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25.05.2009 08:37

China: Militärische Bedrohung?

geht von China eine militärische Bedrohung aus? Die Frage ist für uns Anleger in diesen unruhigen Zeiten sehr wichtig. Denn etwaige Kriege in der Region hätten natürlich heftige Ausschläge an allen Börsen zur Folge.

Widmen wir uns heute also etwas der Geopolitik.

Sie wissen, über die Volksrepublik schwirren eine Menge Mythen herum. Die Tatsache, dass das Land trotz weltweiter Rezession ein robustes Wachstum von rund 6% aufweist und erst vor kurzem Deutschland als drittgrößte Wirtschaftsmacht ablöste, hat bei einigen Beobachtern ungute Gefühle ausgelöst.

Viele Menschen sehen China mitunter sogar als militärische Bedrohung an. Mit diesen Mythen möchte ich heute aufräumen.


Mythos 1: Chinas Militär fordert die USA heraus

Trotz ihres schnellen Aufstieges an der Spitze der Welt-Wirtschaftsmächte hat die Volksrepublik stets ihre Friedfertigkeit betont. Selbst mit den USA gibt es mehr Zusammenarbeit als Rivalität - das zeigt sich an der günstigen Lohnfertigung im Hightech-Sektor.

Außerdem hat sich China durch den Kauf von US-Staatsanleihen als stabilisierende Kraft präsentiert. Heute belaufen sich die chinesischen Rüstungsausgaben nach Schätzungen des Pentagon auf umgerechnet 110 Milliarden $. Das ist rund ein Sechstel der US-Summe von 693 Milliarden $.

Denn China hat aus den Fehlern Moskaus gelernt - wirtschaftliche Stärke ist weit wichtiger als militärische Macht.


Mythos 2: China will ein Weltreich aufbauen

Immer wieder höre ich von Leuten, die China noch nicht so gut kennen, die Sorge, China wolle sich in Asien als neue Ordnungsmacht aufspielen. Natürlich sorgt sich die Volksrepublik um ihren Hinterhof und duldet in ihrer Nachbarschaft keine Bedrohung. China legt den Fokus jedoch auf Kooperation mit anderen Ländern. Das drückt sich durch eine - natürlich nicht uneigennützige - Wirtschaftshilfe für die Nachbarn aus. Chinas Stoßrichtung liegt eindeutig in der Sicherung der eigenen Rohstoffreserven - sonst nichts.

Und selbst die offene Zusammenarbeit mit fragwürdigen Staaten wie Burma, Iran oder Nordkorea nutzt Beijing für den Westen eher positiv - so reißt der Gesprächsfaden mit diesen Diktatkuren nicht ab.


Mythos 3: China will Taiwan angreifen

China hofft natürlich darauf, dass Taiwan irgendwann wieder Teil des Mutterlandes wird. Die Volksrepublik begrüßt daher das vom taiwanesischen Präsidenten Ma Ying-jeou eingeleitete Tauwetter mit Beijing. Von Aggression kann aber keine Rede sein: Im vergangenen Jahr gab es so viele Schritte der Annäherung wie nie, seit sich die Insel im Jahr 1950 von der Volksrepublik lossagte.

Die Wirtschaftskrise spielt dabei der Regierung in Beijing in die Hände: Da die beiden wichtigsten Handelspartner von Taiwan - die USA und Japan - selbst Probleme haben, muss automatisch die Volksrepublik einspringen.

Fazit: Ich kann derzeit wahrlich keine Anzeichen dafür erblicken, dass sich China militärisch austoben will oder gar nur seine Muskeln spielen lässt. Außer dem Tibet-Konflikt und den Unruhen in den islamischen Westprovinzen ist alles ruhig im Land des großen Drachen. Somit besteht auch für die Börsen und unsere Investments keine Gefahr - und China bleibt ein interessanter Ort für Anleger.

Herzlichst,

Ihr Heiko Seibel




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