Die Deutsche Börse
Die Aktie reagierte am Mittwoch moderat negativ auf diese Nachrichten und sank um 0,58 Prozent auf 54,66 Euro. Gestützt wurde sie unter anderem von einem Kommentar des Merrill-Lynch-Analysten Martin Price. Da es sich bei der ISE-Abschreibung nur um einen Einmaleffekt handele und die Deutsche Börse zudem für 2009 eine stabile Dividende in Aussicht stelle, ändere die Mitteilung nichts an seiner positiven Einschätzung der Aktie, schrieb Price. "Wir glauben weiterhin daran, dass die Deutsche Börse gut aufgestellt ist, aus einer zyklischen Erholung der Handelsvolumina und aus dem strukturellen Wachstum im Derivate-Segment und den Dienstleistungen im Nachhandel Kapital zu schlagen."
STABILE DIVIDENDE
Auf den Konzernüberschuss 2009 wirkt sich die Abschreibung nach Angaben der Deutschen Börse nicht in voller Höhe aus, da sie teilweise durch verringerte Steuerverbindlichkeiten auf diese Vermögenswerte in Höhe von 180 Millionen Euro ausgeglichen wird. Der Jahresgewinn dürfte daher mit rund 200 Millionen Euro belastet werden, hieß es. Die Dividende soll auf dem Vorjahresniveau bleiben und 2,10 Euro je Aktie betragen.
Die Dividendenhöhe hält der Vorstand wegen eines starken Mittelzuflusses aus dem operativen Geschäft für vertretbar, trotz gesunkener Handelsvolumina an den Aktien- und Terminmärkten. Allerdings müsse der Aufsichtsrat dem Vorschlag noch zustimmen.
KREDITRATING SCHÜTZEN
Zudem hob der Marktbetreiber hervor, dass wichtige Kennzahlen für das Kreditprofil des Unternehmens, wie der Zinsdeckungsgrad, von den Abschreibungen nicht beeinflusst würden. Ein Ziel der Deutschen Börse ist, stets einen Zinsdeckungsgrad in Höhe von 16 sicherzustellen, um ihr sehr gutes "AA"-Kreditrating für die auch als Bank operierende Tochter Clearstream nicht zu gefährden. Das bedeutet, dass die Deutsche Börse einem Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) erwirtschaften muss, das 16 mal höher ist als der Zinsaufwand, den die Börse für ihren Kreditabtrag aus dem Kauf der US-Börse ISE begleichen muss.
Ein Händler an der Börse zeigte sich von den Abschreibungen
wenig überrascht: "Die Belastung für die Deutsche Börse kommt nicht
ganz unerwartet, nachdem bereits der transatlantische Marktbetreiber
NYSE Euronext
ISIN DE0005810055
AXC0091 2010-01-20/12:07
