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Kommentar der Financial Times Deutschland zu Karstadt - vorab 2010

DJ Kommentar der Financial Times Deutschland zu Karstadt - vorab 2010

Karstadt: Plan ins Blaue 
Klaus Hubert Görg hat wieder einmal nur das Beste für Karstadt und seine Mitarbeiter im Sinn, wenn er Ende der Woche den Insolvenzplan einreicht. Der Insolvenzverwalter will die Warenhauskette nur milde sanieren, von rund 100 Kaufhäusern nur 13 Filialen schließen. Und natürlich gibt es Karstadt nur als Ganzes zu haben. Die Frage ist, ob dieses wohlgemeinte Angebot für potenzielle Käufer auch attraktiv ist. 
Bei Betrachtung der Liste der bisherigen Karstadt-Interessenten kommen Zweifel, ob Angebot und Nachfrage hier wirklich zusammenpassen. Die Beteiligungsgesellschaften Apollo, Permira und Pamplona gelten als harte Sanierer. Ähnlich wie für den Karstadt-Konkurrenten Metro dürfte es für sie interessanter sein, einzelne profitable Warenhäuser zu übernehmen als ein unter rein nostalgischen und sozialen Aspekten gelungenes Gesamtkunstwerk. 
Wenn die Suche nach einem Karstadt-Käufer schlussendlich erfolglos bleibt, kann Görg nicht allein die Wirtschaftskrise und Managementfehler der vergangenen Jahre für ein Scheitern verantwortlich machen - so viele es von denen auch gab. Görg selbst hat im Insolvenzprozess hoch gepokert. 
Von der Möglichkeit, sich mit potenziellen Interessenten abzustimmen, hat der Insolvenzverwalter nicht Gebrauch gemacht. Er hat in allen Details einen Plan festgezurrt, den er Investoren nun feilbietet. Ein solch klassisches schrittweises Verfahren erscheint in diesem Fall blauäugig. Es trägt dem Umstand nicht Rechnung, dass im derzeitigen wirtschaftlichen Umfeld Karstadt ein schwer verkäufliches Unternehmen ist - und vielleicht härter saniert werden muss, als es Görgs Idealvorstellungen entspricht. 
In einen dynamischen Prozess wie das Insolvenzplanverfahren hätte man die Wünsche von Investoren mit einbeziehen können. Diese Option hat Görg sich verbaut. Stattdessen hat er den Investoren ein Paket nach dem Motto ,,Friss oder stirb" gezimmert. Es steht zu befürchten, dass die Investoren nicht fressen und Karstadt stirbt. 
 
 
 
 
 
 

(END) Dow Jones Newswires

March 07, 2010 12:57 ET (17:57 GMT)

© 2010 Dow Jones News
Software vor dem Comeback – diese 5 Aktien könnten durchstarten!
Während Halbleiter- und KI-Infrastrukturwerte von einem Hoch zum nächsten jagen, wurden viele Software-Aktien in den vergangenen Monaten regelrecht aus den Depots gedrängt. Die Angst vor Disruption hat Investoren zu einem radikalen Strategiewechsel veranlasst – mit der Folge, dass zahlreiche Qualitätsunternehmen heute auf Mehrjahrestiefs notieren.

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