Die Aktien der Deutschen Börse
Dabei wurde vor allem auf die so genannte "Volcker-Regel" zur Eigenhandelsbeschränkung von Banken verwiesen. Diese Regel, benannt nach dem ehemaligen US-Notenbankchef Paul Volcker, verlangt nicht nur eine Beschränkung der Größe von Banken und anderen Finanzinstituten, sondern auch der Reichweite. Gehe es nach Obama, solle künftig sichergestellt werden, dass keine Bank Handel allein im eigenen Auftrag betreibt. Eigenhandel solle zwar nicht generell verboten werden solle, sondern nurmehr im Interesse oder Auftrag von Kunden erlaubt sein, sagte ein Börsianer.
Analyst Martin Price von Merrill Lynch verwies darauf, dass bei der Deutschen Börse allein an der Derivatebörse Eurex rund 20 Prozent der Umsätze dem Eigenhandel von Banken und Finanzinstituten zuzurechnen sind. Die Hälfte hiervon werde wiederum getätigt von großen institutionellen Anlegern, die direkte Mitglieder der Börsenplattform sind. Auf der Plattform der US-Börsentochter ISE zählten rund zehn Prozent des Umsatzes zum Eigenhandel von Finanzinstituten.
Alles in allem stelle sich die Frage und Herausforderung, wie der Eigenhandel von Aufträgen im Geschäft mit Kunden getrennt werden könne, so Price. Zudem sei unklar, wie andere Länder darauf reagieren werden. Beispielsweise seien Arbitrage-Geschäfte möglich, wenn es zu einer einseitigen Regulierung in den USA komme. "Das könnte möglicherweise zugunsten der Börsen in Europa laufen." Erst einmal aber herrsche noch jede Menge Unklarheit darüber, ob die Regeln eingeführt würden, und falls ja in welcher Form und welchem Zeithorizont. Er beließ die Deutsche-Bank-Aktie auf "Buy" mit einem Kursziel von 65,00 Euro.
Kurzfristig dürften die Pläne über die Regulierung des Eigenhandels Druck auf die Aktie bringen, urteilte Analyst Martin Peter von der LBBW. Das US-Geschäft über die ISE trage aber nur zu etwa 12 Prozent zum Umsatz der Konzerngruppe bei, was den direkten Einfluss limitere. Zudem sei in Europa nach der Krise bereits ein drastischer Rückgang in den Volumina spürbar, sagte Peter und verwies auf interne Regelungen der Banken zum Eigenhandel. Er zweifele daher daran, dass es einen weiteren deutlichen Rückgang bei den derzeitigen Handelsvolumina geben wird, und rät daher in Schwächephasen der Deutsche-Börse-Aktie zum Aufbau von Positionen. Peter stuft die Papiere mit "Buy" und einem Kursziel von 66,00 Euro ein./ck/gl
ISIN DE0005810055
AXC0080 2010-01-22/13:31
