DJ EU-Kommission will zentrale Plattform für Emissionshandel - FTD
HAMBURG (Dow Jones)--Deutschland und Großbritannien sollen nach dem Willen der EU-Kommission ihre eigenen Auktionen von Emissionsrechten aufgeben. Die neue Kommissarin für den Klimaschutz, Connie Hedegaard, forderte im Interview mit der "Financial Times Deutschland" (FTD - Montagausgabe), dass Regierungen die Verschmutzungsrechte für Kraftwerksbetreiber und die Industrie zentral über eine europäische Plattform versteigern: "Wenn wir so viele verschiedene Auktionen haben, müssen wir uns doch fragen, wie effizient das ist", sagte die frühere dänische Klimaministerin.
"Die Wirtschaft verlangt eine Plattform, 23 andere EU-Mitgliedsstaaten wollen das auch", sagte die Kommissarin. Kaum einen Monat nach ihrem Amtsantritt riskiert Hedegaard damit ihren ersten handfesten Konflikt mit Bundesumweltminister Norbert Röttgen und Finanzminister Wolfgang Schäuble. Ab 2013 können die Staaten mit Auktionserlösen von jährlich insgesamt 15 Mrd EUR rechnen. Dann bekommen Stromerzeuger ihre Klimazertifikate nicht mehr kostenlos zugeteilt, sondern müssen sie komplett ersteigern.
Deutschland und Großbritannien stemmen sich laut Diplomaten gegen eine gemeinsame Auktion, da sie Angst haben, dass Brüssel die Versteigerungserlöse langfristig für den EU-Haushalt reklamieren könnte. "Diese Sorge ist völlig unbegründet", sagte Hedegaard. Die Rechtslage lasse keinen Zweifel, dass das Geld aus einer gemeinsamen Auktion wieder an die Mitgliedstaaten verteilt werde.
Webseite: www.ftd.de
DJG/apo
(END) Dow Jones Newswires
March 01, 2010 00:55 ET (05:55 GMT)
Copyright (c) 2010 Dow Jones & Company, Inc.
