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EZB lässt Leitzinsen wie erwartet unverändert

DJ EZB lässt Leitzinsen wie erwartet unverändert

FRANKFURT/LUXEMBURG (Dow Jones)--Die Europäische Zentralbank (EZB) hat das Niveau ihrer Leitzinsen am Donnerstag bei der auswärtigen Ratssitzung in Luxemburg wie erwartet bestätigt. Damit bleibt der Hauptrefinanzierungssatz unverändert bei 1,00%, wie die EZB am frühen Nachmittag mitteilte. Der Einlagen- und Spitzenrefinanzierungssatz betragen weiterhin 0,25% bzw. 1,75%. Anfang Mai hatte die Notenbank ihren Hauptrefinanzierungssatz noch um 25 Basispunkte gesenkt, danach aber die geldpolitische Ausrichtung als "angemessen" bezeichnet.

Die EZB-Leitzinsen notieren inzwischen auf historischen Tiefständen, nachdem der Hauptrefinanzierungssatz seit Oktober vergangenen Jahres um 325 Basispunkte gesenkt worden ist. Die Notenbank hat damit nach Einschätzung fast aller professionellen EZB-Beobachter das Ende im gegenwärtigen Zinssenkungszyklus erreicht. Eine geldpolitische Wende ist aber den meisten Experten zufolge nicht vor dem dritten oder vierten Quartal des kommenden Jahres zu erwarten.

Zudem werden vorerst auch keine weiteren "unkonventionellen" geldpolitischen Maßnahmen erwartet, nachdem die EZB auf dieser Ebene vor zwei Monaten eine Reihe Aufsehen erregender Beschlüsse, darunter Covered-Bond-Käufe über 60 Mrd EUR und eine Ausweitung der Laufzeit von Langfristtendern auf ein Jahr, gefällt hatte. So erklärte auch Bundesbankpräsident und EZB-Ratsmitglied Axel Weber Mitte Juni, dass es gegenwärtig nicht die Notwendigkeit weiterer Politikmaßnahmen gebe.

EZB-Präsident Jean-Claude Trichet dürfte damit bei seiner Pressekonferenz (ab 14.30 Uhr) die aktuelle Politik abermals als "angemessen" bezeichnen und sich auch zurückhalten mit konkreteren Ausführungen zur Strategie für einen Ausstieg aus der sehr expansiven Politik. Allerdings ist nach Auffassung vieler Beobachter wahrscheinlich, dass Trichet den Druck auf die Geschäftsbanken erhöhen wird, damit diese die bisherigen EZB-Zinssenkungen ebenso an Unternehmen und Verbraucher weitergeben wie die von der Notenbank reichlich zur Verfügung gestellte Liquidität.

Vor allem nachdem die EZB in der vergangenen Woche mit Hilfe ihres ersten einjährigen Refinanzierungsgeschäfts fast 450 Mrd EUR zu 1,00% an die Banken verliehen hat, sind die Forderungen aus Politik und Wirtschaft lauter geworden, die Kreditinstitute mögen die Kreditvergabe erhöhen. Bisher ist allerdings ein Großteil der Mittel in die Einlagenfazilität der EZB geflossen, wo sie mit lediglich 0,25% verzinst werden und den Banken als Risikopuffer gegen mögliche weitere Wertpapier- und Kreditabschreibungen dienen.

Mit Blick auf die konjunkturelle Lage dürfte Trichet zudem zwar eine weitere Verbesserung der konjunkturellen Klimaindikatoren konstatieren, aber dennoch auf die anhaltend hohe Unsicherheit bezüglich der wirtschaftlichen Entwicklung hinweisen. So ist es auch bisher kaum zu einer Verbesserung bei den "harten" Konjunkturdaten gekommen und die Wirtschaft der Eurozone dürfte nach Einschätzung von Bankvolkswirten im zweiten Quartal abermals deutlich geschrumpft sein.

Zudem dürfte Trichet an der Erwartung festhalten, dass sich die Inflation in der Eurozone vorerst im negativen Bereich bewegen wird, echte Deflationsrisiken damit aber nicht verbunden sind. Anfang Juni hatte der EZB-Präsident in diesem Zusammenhang erklärt, dass die Teuerung im weiteren Jahresverlauf wieder steigen werde. Zudem sieht die EZB die Inflationserwartungen fest verankert im Bereich von knapp 2% Teuerung, den sie vereinbar mit Preisstabilität hält. Im Juni waren die Verbraucherpreise in der Eurozone auf Jahressicht um 0,1% gefallen.

-Von Peter Trautmann, Dow Jones Newswires, +49 (0) 69/297 25-313, 
   peter.trautmann@dowjones.com 
   DJG/ptt 
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(END) Dow Jones Newswires

July 02, 2009 07:46 ET (11:46 GMT)

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© 2009 Dow Jones News
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