DJ XETRA-MITTAG/Leichter - Schwacher ifo-Index drückt Aktienkurse
FRANKFURT (Dow Jones)--Nach einem überraschend schwachen ifo-Index im Februar sind die Kurse am deutschen Aktienmarkt am Dienstagmittag unter die Räder gekommen, wenn auch mit etwas zeitlichem Abstand zur Veröffentlichung. Der DAX hält die Gewinne vom Handelsstart nicht und verliert gegen 13.27 Uhr 0,7% oder 40 Punkte auf 5.648. Auch der Euro hat in Folge der ifo-Zahlen zu Dollar und Yen kräftig Federn gelassen.
Nach zehn Anstiegen in Folge hat der ifo-Geschäftsklimaindex im Februar erstmals wieder nachgegeben. Das Stimmungsbarometer der gewerblichen Wirtschaft ist im Februar auf 95,2 Punkte gesunken und hat damit die Erwartungen verfehlt. Die Gemeinschaftswährung handelt am Mittag bei 1,3565 USD und wertet damit im Zuge der ifo-Daten um mehr als 1 US-Cent ab.
Technisch ist der DAX bei 5.624 Punkten unterstützt, bei 5.753 Punkten liegt ein Widerstand. Für weitere Impulse dürften im Tagesverlauf Konjunkturdaten aus den USA sorgen. Am Nachmittag stehen der Case-Shiller-Hauspreisindex sowie der Index des Verbrauchervertrauens auf der Agenda.
Unter Abgabedruck stehen vor allem Aktien des Bankensektors. "Der ifo hat die Hoffnungen auf eine schnellere Erholung zunichte gemacht und mit den Zahlen der Commerzbank und der österreichischen Raiffeisen International ist die Angst vor unbekannten Abschreibungen oder Risikovorsorgen wieder gestiegen", sagt ein Händler. In Wien brechen Raiffeisen International um 10% ein.
Dies treibe die Risikoprämien im Sektor nach oben und sorge für Verkäufe, berichten Händler. Commerzbank verlieren 6,5% auf 5,64 EUR, Deutsche Bank liegen mit 2,6% auf 46,51 EUR im Minus. Lediglich die im MDAX notierten Papiere der Aareal Bank können nach der Vorlage solider Quartalszahlen dem Trend trotzen und gewinnen 3,1% auf 14,50 EUR.
Merck KGaA sind mit einem Minus von 6,7% auf 60,14 EUR schwächster Wert im DAX. Das Unternehmen hat sein Zahlenwerk für das abgelaufene Geschäftsjahr vorgelegt. Vor allem die überraschende Dividendensenkung stößt neben den als schwach bezeichneten Ergebnissen im Handel auf Enttäuschung. Ulrich Huwald von M.M. Warburg bemängelt zudem einmalige Aufwendungen im Pharmageschäft des Konzerns.
Adidas geben um 3% nach auf 36,05 EUR. Händler berichten von Gerüchten, das Unternehmen könne die eigenen Schätzungen herunternehmen und rufe daher Analysten an. Acht von Dow Jones Newswires befragte Analysten sagten jedoch, nicht vom Unternehmen kontaktiert worden zu sein. Nach schlechten Zahlen von Puma seien solche Gerüchte zu erwarten gewesen. Puma büßen 2,8% auf 208,85 EUR ein.
Auf der dünn besetzten Gewinnerseite im DAX halten sich Lufthansa mit einem Plus von 0,5% auf 11,06 EUR relativ stabil. Nach der Aussetzung des Pilotenstreiks machen die Aktien einen Teil der Verluste vom Montag wieder wett.
In der zweiten Reihe steigen Continental nach Quartalszahlen um 4,1% auf 33,85 EUR. Positiv wird von Analysten die Entwicklung der Nettoverschuldung des Autozulieferers eingestuft. Unter der Schuldenlast habe das Unternehmen lange Zeit gelitten. Nun habe sich die Bilanzsituation entspannt.
Im TecDAX stehen unter anderem mit Solarworld, Phoenix Solar und Centrotherm Photovoltaics drei Solartitel auf der Verliererseite. Solarworld geben 5,7%, Phoenix 4,9% und Centrotherm 4,6% nach. Zuvor war bekannt geworden, dass sich Union und FDP über die künftige Solarförderung geeinigt haben. Q-Cells behaupten sich nach Vorlage von Geschäftszahlen mit plus 0,7%. SMA Solar reagieren mit einem Kurssprung auf die Bekanntgabe der Geschäftszahlen für das abgelaufene Jahr, die Aktie legt um 1,7% auf 87,30 EUR zu.
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February 23, 2010 07:29 ET (12:29 GMT)
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