Anzeige
Mehr »
Mittwoch, 10.06.2026 - Börsentäglich über 12.000 News
Pentagon in Alarmbereitschaft? Dieser Rohstoff könnte jetzt Gold in den Schatten stellen
Anzeige

Indizes

Kurs

%
News
24 h / 7 T
Aufrufe
7 Tage

Aktien

Kurs

%
News
24 h / 7 T
Aufrufe
7 Tage

Xetra-Orderbuch

Fonds

Kurs

%

Devisen

Kurs

%

Rohstoffe

Kurs

%

Themen

Kurs

%

Erweiterte Suche
Dow Jones News
77 Leser
Artikel bewerten:
(0)

UPDATE3: Merck KGaA stärkt Chemiesparte mit US-Life-Science-Unternehmen Millipore

DJ UPDATE3: Merck KGaA stärkt Chemiesparte mit US-Life-Science-Unternehmen Millipore

(NEU: Aussagen von der Pressekonferenz, Aktienkurs)

Von Olaf Ridder und Heide Oberhauser-Aslan 
   DOW JONES NEWSWIRES 
 

FRANKFURT/NEW YORK (Dow Jones)--Die Merck KGaA hat überraschend den Zukauf der auf Labortechnologien und -dienstleistungen spezialisierten Millipore Corp aus Massachusetts angekündigt. Der Pharma- und Chemiekonzern aus Darmstadt teilte in der Nacht zum Montag mit, einschließlich der Verbindlichkeiten des US-Konzerns habe die Transaktion ein Volumen von 5,3 Mrd EUR. Je Millipore-Aktie will Merck 107 USD in bar zahlen. Die Führungsgremien beider Seiten haben dem Vorhaben bereits zugestimmt.

Merck erklärte, mit dem Zusammenschluss entstehe "ein weltweit führender Partner für die Life-Science-Industrie" mit einem Umsatzvolumen von rund 2,1 Mrd EUR. "Merck und Millipore passen hervorragend zusammen", sagte Karl-Ludwig Kley, Vorsitzender der Geschäftsleitung von Merck. Die Aquisition sei ein weiterer Meilenstein in der Geschichte des Unternehmens. Merck werde mit dem Zukauf eine bessere Balance zwischen Pharma und Chemie herstellen.

Zusammen mit Millipore werde der Konzern in die Lage versetzt, die gesamte Wertschöpfungskette für Pharma- und Biopharma-Kunden abzudecken. Drei Jahre nach Abschluss der Übernahme, die für das zweite Halbjahr vorgesehen ist, erwartet Merck Kostensynergien von rund 75 Mio EUR jährlich.

Der beabsichtige Zukauf wird nach Aussage von Kley vom Tag eins der Übernahme an positiv zum Ergebnis der Merck KGaA beitragen. Der Zukauf sei nicht nur eine strategisch außerordentlich attraktive Transaktion sondern eine vom Tag eins an finanziell lohnende Transaktion, sagte der Manager auf einer Telefonkonferenz.

Das Angebot von Merck bewertet nach Kleys-Aussage Millipore mit dem 15,1-fachen des erwarteten 2010 EBITDAs und inklusive Synergien mit dem 12,5-fachen. Mit Millipore kaufe Merck ein hochmargiges und außerordentlich profitables Geschäft, sagte der Manager. Die Akquisition passe perfekt zu den Übernahmezielen von Merck und werde signifikanten Wert für die Aktionäre beider Firmen schaffen. "Der Zukauf ist für uns ein weiterer und wichtiger Schritt in der Transformierung von Merck", sagte er.

Die Übernahme von Millipore stärke das Chemiegeschäft von Merck in gleicher Weise wie seinerzeit die Übernahme von Serono die Pharmaaktivitäten verstärkt habe. Merck erreiche mit dem Zukauf erstmals auch im Chemiegeschäft in den USA eine substanzielle Größe, erklärte Kley. Den Zukauf bezeichnete er als Diversifizierungsschritt. Die Integrationskosten bezifferte das Management von Merck mit 150 Mio USD, von denen die Hälfte in diesem Jahr und die andere Hälfte 2011 anfallen sollen. Die Transaktion soll in der zweiten Hälfte 2010 abgeschlossen sein.

Der Übernahme zustimmen müssen neben den Kartellbehörden auch die Millipore-Aktionäre. Dazu wird es eine außerordentliche Hauptversammlung geben, die laut Kley innerhalb von rund 80 Tagen stattfinden muss.

Erst kürzlich hatte Millipore erklärt, man prüfe strategische Alternativen für die Zukunft des Geschäfts.

Millipore ist auf Laborprodukte und Dienstleistungen spezialisiert, die bei der Entwicklung und Herstellung von Medikamenten benötigt werden, so zum Beispiel hochfeine Filter. Das Unternehmen hat seinen Sitz in Billerica im US-Bundesstaat Massachusetts, setzte im vergangenen Jahr 1,7 Mrd USD um und hatte Ende Dezember langfristige Verbindlichkeiten von 890 Mio USD. Das Unternehmen hat eine starke Basis auch auf dem europäischen Markt.

Nach unbestätigten Pressemeldungen soll der in der Laborausrüstung tätige US-Konzern Thermo Fisher Scientific kürzlich ebenfalls für Millipore ein Gebot abgegeben haben. Die Offerte soll allerdings ungebeten gewesen und ein Volumen bei 6 Mrd USD gehabt haben. Thermo Fischer wollte sich zu dem Angebot von Merck auf Anfrage nicht äußern. Kley wollte sich dazu nicht äußern. "Was die Konkurrenz gemacht hat kann ich ihnen nicht sagen, davon weiß ich nichts, erklärte er lediglich.

