Essen (ots) - Wer kannte schon Bilbao, bevor Frank Gehry der spanischen Unbekannten das grandiose Guggenheim-Museum entwarf? Und weil seitdem die Touristen strömen, um Architektur und Kunst zu bestaunen, spricht man inzwischen vom Bilbao-Effekt. Dubai ist, so gesehen, nichts anderes als eine Vervielfältigung des Bilbao-Effekts. Natürlich ist das Emirat eines der größten Handelszentren Asiens, verfügt es über beachtliche Erdölreserven. Da die jedoch endlich sind, setzte der Emir schon früh auf eine neue, Dollar-verheißende Einnahme-Quelle, auf den Tourismus. Man baute Skipisten in die Wüste, künstliche Palmen ins Meer, und das Konzept "immer höher, immer spektakulärer" schien aufzugehen. Schien! Nun wird der Burdj Dubai, der mit über 800 Metern höchste Turm der Welt, eröffnet, doch die Welt zu seinen Füßen, Dubais Ökonomie, ist zusammengebrochen. Es ist, als ob die im Turmbau zu Babel versinnbildlichte Selbstüberhebung des Menschen ein neues, ein modernes Symbol erhalten hätte. Der Aufstieg Dubais ist zumindest unterbrochen, seine Immobilienpreise sind um 50 Prozent geschrumpft.
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