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Dow Jones News · Mehr Nachrichten von Dow Jones News

UPDATE: Deutsche Börse legt neuen Sparplan auf

DJ UPDATE: Deutsche Börse legt neuen Sparplan auf

(Wiederholung vom Vorabend)

Von Rüdiger Schoß 
   DOW JONES NEWSWIRES 
 

FRANKFURT (Dow Jones)--Belastet von hohen Abschreibungen auf die US-Derivatetochter ISE ist die Deutsche Börse AG im vierten Quartal erwartungsgemäß in die Verlustzone geraten. Drei Jahre nach dem Start eines millionenschweren Umstrukturierungsprogramms will der DAX-Konzern nun mit einem neuen Sparplan die Kosten im laufenden Jahr um weitere 50 Mio EUR drücken. Zugleich sollen die Investitionen in Wachstumsinitiativen deutlich steigen, kündigte der Konzern am Dienstagabend in Frankfurt an.

Die Deutsche Börse reagiert auf die Belastung durch die Finanzmarktkrise mit einem Tritt auf die Kostenbremse. Ohne Berücksichtigung von rund 40 Mio EUR Rückstellungen für die Kosteninitiativen sollen die Kosten 2010 maximal 1,25 Mrd EUR betragen. Bisher hatte die Börse für 2010 eine Kostenprognose von 1,28 Mrd EUR ausgegeben. In der neuen Prognose enthalten sind die Aufwendungen für Wachstumsinitiativen, die im laufenden Jahr um mehr als 50% auf rund 100 Mio EUR steigen sollen.

Zu den geplanten Kosteninitativen gehört eine weitere Verschlankung der Führungsstruktur. Bislang beschäftigt die Börse bei insgesamt 3.300 Mitarbeitern rund 400 Führungskräfte. Zugleich will die Deutsche Börse, die im Rahmen ihres bisherigen Restrukturierungsprogramms positive Erfahrungen mit der Verlagerung von Geschäftsbereichen gemacht hatte, ein neues Standortkonzept entwickeln. Ein weiterer Umzug von Stellenkapazitäten werde geprüft, hieß es ohne Angaben von Details. Zugleich sollten Prozesse und Strukturen weiter optimiert werden.

Erstmals seit langer Zeit schloss die Deutsche Börse ein Quartal mit Verlust ab. Im vierten Quartal betrug das Minus nach Minderheiten 33 Mio EUR nach 222,4 Mio EUR Gewinn im Vorjahreszeitraum. Kräftige Umsatzrückgänge im Aktien- und Derivatehandel drückten den Umsatz auf 505,4 Mio von 609 Mio EUR. Der Nettozinsertrag der Tochter Clearstream gab auf 17,7 Mio von 57,6 Mio EUR nach.

Das EBIT betrug -166,3 Mio EUR nach 322,5 Mio EUR. Bereinigt um die Abschreibungen auf die US-Derivatetochter ISE ergibt sich ein EBIT von 249,3 Mio EUR. Das unverwässerte Ergebnis je Aktie lag bei -0,18 EUR nach 1,19 EUR im Vorjahresquartal. Von Dow Jones Newswires befragte Analysten hatten im Durchschnitt bei 504 Mio EUR Umsatz und mit einem Verlust je Aktie von 0,33 EUR gerechnet.

Im Januar hatte der Konzern bereits angekündigt, angesichts des schwachen Geschäftsverlaufs bei der Derivate-Tochter International Securities Exchange (ISE) werde er für 2009 rund 420 Mio EUR auf die US-Börse abschreiben. Die Abschreibungen drückten den Jahresüberschuss um 200 Mio EUR. 2009 betrug der Jahresüberschuss nur 496,1 Mio nach 1.033 Mio EUR.

"Das Geschäftsjahr 2009 war beeinflusst von den Auswirkungen der Finanzmarktkrise. Wir werden unsere klaren Stärken in den Bereichen Technologie, Risikomanagement-Dienstleistungen und Produktinnovation gezielt weiter ausbauen bei gleichzeitiger Fortsetzung eines straffen Kostenmanagements", sagte Vorstandsvorsitzender Reto Francioni.

2009 habe der Börsenbetreiber die eigene Kostenprognose von 1,28 Mrd EUR unterschritten, sagte Finanzvorstand Gregor Pottmeyer: "Die Kosten lagen bereinigt um die ISE-Wertminderung bei 1,264 Mrd EUR und damit unter dem Kostenziel für 2009. Wir reduzieren unsere Kostenprognose für 2010 ohne Berücksichtigung von Rückstellungen in Höhe von rund 40 Mio EUR für die heute angekündigten Kosteninitiativen auf maximal 1,25 Mrd EUR. Diese Prognose beinhaltet bereits die geplante Erhöhung der Aufwendungen für Wachstumsinitiativen um mehr als 50% auf rund 100 Mio EUR in 2010."

Wie bereits im Vormonat angekündigt, sollen die Aktionäre für das abgelaufene Jahr erneut 2,10 EUR Dividende je Aktie erhalten. Darüber hinaus sei "im Moment" keine weitere Ausschüttung in Form von Aktienrückkäufen vorgesehen, hieß es weiter.

Webseite: www.deutsche-boerse.de 
 
   - Von Rüdiger Schoß, Dow Jones Newswires, 
   +49 (0)69 29725 117, ruediger.schoss@dowjones.com 
 
   DJG/rso/kla 
 Dow Jones Newswires

February 17, 2010 00:45 ET (05:45 GMT)


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