DJ Siemens hat Interessenten für Gigaset-Anteil von Arques - Kreise
MÜNCHEN (Dow Jones)--Im Streit mit dem Finanzinvestor Arques Industries um den gemeinsam geführten Telefonhersteller Gigaset zeichnet sich für den früheren Mutterkonzern Siemens eine Lösung ab. Wie Dow Jones Newswires von einer mit der Angelegenheit vertrauten Person erfuhr, haben zahlreiche Unternehmen gegenüber Siemens Interesse signalisiert, die von Arques gehaltene gut 80-prozentige Gigaset-Beteiligung zu übernehmen.
Zu den Interessenten gehöre auch die Gores Group. Dem US-Investor hat der Münchner DAX-Konzern Mitte 2008 die Mehrheit an Siemens Enterprise Communications (SEN) verkauft. Am Geschäft mit Telekommunikationslösungen hält Gores seither 51% und Siemens die restlichen 49%. Ein Gores-Sprecher war zunächst nicht zu erreichen.
Die Arques-Führung zeigt sich einem möglichen Einstieg von Gores gegenüber aufgeschlossen. "Wir sind offen für Gespräche mit Investoren, wenn sie einer Deeskalation und dem Unternehmen Gigaset dienen. Das gilt auch für Gespräche mit Gores", sagte Arques-Vorstandsvorsitzender Hans Gisbert Ulmke zu Dow Jones Newswires.
Mitte 2009 waren sich beide Investoren schon einmal handelseinig geworden. Damals hatte die Münchner Arques Industries AG das Breitbandgeschäft von Gigaset an die französische Gores-Tochter Sagem Communications verkauft. Wegen eines Einstiegs bei Gigaset habe Gores Arques aber noch nicht kontaktiert, sagte Ulmke. Auch andere Interessenten hätten sich bislang lediglich an Siemens gewandt.
Siemens und Arques liegen seit Monaten wegen ausstehender Zahlungen von Arques an den DAX-Konzern und an Gigaset über Kreuz. Siemens hat bereits einen Wechsel in der Gigaset-Geschäftsführung erwirkt. Arques reagierte bei Gigaset mit der Absetzung des ehemaligen Siemens-Managers José Costa e Silva und verärgerte Siemens damit erneut.
Obwohl Siemens bei Gigaset nur noch Minderheitseigner ist, steht für den Münchner Konzern bei der früheren Sparte viel auf dem Spiel. Schließlich gilt es, ein Debakel wie beim Verkauf der Handysparte an die koreanische BenQ zu vermeiden. BenQ Mobile endete 2007 in der Insolvenz.
Ein Investor könnte nun Arques' Gigaset-Anteil von rund 80% übernehmen, Siemens hält noch knapp 20% an der früheren Sparte. Der Münchner DAX-Konzern selbst wolle das Gigaset-Geschäft jedenfalls nicht wieder in seine Bücher nehmen, sagte die mit der Angelegenheit vertraute Person.
Arques-Vorstand Michael Hütten sucht für das Gigaset-Geschäft "eine vernünftige Lösung". Zu einem möglichen Verkaufspreis wollte er sich nicht äußern, verwies aber darauf, dass der Wert der Marke "Gigaset" auf rund 95 Mio EUR geschätzt worden sei und dass der Telefonhersteller 2010 ein Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abgaben (EBITDA) von 45 bis 50 Mio EUR anstrebe.
Webseiten: www.arques.de
www.siemens.de
-Von Matthias Karpstein, Dow Jones Newswires;
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February 24, 2010 08:28 ET (13:28 GMT)
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