Das Angebot von Merck sieht einen Aufschlag von 13% auf den Schlusskurs der Millipore-Aktie vom Freitag vor. Legt man jedoch den Kurs des vorvergangenen Freitags zugrunde, als die zwischenzeitlichen Spekulationen um die Zukunft von Millipore noch nicht aufgekommen waren, handelt es sich um eine Prämie von 50%.

Die Merck KGaA will die Übernahme mit eigenen Barbeständen und einem Darlehen finanzieren, das Bank of America Merrill Lynch, BNP Paribas und Commerzbank zur Verfügung stellen. Teile der Finanzierung sollen mit Anleihen ersetzt werden, wie Merck erklärte. Dabei wolle der Konzern sein solides Investment-Grade-Rating erhalten. Wie hoch die Barbestände sind, die zur Finanzierung eingesetzt werden sollen, wollte Kley noch nicht sagen.

Bei den Darmstädtern wird die Übernahme die Abhängigkeit vom Pharmageschäft reduzieren und nach eigener Darstellung zu einem "ausgewogeneren Verhältnis" zwischen Pharma und Chemie auf Konzernebene führen. Derzeit erwirtschafte Merck in der Chemie rund 25% der Gesamterlöse. Nach der Millipore-Übernahme soll der Anteil auf 35% steigen.

Einschneidende Veränderungen plant Merck bei Millipore anscheinend nicht. Operativ sei der Zusammenschluss nach dem Prinzip "best of both worlds" geplant, erklärte der DAX-Konzern. Management und Unternehmenssitz sollen bestehen bleiben. Auch werde Merck auf der starken Personalbasis des US-Unternehmens aufbauen.

Zu dem künftig finanziellen Spielraum nach der Transaktion sagte Kley :"Es ist klar, wir können nicht im Jahresrhytmus solche Veranstaltungen machen". Natürlich enge eine solche Akquisition zunächst einmal den finanziellen Spielraum ein, ergänzte er. "Wir werden aber den Kredit nach unserer Planung relativ zügig zurückführen", versprach der Manager. Das Unternehmen wolle sein Investment Grade Rating erhalten.

"Wir wollen irgendwann wieder in der Lage sein, weitere Schritte für das Unternehmen zu entwickeln", erklärte der Manager. Die Entwicklung des Pharmabereichs werde aber nicht eingeschränkt durch die Akquistion".

Beobachter werteten das Vorhaben am Morgen positiv. "Auf den ersten Blick sieht die Übernahme zwar teuer aus", so Heino Ruland von Ruland Research. Positiv sei aber, dass Merck schon kurzfristig einen positiven Gewinnbeitrag erwarte. Und den hält Ruland auch für realisierbar. "Damit ist das Geschäft gut für Merck", urteilte er.

In einem festen DAX gewinnt die Merck-Aktie bis 12.49 Uhr 2,3% auf 59,12 EUR.

Webseiten: www.merck.de 
              www.millipore.com 
 
   - Von Olaf Ridder und Jon Kamp, Dow Jones Newswires; 
   +49 (0)69 - 29725 111, unternehmen.de@dowjones.com 
   (Herbert Rude hat zu dem Bericht beigetragen.) 
 
   DJG/rio/hoa/has/kla 
 
Besuchen Sie auch unsere Webseite http://www.dowjones.de 
 

(END) Dow Jones Newswires

March 01, 2010 06:52 ET (11:52 GMT)

Copyright (c) 2010 Dow Jones & Company, Inc.

© 2010 Dow Jones News
Software vor dem Comeback – diese 5 Aktien könnten durchstarten!
Während Halbleiter- und KI-Infrastrukturwerte von einem Hoch zum nächsten jagen, wurden viele Software-Aktien in den vergangenen Monaten regelrecht aus den Depots gedrängt. Die Angst vor Disruption hat Investoren zu einem radikalen Strategiewechsel veranlasst – mit der Folge, dass zahlreiche Qualitätsunternehmen heute auf Mehrjahrestiefs notieren.

Doch genau hier entsteht eine seltene Chance. Denn während die Bewertungen im Halbleitersektor inzwischen auf ambitionierten Niveaus liegen, ist der Bewertungsabschlag bei Software-Titeln so hoch wie seit Jahren nicht mehr. Gleichzeitig liefern viele Unternehmen weiterhin starke Wachstumszahlen und integrieren KI erfolgreich in ihre Geschäftsmodelle. Die Diskrepanz zwischen Kursentwicklung und operativer Stärke könnte sich schon bald auflösen.

Für Anleger bedeutet das: antizyklisch denken und gezielt zugreifen, bevor der Markt dreht. Denn erste technische Signale deuten darauf hin, dass sich die Trendwende bereits anbahnt.

In unserem aktuellen Spezialreport stellen wir fünf Software-Aktien vor, die besonders aussichtsreich positioniert sind – mit starker Marktstellung, attraktiver Bewertung und hohem Aufholpotenzial.

Jetzt den kostenlosen Report sichern – bevor der Software-Rebound Fahrt aufnimmt!
Werbehinweise: Die Billigung des Basisprospekts durch die BaFin ist nicht als ihre Befürwortung der angebotenen Wertpapiere zu verstehen. Wir empfehlen Interessenten und potenziellen Anlegern den Basisprospekt und die Endgültigen Bedingungen zu lesen, bevor sie eine Anlageentscheidung treffen, um sich möglichst umfassend zu informieren, insbesondere über die potenziellen Risiken und Chancen des Wertpapiers. Sie sind im Begriff, ein Produkt zu erwerben, das nicht einfach ist und schwer zu verstehen sein kann.