DJ UPDATE: Konsortium um Genii legt GM überabeitetes Saab-Gebot vor
(NEU: Bestätigung, weitere Details, Hintergrund)
Von Karl Bruze DOW JONES NEWSWIRES
STOCKHOLM (Dow Jones)--Ein Konsortium um die Luxemburger Investmentfirma Genii Capital, den Formel-1-Boss Bernie Ecclestone und dem schwedischen Unternehmer Lars Carlstrom hat dem US-Automobilkonzern General Motors (GM) ein überarbeitetes Angebot für die schwedische Traditionsmarke Saab vorgelegt. Neben Details zur Finanzierung habe die Investorengruppe GM darin unter anderem dargelegt, wie sie den langfristigen Erfolg von Saab sichern wolle, sagte Carlstrom am Mittwoch. Eine Reaktion von GM auf das Gebot werde noch vor dem Wochenende erwartet.
Am gestrigen Dienstag hatte der niederländische Sportwagenhersteller Spyker Cars bekannt gegeben, eine Einigung mit GM bei offenen Fragen zum Kauf von Saab zu suchen. Auch Spyker-CEO Victor Muller hatte erklärt, er rechne bis zum Ende dieser Woche mit einer endgültigen Entscheidung von GM.
Die Hoffnung auf eine Rettung für die schwedische Traditionsmarke in letzter Minute waren am vergangenen Freitag gesunken. Der US-Automobilhersteller hatte externe Berater mit dem Beginn der Abwicklung von Saab beauftragt.
Am gestrigen Dienstag bestätigte GM dann, dass sie noch immer damit beschäftigt sei, eingegangene Gebote für Saab zu prüfen. Dies geschehe, obwohl schwedische Behörden bereits Stephen Taylor und Peter Torngren als Aufsichtspersonen für die Abwicklung ernannt hätten. Sie ersetzten mit sofortiger Wirkung den Board und den CEO, um die Abwicklung zu überwachen, teilte GM weiter mit. Die Abwicklung werde mehrere Monate dauern.
GM sucht seit Januar 2009 einen Käufer für ihre defizitäre Tochter. Der Verkauf des schwedischen Herstellers aus Linköping im Süden Schwedens galt als ein wichtiger Baustein für die Sanierung von GM. Doch der US-Konzern hatte Schwierigkeiten, die Transaktion zu besiegeln: Im vergangenen November hatte der skandinavische Supersportwagen-Hersteller Koenigsegg die eigentlich bereits abgemachte Übernahme abgesagt.
Daraufhin hatte der Konzern aus Detroit Saab eine Gnadenfrist bis zum Jahresende 2009 gesetzt und die Abwicklung angekündigt, sollte bis dahin keine Lösung absehbar sein. Mitte Dezember hatte GM einige Vermögenswerte von Saab - unter anderem das geistige Eigentum an den zwei Limousinen 9-3 und 9-5 - an den chinesischen Hersteller Beijing Automotive Industry Holding Co (BAIC) verkauft. Saab beschäftigt derzeit noch 3.400 Mitarbeiter.
Webseiten: www.saab.com
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