Ulm (ots) - In der Finanzkrise wird eigentlich Undenkbares erschreckend schnell zur Selbstverständlichkeit. Erstmals wird in Deutschland ein Kreditinstitut teilverstaatlicht, und mit der Commerzbank ist es gleich die zweitgrößte Privatbank. Zwar hat sie ein Sonderproblem, weil sie sich offenbar mit der Übernahme der Dresdner Bank und deren Altlasten übernommen hat. Aber zweifellos wird damit ein neues Kapitel in der deutschen Wirtschaftsgeschichte aufgeschlagen. Bei Banken ist es unvermeidlich, dass der Staat eingreift, sonst bricht das Rückgrat der Wirtschaft zusammen. Da liegt die Frage nahe: Muss nicht gleiches Recht für "normale" Unternehmen gelten, die von ihren Banken nicht genug Kredit bekommen, obwohl sie kerngesund sind? Eigentlich ist das schon ein Widerspruch in sich. Aber was ist heutzutage schon normal. So basteln Politiker an einem neuen Schutzschirm: bis zu 100 Milliarden Euro Bürgschaften für Unternehmen. Doch bei näherem Hinsehen sind große Zweifel angebracht: Wer soll schon entscheiden, ob eine Firma wirklich kerngesund ist? Zudem kommt es zwangsläufig zu Wettbewerbsverzerrungen: Wollte BMW eine Bürgschaft, stände Daimler sofort auch auf der Matte. Da würde schnell ein Rad gedreht, das kaum wieder zu bremsen ist. Entscheidend bleibt, dass die Banken wieder ihrer Aufgabe im Wirtschaftskreislauf nachkommen und Kredite vergeben, wenn die Firmen kreditwürdig sind.
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