DJ Europa-Börsen schließen schwächer - Keine Kaufargumente
FRANKFURT (Dow Jones)--Kursabschläge prägen am Donnerstag das Bild an den europäischen Aktienmärkten. Bei einem geringen Handelsvolumen sank der Euro-Stoxx-50 um 0,9% oder 22 Punkte auf 2.517, der Stoxx-50 ermäßigte sich um 0,6% bzw 13 Zähler auf 2.172.
Gewinnwarung von Wal-Mart belastet
Am Freitagmittag steht der Arbeitsmarktbericht aus den USA an, der negatives Überraschungspotenzial beinhalte, so Stimmen aus dem Handel. "Im Vorfeld werden keine neuen Positionen eingegangen", erläuterte ein Händler die Abschläge. Als Belastung nannten Händler zudem die Gewinnwarnung des US-Einzelhandelskonzerns Wal-Mart. Damit habe ein weiterer großer US-Konzern eine Hiobsbotschaft verbreitet. Das Bild verdüstere sich zusehendes. "Die Märkte haben zu Jahresbeginn etwas von der Hoffnung auf die Konjunkturpakete profitiert, doch nun kommt die Ernüchterung", sagte ein Händler.
Die Zinssenkung der Bank of England (BoE) um 50 Basispunkte auf nun 1,5% lieferte keinen Impuls. Im Vorfeld war teilweise mit einem größeren Zinsschritt gerechnet worden.
Schwache Konjunkturdaten aus Europa
Die Wirtschaftsdaten in der Eurozone fielen schwach aus. Die Wirtschaftsstimmung im Euroraum hat sich vor dem Hintergrund der weltweiten Konjunkturabkühlung im Dezember 2008 erneut drastisch eingetrübt. Der am Berichtstag von der EU-Kommission veröffentlichte Sammelindex zur Einschätzung der wirtschaftlichen Entwicklung sank auf 67,1 Punkte von 74,9 im Vormonat. Damit lag der Index zur Wirtschaftsstimmung zum Jahresende auf einem historischen Tiefststand. Die Talfahrt bei den Auftragseingängen der deutschen Industrie hielt an und die deutschen Außenhandelsdaten zeigten einen regelrechten Kollaps der Exporte.
Gewinnmitnahmen bei Minenwerten
Die Minenwerte verloren im Schnitt 3,8%. Die kurzfristige Rally zum Jahresstart sei damit zu Ende, die erreichten Kurse würden zu Gewinnmitnahmen genutzt, hieß es aus dem Handel. Die Nachfrage nach vielen Metallen sei eingebrochen, zwischenzeitlich aufgebaute Bestände müssten bei einem Anspringen der Wirtschaft erst einmal abgebaut werden.
Rio Tinto fielen um 4,5% auf 1.730 p. Das Unternehmen hatte eine niedrigere Nachfrage der Stahlproduzenten gemeldet und will die Produktion in einer bedeutenden Mine in Australien um 15% reduzieren. BHP Billiton verloren 3,2% auf 1.292 p.
Finanzwerte durch Allianz und Commerzbank im Zentrum der Aufmerksamkeit
Die Bankenwerte fielen um Schnitt um 1%, der Versicherungssektor sank um 1,8%. Im Zentrum standen dabei Allianz und Commerzbank. Nachdem zuvor schon Informationen durchgesickert waren, teilte die Frankfurter Bank am späten Nachmittag mit, dass ihr vom Sonderfonds Finanzmarktstabilisierung (SoFFin) 10 Mrd EUR zusätzliches Eigenkapital zur Verfügung gestellt wird. Dazu gibt sie rund 295 Mio Stammaktien aus und erhält eine stille Einlage über rund 8,2 Mrd EUR. Als Preis pro Aktie wurden 6 Euro vereinbart. Die Kernkapitalquote der Bank soll damit rund 10% erreichen. Nach der Transaktion halte der Bund 25% plus eine Aktie an der neuen Commerzbank.
Man sei im Handel erstaunt, um nicht zu sagen schockiert über die aktuelle Entwicklung, meinte ein Marktteilnehmer. Letztlich sei der plakative Begriff "Verstaatlichung" bei der Commerzbank nicht unangebracht. Anscheinend habe das Institut zunächst nicht genau gewusst, auf was es sich bei der Dresdner Bank einlässt. Allianz verloren 5,4% auf 66,67 EUR, Commerzbank 13,8% auf 5,25 EUR.
Dagegen gewann die Royal Bank of Scotland 3,3% auf 50,60 p. Das Institut beabsichtigt, den Anteil an der Bank of China im Wert von rund 2 Mrd GBP zu verkaufen.
Titel der Einzelhändler durch Wal-Mart belastet
Die Einzelhandelswerte fielen im Schnitt um 2,1%. Naturgemäß sorgte hier die Gewinnwarnung von Wal-Markt für Verluste. "Damit bleiben wohl auch Unternehmen, die eigentlich als Profiteure der Krise galten, nicht verschont", meinte ein Marktteilnehmer. Zuvor hatte es vielfach geheißen, gerade Einzelhändler im unteren Preissegment könnten zu den Gewinnern einer erhöhten Sparsamkeit der US-Amerikaner gehören. Deutliche Verluste erlitten Metro, die um 5,9% auf 25,90 EUR nachgaben. Hier drückte auch eine Senkung des Kursziels durch Cheuvreux.
Europäische Schlussindizes am Donnerstag, den 8. Januar:
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Index Schluss- Veränd. Veränd. Veränd.
stand abs. in % seit Jahresbeginn
DJ Europe EuroSTOXX50 2519,06 -19,49 -0,77 +2,76
STOXX 50 2171,10 -13,00 -0,60 +5,11
STOXX 600 208,69 -1,62 -0,77 +5,99
London FTSE 100 4505,37 -2,14 -0,05 +1,61
Frankfurt Xetra DAX 4879,91 -57,56 -1,17 +1,45
Paris CAC40 3324,33 -21,76 -0,65 +3,31
Amsterdam AEX 264,59 -0,45 -0,17 +7,58
Athen ASE 1913,60 -7,13 -0,37 +7,11
Brüssel BEL-20 1976,57 -21,34 -1,07 +3,56
Kopenhagen KFX 272,14 1,07 0,39 +9,86
Dublin ISEQ 2641,12 19,56 0,75 +12,71
Helsinki HEX 5603,36 -178,12 -3,08 +3,70
Istanbul IMKB-100 26210,37 -1682,28 -6,03 -2,43
Lissabon PSI General 2185,71 -7,06 -0,32 +5,41 Jan 7
Madrid IBEX 35 9469,50 -100,50 -1,05 +2,98
Mailand S&P/MIB 20630 24 0,02 +6,01
Oslo OBX Stock 286,99 1,71 0,60 +6,21
Prag PX 874,50 -5,10 -0,58 +1,90
Moskau RTS 631,89 6,47 1,03 Unch Dec 31
Wien ATX 1869,52 -29,86 -1,57 +6,78
Zürich SMI 5751,07 -10,62 -0,18 +3,91
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