DJ Arques geht im Gigaset-Streit auf Siemens zu - WamS
FRANKFURT (Dow Jones)--Im Streit um den Telefonhersteller Gigaset sendet der Finanzinvestor Arques nun versöhnliche Signale an seinen Partner Siemens. "Wir haben nie die Auseinandersetzung mit Siemens gesucht", sagte Arques-Vorstand Michael Hütten der "Welt am Sonntag". "Wir sind an einem konstruktiven Dialog mit Siemens interessiert und verschließen uns auch nicht einer vernünftigen Lösung." Siemens hält noch 19,8% an der früheren Tochter, die anderen 80,2% hatte der Konzern im Oktober 2008 an die Beteiligungsgesellschaft Arques verkauft.
In den vergangenen Monaten waren sich beide Gesellschafter uneins über Personalien, die Auslegung von Vertragsdetails und Geldforderungen. So hat Arques bisher nicht die erste Kaufpreisrate in Höhe von 15 Mio EUR bezahlt. Auch über eine eigentlich zugesagte Finanzhilfe in Höhe von 19,6 Mio EUR, die Arques an Gigaset überweisen sollte, liegen beide Unternehmen über Kreuz.
Arques-Vorstand Hütten deutete an, dass die Beteiligungsgesellschaft zu bestimmten Konditionen bereit sei, Gigaset wieder an Siemens abzutreten. "Wenn Siemens uns einen fairen Preis bietet, kann man ja darüber reden", sagte Hütten dem Blatt. "Es geht aber nicht, dass Gigaset für null Euro an Siemens zurückgeht."
Nach Informationen der "Welt am Sonntag" gibt es auch bei Siemens Überlegungen, sich bei Gigaset wieder verstärkt zu engagieren. Entweder indem der Konzern versuche, den Kaufvertrag mit Arques wegen der nicht gezahlten ersten Rate anzufechten. Oder indem Siemens sich mit Arques einigt, die Anteile schrittweise zu übernehmen. Falls Siemens den Telefonhersteller tatsächlich wieder unter seine Kontrolle bringen sollte, dürfte er ihn anschließend an einen neuen Käufer weiterreichen.
Eine Siemens-Sprecherin wollte den Bericht auf Anfrage von Dow Jones Newswires nicht kommentieren.
Gigaset ist nach eigenen Angaben Markführer in Europa und setzte im vergangenen Jahr rund 500 Mio EUR um. Bei dem Münchner Unternehmen, das schnurlose Telefone am Standort Bocholt produziert, sind 1.800 Mitarbeiter tätig. Der Streit zwischen Siemens und Arques war erst Anfang der Woche eskaliert, als der Finanzinvestor die Gigaset-Geschäftsführung neu besetzte. Siemens kritisierte öffentlich die Personalentscheidung.
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February 21, 2010 06:38 ET (11:38 GMT)
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