Essen (ots) - Politik hat gelegentlich ihre eigene, verquere Logik. Wie die entsprechenden Ergebnisse aussehen können, das ist derzeit in Thüringen zu besichtigen. Dort waren drei Spitzenkandidaten angetreten, die sich Chancen auf den Posten des Ministerpräsidenten ausrechneten - nun sieht es so aus, als würde keiner aus diesem erlauchten Kreis demnächst als Chef in die Erfurter Staatskanzlei einziehen können. Amtsinhaber Dieter Althaus stürzte bei der Wahl mit seiner CDU um zwölf Prozentpunkte ab und trat zurück; auf der anderen Seite konnten sich die beiden Herausforderer Bodo Ramelow von der Linkspartei und der Sozialdemokrat Christoph Matschie aber nicht auf eine Regierung mit dem jeweils anderen an der Spitze einigen. Derzeit läuft die hektische Suche nach einem Kompromisskandidaten, mit dem beide Parteien leben können. Wer auch immer mit wem in Thüringen in konkrete Koalitionsverhandlungen eintritt - sie werden dann wieder im Brustton der Überzeugung verkünden, Sachfragen seien die wichtigsten; schließlich gehe es um das Wohl des Landes und nicht um Personen, Ämter und Macht. Dabei ist es doch genau andersherum.
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