Deutschland will weniger
Eurofighter-Kampfjets als geplant kaufen und damit zusätzliche
Milliardenausgaben für die Bundeswehr verhindern. Aus einem der
Deutschen Presse-Agentur dpa am Dienstag in Berlin vorliegenden
Papier des Finanzministeriums geht hervor, dass die vor zwölf Jahren
vereinbarte Bestellung von 180 Eurofightern bei dem
Industriekonsortium um EADS
Inoffiziell verlautet aus der Bundeswehr seit längerem, dass die Luftwaffe angesichts der veränderten Einsatzbedingungen auch nicht alle 180 Kampfflugzeuge, sondern dringender mehr Transportmaschinen und -hubschrauber brauche. Offiziell erklärte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums am Dienstag, dass die Bundeswehr weiter "operationellen Bedarf an 180 Jets hat, da Deutschland internationale Verpflichtungen wie für die NATO-integrierte Luftverteidigung zum Beispiel im Baltikum eingegangen ist".
NUR 31 FLIEGER
Nach der Beschlussvorlage des Finanzministeriums für die Sitzung des Bundestags-Haushaltsausschusses in der nächsten Woche soll dennoch die letzte Tranche der noch ausstehenden 68 Maschinen aufgeteilt werden. So sollen nun die Industrieverträge für nur 31 Kampfflugzeuge unterzeichnet und eine Entscheidung über die restlichen 37 erst im Jahr 2012 getroffen werden. Die Regierung bemüht sich um den Export dieser Jets in andere Länder.
Der Eurofighter wird gemeinsam von Deutschland, Großbritannien,
Spanien und Italien entwickelt. An dem Bau sind unter anderem der
europäische Luft- und Raumfahrtkonzern EADS und das britische
Rüstungsunternehmen BAE Systems
HAUSHALTSPROBLEME
Der SPD-Abgeordnete Hans-Peter Bartels sagte, der Bundeshaushalt habe "jetzt viele Probleme zu bewältigen, die nichts mit der Bundeswehr zu tun haben". Weitere Eurofighter wären nicht zu finanzieren. "Nachforderungen von mehr als 3 Milliarden Euro für die volle Stückzahl von 1997 sind illusorisch." Unter den heutigen sicherheitspolitischen Rahmenbedingungen seien 143 Eurofighter für die Luftwaffe auch genug./du/DP/stw
ISIN NL0000235190 GB0002634946
AXC0230 2009-06-09/21:31
