DJ UPDATE: Schaeffler schließt formelle Übernahme von Conti ab
(NEU: Mit Geißinger, DSW) Von Katharina Becker DOW JONES NEWSWIRES
HERZOGENAURACH (Dow Jones)--Der fränkische Familienkonzern Schaeffler hat die formelle Übernahme der drei Mal so großen Continental AG abgeschlossen. Wie die Herzogenauracher am Donnerstag mitteilten, haben sie das Geld an die Aktionäre überwiesen, die dem Wälzlagerhersteller ihre Conti-Papiere angeboten hatten. Unbestätigten Angaben zufolge dürfte Schaeffler dafür rund 8 Mrd EUR gezahlt haben. Einen Großteil der Aktien darf der Wälzlagerhersteller allerdings nicht behalten.
Die Franken besitzen nun nach eigenen Angaben 49,9% und sind damit größter Aktionär bei Conti. Nachdem die Aktien des fünftgrößten Automobilzulieferers im Sog der Branchen- und Finanzkrise vergangenen Sommer einbrachen, bekam Schaeffler für die gebotenen 75 EUR mehr als 85% der Papiere der Hannoveraner angedient. Zusammen mit den bereits gekauften Aktien hatte der Wälzlagerhersteller damit Zugriff auf gut 90% von Conti.
Da sich Schaeffler jedoch verpflichtet hat, in den kommenden vier Jahren nicht mehr als 49,99% an Conti zu halten, haben die Franken den Rest nach eigenen Angaben an die Banken weitergereicht. Knapp ein Viertel davon bekamen die Bankhäuser Sal. Oppenheim und Metzler. Wer die nun verbliebenen gut 30% an dem Hannoveraner MDAX-Konzern übernommen hat, wollte Schaeffler auf Anfrage nicht sagen. Ohne Zustimmung Schaefflers dürfen die Geldhäuser gemäß der Vereinbarung die Aktien nicht für weniger als 75 EUR pro Stück verkaufen.
An der Börse war die Continental-Aktie am Donnerstag mit 32 EUR nicht einmal mehr halb so viel wert wie die von Schaeffler gezahlten 75 EUR.
Die Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) begrüßte, dass Schaeffler der Kraftakt gelungen sei, trotz des schwierigen Finanzmarkt-Umfelds die Milliarden-Übernahme zu stemmen. "Damit endet nun die Unsicherheit, die Conti-Aktionäre monatelang belastet hatte", erklärte DSW-Hauptgeschäftsführer Ulrich Hocker.
Immer wieder gab es Spekulationen, dass sich Schaeffler angesichts der Finanzkrise mit dem Deal übernommen haben könnte. Die Herzogenauracher hatten dies stets dementiert. Zudem hatte ein offener Machtkampf zuletzt das Verhältnis zwischen den beiden hochverschuldeten Unternehmen belastet.
Angesichts der Finanz- und der Absatzkrise der Automobilindustrie stünden beide Unternehmen "vor großen Herausforderungen und haben keine Zeit zu verlieren", drängte der Schaeffler-Geschäftsführer Jürgen Geißinger. "Es gilt nun, konstruktiv zusammen zu arbeiten und sich auf die Sachthemen und das Geschäft zu konzentrieren." Indem die "großen Potenziale und Synergien zügig realisiert" würden, "machen wir den richtigen Schritt im Rahmen der weltweiten Konsolidierung der Automobilzulieferindustrie und können gemeinsam gestärkt aus der Krise hervorgehen". Nach Schaefflers Vorstellungen könnten die Firmen gemeinsam Systeme zur Reduzierung des Spritverbrauchs entwickeln.
Webseiten: http://www.conti-online.com/
http://www.schaeffler-gruppe.de/
- Von Katharina Becker, Dow Jones Newswires; +49 (0)69 - 29725 112,
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January 08, 2009 11:09 ET (16:09 GMT)
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