Der Schweizer Aktienmarkt hat den Handel am Donnerstag bei unterdurchschnittlichem Volumen mit einer knapp behaupteten Tendenz beendet. Über weite Strecken notierte der Standardwerte-Index wegen anhaltender Konjunktursorgen deutlich im Minus. Der Aktienmarkt erholte sich jedoch im Zuge der Stabilisierung der US-Indizes im späten Handel deutlich, schaffte jedoch den Sprung in die Gewinnzone nicht ganz.
"Nach einem guten Anfang dieses Jahr liegt es auf der Hand, dass wieder Ernüchterung Eintritt", beschrieb ein Marktbeobachter den negativen Handelsverlauf. An der allgemeinen Wirtschaftslage habe sich nichts verändert und Anzeichen dafür, dass die Konjunktur einen Boden gefunden habe, gebe es nicht.
Neueste Konjunkturdaten aus der Eurozone bestärkten denn auch die Pessimisten am Markt. So ist die Wirtschaftsstimmung im Dezember auf ein neues Tief gesunken und der Geschäftsklimaindex auf den tiefsten Stand seit Januar 1985 abgerutscht.
Als zusätzliche Belastung erweise sich die Gewinnwarnung des US-Einzelhandelsunternehmens Wal-Mart. Die besser als erwartet ausgefallenen Daten zu den US-Erstanträgen auf Arbeitslosenhilfe stützen dagegen leicht. Die Zinssenkung der Bank of England um 50 Basispunkte auf nun 1,5 Prozent lieferte dagegen keinen Impuls für den Aktienmarkt.
Der SMI
Versicherungstitel zählten zu den größten Verlieren, allen voran
Baloise
Die Bankaktien Credit Suisse
Deutlich Abwärts ging es bei SGS
Petroplus (-4,2 Prozent auf 23,88 Franken) litten unter einem Brand in der Raffinerie Ingolstadt. Das Feuer konnte zwar rasch unter Kontrolle gebracht werden, Analysten erwarten dennoch im ersten Quartal 2009 negative Auswirkungen auf die Geschäftsentwicklung des Unternehmens.
ABB (-2,8 Prozent auf 15,90 Franken) gaben ebenfalls überdurchschnittlich nach. Der Industriekonzern hat ein bisher zu 21 Prozent gehaltenes Gemeinschaftsunternehmen in Finnland vollständig übernommen. Auf Geberit (-1,2 Prozent auf 121,80 Franken) lastete eine Kurszielsenkung von Morgan Stanley.
Kühne + Nagel (-3,1 Prozent auf 71,05 Franken) litten unter
einer Kurszielsenkung durch Morgan Stanley. Für den SPI
Auf der Gewinnerseite standen die defensiven Novartis
Spitzenreiter waren Syngenta
Im breiten Markt standen Emmi (+2,0 Prozent) im Interesse der Anleger. Die Milchverarbeiterin hat die Übernahme des US-Käsespezialisten Roth Käse bekannt gegeben. Damit verdoppelt das Unternehmen seinen Umsatz im amerikanischen Geschäft.
Walter Meier (-4,0 Prozent) kündigte erneut Änderungen in der Konzernstruktur an und will die Konzernleitung ausbauen. Noch größere Einbussen gab es bei Meyer Burger (-10,8 Prozent) nach den am Vortag angekündigten Kapazitätsanpassungen./ps/uh/AWP/gr
AXC0161 2009-01-09/18:22
