DJ UPDATE2: EU untersucht Siemens und andere Elektronikausrüster
(NEU: Kommentar von Areva)
Von Peppi Kiviniemi und Matthias Karpstein DOW JONES NEWSWIRES
BRÜSSEL (Dow Jones)--Die Europäische Kommission hat Ende Januar mit der Untersuchung mehrerer Elektronikausrüster begonnen, darunter die Siemens AG. "Wir können bestätigen, dass es Untersuchungen der EU-Kommission gab", sagte ein Sprecher auf Anfrage. Siemens kooperiere vollumfänglich mit den Behörden. Betroffen sind Hersteller von flexiblen Wechselstrom-Übertragungssystemen, so genannten FACTS, wie die Kommission am Mittwoch mitteilte. Sie stünden im Verdacht, Kartelle gebildet zu haben.
Für die Untersuchung gebe es keine definitive Frist. Sollte sich der Verdacht gegen ein Unternehmen bestätigen, kann die EU-Kommission eine empfindliche Strafe aussprechen. Diese kann bis zu 10% des weltweiten Jahresumsatzes betragen.
Der schweizerische Technologiekonzern ABB bestätigte am Mittwoch Untersuchungen der EU-Kommission. Die Behörde habe Büros in Schweden durchsucht, teilten die Züricher mit. Der Kommission sicherte ABB volle Unterstützung zu.
Bereits im September 2009 hatte die neuseeländische Wettbewerbsbehörde (Commerce Commission) beim Münchener DAX-Konzern eine Untersuchung zu möglichen Kartellrechtsverstößen auf dem Gebiet der flexiblem Stromübertragungsysteme eingeleitet, wie das Unternehmen Anfang Dezember mitgeteilt hatte. Ende Januar erklärte Siemens, die Untersuchung betreffe mögliche Kartellrechtsverstöße in Neuseeland und den USA, die EU-Kommission habe dazu im Januar 2010 eine Untersuchung eingeleitet.
Eine Sprecherin des US-Konzerns General Electric (GE) wollte auf Anfrage von Dow Jones Newswires keinen Kommentar dazu abgeben, ob auch GE von den Untersuchungen betroffen ist. Bei der französischen Areva hat man keine Kenntnis von möglichen Untersuchungen der Geschäftsräume, wie es vom Konzern hieß. Alstom war zunächst nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.
Siemens und ABB standen schon einmal im Visier der europäischen Kartellwächter. Im Jahr 2007 musste der Münchener DAX-Konzern wegen Preisabsprachen das bis dahin höchste Bußgeld eines einzelnen Unternehmens an die Europäische Union zahlen. Damals ging es um den Vorwurf, dass sich die Unternehmen jahrelang bei gas-isolierten Hochspannungsschaltanlagen abgesprochen haben. Insgesamt summierten sich die Strafzahlungen an die EU-Kasse auf 750,7 Mio EUR. Damals war ABB straffrei ausgegangen, weil der schweizerische Konzern Brüssel über die Absprachen informiert hatte.
Webseite: http://ec.europa.eu - Von Peppi Kiviniemi, Dow Jones Newswires, +49 (0)69 29725 104, unternehmen.de@dowjones.com DJG/DJN/ebb/kla/jhe/mak/brb
(END) Dow Jones Newswires
February 03, 2010 11:29 ET (16:29 GMT)
Copyright (c) 2010 Dow Jones & Company, Inc.

