branche hat durch den Kauf der Citigroup-Tochter CTS zuletzt sein Portfolio erweitert und damit die Service-Sparte gestärkt", berichtet Vorhauser. Das Unternehmen, das einen Großteil seiner Umsätze im Ausland erwirtschaftet, sei dadurch etwas besser gegen den internationalen Abwärtsdruck der Wirtschaft gewappnet. Die größte Kreditbank Indiens, ICICI, konnte dem Abwärtsdruck im Gegensatz dazu nicht standhalten und hat sich vom gestrigen Kursverlust um 10 Prozent auf 14,50 Euro bisher nicht erholt. © 8. Januar 2009/Karoline Koch Disclaimer Die nachfolgenden News werden Ihnen direkt von der Redaktion von boerse-frankfurt.de bereitgestellt. Die hierin enthaltenen Angaben und Mitteilungen sind ausschließlich zur Information bestimmt. Keine der hierin enthaltenen Informationen begründet ein Angebot zum Verkauf oder die Werbung von Angeboten zum Kauf eines Wertpapiers.
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January 08, 2009 09:56 ET (14:56 GMT)
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