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China und die Nord-Ost-Passage

Jochen Steffens

So, nun wissen wir, wer die Erderwärmung absichtlich voran treibt: Die Chinesen. Denn sie haben ein Interesse daran. Die Erderwärmung ermöglicht ihnen vielleicht bald einen kostengünstigen Zugang zu den europäischen Märkten. Wie die Chinesen diese Erderwärmung bewerkstelligen, überlasse ich Ihren verschwörerischen Ideen. Spaß beiseite, zu den Fakten.

Die Nord-Ost-Passage

Nach einem Bericht des Stockholm International Peace Research Institute (SIPRI) soll sich China bereits aktiv darauf vorbereiten, die Nord-Ost-Passage entlang der Arktis zu nutzen.

Durch die Nord-Ost-Passage (hier rot) würde der Seeweg zwischen Shanghai und Hamburg, wie man schön an der Weltkugel erkennen kann, um satte 6.400 Kilometer kürzer, als auf der klassischen Route (blau). Diese ist 20.000 Kilometer lang und führt zudem auch noch durch die piratengefährdeten Gebiete am Horn von Afrika.

In der SIPRI-Studie ist zu lesen, dass China mittlerweile die kommerziellen und strategischen Chancen einer zeitweisen eisfreien Passage erkannt hat. So soll bereits ein großer Eisbrecher gebaut werden. Daneben gäbe es verstärkte Forschungsanstrengungen in der Arktis. Interessant soll zudem sein, dass China mittlerweile versucht auch im Arktischen Rat eine stärkere Rolle zu spielen.

Quelle: www.wikipedia.de

Nord-West-Passage

Ganz unlogisch sind solche Überlegungen nicht. Im letzten Jahr sind zwei deutsche Handelsschiffe durch die berüchtigte Nord-West-Passage, also nördlich von Kanada, gefahren. Diese galt bislang aufgrund der Gefahren durch das Eis als zu riskant.

Hintergrund

Das arktische Eis ist in den vergangenen Jahren extrem stark zurückgegangen. Einige Forscher gehen sogar davon aus, dass bereits in wenigen Jahren die Arktis in den Sommermonaten komplett eisfrei sein wird. (Auch wenn man das nach diesem Winter kaum glauben mag).

Investment Chancen

Wenn China hier bereits agiert und tatsächlich schon zwei Handelsschiffe durch die Nord-West-Passage gefahren sind, sollte man sich als langfristiger Anleger so langsam damit beschäftigen, welche Unternehmen in Russland und China aber auch in Europa von dieser Entwicklung profitieren können. Hier hätte man eine Chance, möglichst früh, vielleicht noch vor allen anderen, auf einen großen Trend zu setzen.

Leider ist es gerade bei diesem Thema nicht so einfach, die richtigen Unternehmen zu finden. Deswegen war es mir in der Kürze der Zeit auch nicht möglich (die SIPRI-Meldung ist von heute). Hier wird einiges an Recherchearbeit zu leisten sein. Ich werde Sie gegebenenfalls von den Ergebnissen unterrichten.

Zum Markt:

Eigentlich hatte ich mit schwächeren Börsen gerechnet. Denn wie immer am ersten Freitag des Monats erscheint in drei Tagen der US-Arbeitsmarktbericht des Bureau of Labor Statistics. Zwei Tage vorher, also am Mittwoch, erscheint jeweils der ADP-Bericht.

Der ADP-Bericht stützt sich auf etwa 430.000 US-Unternehmen, zu denen ca. 24 Mio. Arbeitnehmer gehören. Mittlerweile lehnt sich der ADP-Bericht an die Methoden des Bureau of Labor Statistics in der Erhebung der Daten an. Obwohl doch immer wieder Unterschiede in den Zahlen auftauchen, wird er als Indikator für die Entwicklung des offiziellen Arbeitsmarktberichtes genutzt.

Die Prognosen für den ADP-Bericht gehen von einem Abbau von 10.000 - 35.000 Stellen aus, nach einem Minus von 22.000 im Vormonat.

Die Prognosen für den staatlichen Arbeitsmarktbericht sind etwas schlechter. Hier wird ein Minus von 25.000 - 55.000 Stellen erwartet, nach einem Minus von 20.000 Stellen im Vormonat.

Die Erwartungen sind natürlich schon vergleichsweise negativ. Vielleicht rechnet der Markt hier auch deswegen mit positiven Überraschungen. Nach den schlechten Zahlen zu den Erstanträgen fürchte ich jedoch, dass es dazu nicht kommen wird. Aber gut, vielleicht weiß der Markt hier mehr.

Viele Grüße
Jochen Steffens

© 2010 Börse-Intern
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