US-Konjunkturdaten
von Jochen Steffens
Der ISM-Index des verarbeitenden Gewerbes der USA ist im Februar auf 56,5 Punkten gesunken. Analysten hatten einen Rückgang auf lediglich 57,5 Punkten erwartet, nach 58,4 Punkten zuvor.

Natürlich reagieren die Märkte auf einen schlechteren ISM-Index nicht direkt mit Kursabschlägen. Immerhin steigt dadurch die Wahrscheinlichkeit, dass die Leitzinsen längere Zeit niedrig bleiben. Aber auch auf der positiven Seite passierte wenig. Diese Zahlen bestätigen lediglich das, was Ben Bernanke in der letzten Woche gesagt hat. Die US-Wirtschaft ist noch nicht überm Berg, die Zinsen bleiben noch unverändert.
Wesentlich interessanter und wahrscheinlch auch kursbewegender wird der US-Arbeitsmarktbericht Februar werden, der am Ende der Woche veröffentlicht wird. Dazu dann mehr hier im Steffens Daily.
Die Bauausgaben in den USA verringerten sich wie erwartet saisonbereinigt um 0,6% auf ein hochgerechnetes Jahresvolumen von 884,125 Mrd. Dollar.
"Das könnte Sie auch interessieren..."von Torsten Ewert
Verehrte Leserinnen und Leser,
es war eine der üblichen unscheinbaren Werbe-Mails, die da in meinem Spam-Ordner landete. Sie kennen das sicher auch: Fast jeder Online-Shop, bei dem man mal was bestellt hat, schickt danach mehr oder weniger aufdringlich seine Werbung.
Eine ungewöhnliche Werbe-Mail...
Da die überwiegende Anzahl davon zum Glück herausgefiltert wird, sichte ich den vermeintlichen Müll gelegentlich. Hin und wieder ist doch noch etwas Interessantes oder Wichtiges dabei. Doch meistens endet die Sichtung nach wenigen Sekunden damit, dass ich "Alles auswählen" und danach "Löschen" anklicke.
So war es auch diesmal, als mein Blick auf besagte Mail fiel. "Torsten Ewert, das könnte auch Sie interessieren: ...", ging es los. Aha, amazon.com also, klar, steht ja auch im Absender. Stutzig wurde ich erst beim Rest der Betreff-Zeile: "... interessieren: Die hohe Kunst des...", lautete der Teil, der in meinem Mail-Programm gerade noch angezeigt wurde.
Irgendwas klingelte da. Jetzt nun doch neugierig geworden, vergrößerte ich das Fenster, um den vollständigen Titel zu lesen. "Torsten Ewert, das könnte auch Sie interessieren: "Die hohe Kunst de (Day-)Tradens. Revolutionieren Sie Ihr Trading mit der Target-Trend-Methode, von Jochen Steffens und Torsten Ewert".
Empfehlungen sind Glückssache
Ich war verwirrt. Was wollte mir Amazon damit sagen? Schicken die mir jetzt ihre Verkaufszahlen des letzten Jahres zu? (Das würde mich natürlich am meisten interessieren...) Oder neue Kundenrezensionen? Rätseln half nicht. Ich öffnete also die Mail.
Etwas fassungslos las ich: "Sie suchen Produkte aus der Kategorie Business & Karriere? Dann haben wir die folgende Auswahl für Sie." Nun folgte eine Liste von acht Büchern zum Thema Trading, wobei unser oben genanntes Werk an erster Stelle stand.
Amazon empfahl mit doch tatsächlich mein eigenes Buch! Nachdem ich mich von der Überraschung erholt hatte, sah ich das durchaus positiv: Richtig, auch ich interessiere mich natürlich - wie andere Leser auch - für Bücher über Trading. Genauso wie ich erhalten also alle, die sich bei Amazon mal als Trading-Interessierte geoutet haben, diese Werbe-Mail. Unser Buch, das ebenfalls dieses Thema behandelt, steht auf der Liste ganz oben. Was kann man sich als Autor Besseres wünschen?
Der Brüller der Woche
In der Redaktion war diese Nachricht allerdings der "Brüller der Woche". Nachdem das Gelächter abklang, kamen die üblichen Bemerkungen: "Genau, Torsten, du solltest wirklich mal reingucken in das Buch - kannst du bestimmt noch was lernen." Ha, ha. Ein anderer mutmaßte, dass dahinter Kalkül steckte: "Die sind mit den Verkaufszahlen unzufrieden. Jetzt schreiben sie die Autoren an, damit wenigstens die ihre Bücher hochkaufen!" Zum Glück konnten diese negative These schnell entkräftet werden. Immerhin wird gerade bereits die zweite Auflage gedruck.
Aber so ist das mit ungewöhnlichen Nachrichten, im Leben wie an der Börse: Jeder grübelt, welche geheime Botschaft denn da nun versteckt ist. So entstehen Gerüchte und Verschwörungstheorien.
Dabei schert sich das Computersystem bei Amazon nur nicht darum, ob es eventuell den Autoren ihre eigenen Bücher empfiehlt. Wie auch? Nur weil eine zufällige Namensgleichheit existiert? Doch dann würde allen Helmut Schmidts dieser Welt nicht das Buch des Altkanzlers angeboten. Und alle Dan Browns müsste auf die spannenden Thriller ihres Namensvetters verzichten.
Also warte ich gespannt auf die nächste Promotion von Amazon.
Mit besten Grüßen
Torsten Ewert
PS: Sie müssen natürlich nicht so lange warten, sondern können unser Buch direkt hier bestellen:
