Streiks gegen Athens Sparpläne - Debatte um EWF
ATHEN/BERLIN - Aus Protest gegen die harten Sparpläne der Regierung in Athen wollen die Gewerkschaften heute (Donnerstag) weite Teile Griechenlands lahmlegen. Da sich auch die Fluglotsen am Streik beteiligen, ist seit Mitternacht bereits der griechische Luftraum gesperrt. Auch Eisenbahnen, Fähren, Busse und die meisten U-Bahnen in Athen werden bestreikt. Außerdem bleiben die Behörden geschlossen. Die Streikenden machen mobil gegen ein 4,8 Milliarden Euro schweres Sparprogramm der sozialistischen Regierung von Ministerpräsident Giorgos Papandreou, das unter anderem Gehaltskürzungen für Beamte sowie erhebliche Einsparungen im Sozialbereich vorsieht.
Japans Wachstum geringer als erwartet
TOKIO - Japans Wirtschaft ist im Schlussquartal 2009 nicht ganz so stark gewachsen wie zunächst gedacht. Das Bruttoinlandsprodukt stieg nach revidierten Berechnungen der Regierung vom Donnerstag mit einer hochgerechneten Jahresrate von real 3,8 Prozent. Zunächst hatten die amtlichen Statistiker ein Wachstum von 4,6 Prozent berechnet. Im Vergleich zum Vorquartal bedeutet dies einen Zuwachs von 0,9 Prozent statt 1,1 Prozent.
Autoclub fordert Maßnahmen gegen hohe Benzinpreise
BERLIN - Vor dem Hintergrund der kräftig gestiegenen Benzinpreise hat der Automobilclub ACE politische Maßnahmen zur Überprüfung der Preispolitik der Konzerne gefordert. ACE-Präsident Wolfgang Rose sagte der "Bild"-Zeitung (Donnerstag): "Eine Handvoll Großkonzerne kann Millionen Verbrauchern Einheitspreise diktieren - wir fordern von der Politik Maßnahmen gegen Wucherpreise und Ölpreisspekulanten." Notfalls müsse es eine Marktentflechtung geben, um wirklichen Wettbewerb herzustellen.
Juncker lobt griechischen Sparkurs
HAMBURG - Der Chef der Euro-Gruppe, Luxemburgs Premier Jean- Claude Juncker, hat die griechischen Sparanstrengungen gelobt. Die internationalen Finanzmärkte hätten den Sparkurs durchaus positiv aufgenommen, sagte Juncker auf NDR Info. "Daher kann von einem Ablenkungsmanöver der Griechen nicht die Rede sein." Er begrüßte zudem den Vorschlag, einen Europäischen Währungsfonds zu gründen. "Allerdings kann ein solcher Fonds nicht alle Probleme lösen", sagte er. Jeder Euro-Staat müsse seine Finanzen zunächst selbst in Ordnung bringen. Juncker kündigte an, die Finanzminister der Euro- Gruppe wollten sich am kommenden Montag mit dem Thema beschäftigen.
Brüderle sieht bei Kreditklemme die Banken am Zug
BERLIN - Bei der Abwendung einer Kreditklemme in Deutschland sieht Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) jetzt vor allem den Bankensektor in der Pflicht. "Die Banken haben gesagt, sie wollten mehr tun, und da werde ich heute nachfragen", sagte Brüderle am Donnerstag im ZDF-"Morgenmagazin". In dieser Hinsicht könne der von einer Kreditklemme bedrohte Mittelstand sich auf die Regierung verlassen. Der Staat könne aber "nicht den Job der Banken machen", betonte der Minister.
Deutschland: Öffentliche Schulden steigen so stark wie seit 1995 nicht mehr
FRANKFURT - Die Verschuldung der öffentlichen Haushalte ist bis zum Jahresende 2009 so stark gestiegen wie seit 1995 nicht mehr. Die Gesamtverschuldung sei im Vergleich zu Ende 2008 um 7,1 Prozent oder 112,7 Milliarden Euro auf 1.692,2 Milliarden Euro geklettert, teilte das Statistische Bundesamt am Donnerstag in Wiesbaden mit. Dies war der zweitgrößte absolute Schuldenzuwachs seit Bestehen der Bundesrepublik Deutschland. In die Daten gehen die Schulden des Bundes, der Länder und der Gemeinden ein.
EZB: Preisentwicklung bleibt mittelfristig gedämpf
FRANKFURT - Die Preisentwicklung in der Eurozone dürfte nach Einschätzung der Europäischen Zentralbank (EZB) mittelfristig gedämpft bleiben. "Die derzeitigen Leitzinsen sind nach wie vor angemessen", schreibt die Notenbank in ihrem am Donnerstag vorgelegten Monatsbericht. Die wirtschaftliche Erholung im Eurogebiet schreite voran, auch wenn sie weiterhin uneinheitlich verlaufe. Man erwartet ein "moderates Wachstum" im Jahr 2010 in einem Umfeld, das von anhaltender Unsicherheit geprägt sei. Die Preissabilität bleibe auf mittlere Sicht gewährleistet, wodurch die Kaufkraft der privaten Haushalte gestützt werde. Die EZB hatte am vergangenen Donnerstag ihren Leitzins auf dem Rekordtiefstand von 1,0 Prozent belassen.
EZB mahnt Staaten zur Haushaltssanierung
FRANKFURT - Die Europäische Zentralbank (EZB) hat die Euro-Staaten angesichts immenser Schuldenberge nochmals zur Sanierung ihrer Staatsfinanzen ermahnt. Hohe staatliche Defizite und Schuldenstände stellten "eine zusätzliche Belastung für die Geldpolitik dar" und schwächten den Stabilitäts- und Wachstumspakt "als Grundpfeiler der Wirtschafts- und Währungsunion", schreiben die Währungshüter in ihrem am Donnerstag veröffentlichten Monatsbericht. Von allen Staaten werde erwartet, dass sie ihren Verpflichtungen nachkämen. Die Notenbank rechnet weiter "mit einem moderaten Wachstum der Wirtschaft des Eurogebiets im Jahr 2010 in einem Umfeld, das von anhaltender Unsicherheit geprägt ist".
Statistiker: Anstieg bei Arbeitskosten gestoppt
WIESBADEN - Der krisenbedingte Anstieg der Arbeitskosten in Deutschland ist nach Einschätzung von Statistikern gestoppt. In den letzten drei Monaten 2009 sanken die Arbeitskosten je geleistete Arbeitsstunde im Vergleich zum Vorquartal saison- und kalenderbereinigt um 0,5 Prozent, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Donnerstag mitteilte. Damit setzte sich der Trend aus dem dritten Quartal (minus 0,2 Prozent) fort.
IfW senkt Wachstumsprognose 2011 für Deutschland leicht
KIEL - Das Institut für Weltwirtschaft (IfW) hat seine Prognose für das Wachstum im Jahr 2011 leicht gesenkt. Das Institut erwartet für das laufende Jahr wie auch bisher ein Wachstum von 1,2 Prozent und im kommenden Jahr von 1,8 Prozent, teilte das IfW am Donnerstag in Kiel mit. Im Dezember war das IfW noch für 2011 von einem Wachstum von 2,0 Prozent ausgegangen. Die geplante Senkung der Einkommenssteuer dürfte geringer ausfallen als damals erwartet.
EZB erwartet Versorgungsengpässe am Ölmarkt in 2011
FRANKFURT - Die Europäische Zentralbank erwartet Versorgungsengpässe am Ölmarkt und steigende Ölpreise im Jahr 2011, wenn sich die Weltwirtschaft erholt. Die durch die Konjunkturflaute sinkenden Investitionen bei der Exploration und Produktion von Rohöl (Upstream-Investitionen) würden mittelfristig den Kapazitätsausbau verlangsamen, schreibt die EZB in ihrem am Donnerstag vorgelegten Monatsbericht. In der Krise sei die Nachfrage nach Rohöl zwar stärker zurückgegangen als beim Angebot, dies stelle jedoch nur eine vorübergehende Störung des Gleichgewichts zwischen Ölangebot und -nachfrage dar.
Jeder Neunte arbeitet im Gesundheitswesen
WIESBADEN - Jeder neunte Beschäftigte in Deutschland arbeitet im Gesundheitswesen. Insgesamt waren das 2008 rund 4,6 Millionen Menschen und damit 1,7 Prozent mehr als im Vorjahr, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Donnerstag mitteilte. Fast 58 Prozent von ihnen hatten eine volle Stelle. Seit dem Jahr 2000 hat die Zahl der Beschäftigten im Gesundheitswesen um eine halbe Million oder 12,2 Prozent zugenommen. Der Zuwachs verteilte sich vor allem auf die Gesundheitsdienstberufe und die sozialen Berufe wie Physiotherapeuten, medizinische und zahnmedizinische Fachangestellte sowie Altenpfleger.
Klare Aufwärtssignale aus dem Außenhandel
BERLIN - Nach der größten Krise in seiner Geschichte wird der deutsche Außenhandel 2010 wieder deutlich wachsen und auch Anteile am Welthandel zurückgewinnen können. Allerdings stecke man noch mitten in der Krisenbewältigung, erklärte der Präsident des Bundesverbands Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen (BGA), Anton Börner, am Donnerstag in Berlin. Eine Rückkehr zum Niveau vor der Krise werde wohl erst 2013 erreichbar sein.
USA: Handelsbilanzdefizit überraschend eingeengt
WASHINGTON - Das Handelsbilanzdefizit der USA hat sich im Januar überraschend eingeengt. Das Defizit sei von revidiert 39,9 (zunächst 40,2) Milliarden US-Dollar im Vormonat auf 37,3 Milliarden Dollar gesunken, teilte das US-Handelsministerium am Donnerstag in Washington mit. Volkswirte hatten eine leichte Ausweitung des Defizits auf 41,0 Milliarden Dollar erwartet. Zwar gingen im Januar die Exporte leicht zurück. Da die Einfuhren aber noch deutlicher sanken, reduzierte sich das Handelsdefizit entsprechend.
USA: Wöchentliche Arbeitslosen-Erstanträge sinken wie erwartet
WASHINGTON - In den USA ist die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe in der vergangenen Woche wie erwartet gesunken. Die Zahl sei um 6.000 auf 462.000 zurückgegangen, teilte das US-Arbeitsministerium am Donnerstag in Washington mit. Volkswirte hatten mit 460.000 Anträgen gerechnet. Der Vorwochenwert wurde von 469.000 auf 468.000 Anträge nach unten revidiert.
EU-Finanzchefs für verstärkte Wirtschaftsaufsicht
BRÜSSEL - Die EU-Finanzminister begrüßen die neue Wirtschaftsaufsicht in Europa. Die verstärkte Überwachung der Mitgliedstaaten sei unverzichtbar für die neuaufgelegte Wachstumsstrategie der Union, heißt es im Entwurf einer Erklärung der Minister, die an diesem Dienstag (16. März) in Brüssel verabschiedet werden soll. Die Aufsicht umfasst laut Papier "präzise und ehrliche Politik-Empfehlungen an Mitgliedstaaten" und eine stärkere Kontrolle ihrer Umsetzung als bisher.
Schweizerische Nationalbank belässt Zins-Zielband bei 0,00 bis 0,75%
ZÜRICH - Die Schweizerische Nationalbank (SNB) hat das Zielband für den Dreimonats-Libor unverändert bei 0,0% bis 0,75% belassen. Sie strebt weiterhin einen Wert von 0,25% an, teilte die SNB am Donnerstag mit. Der Zinsentscheid war von Ökonomen erwartet worden. Eine Verschärfung der geldpolitischen Gangart wird von den Experten frühestens ab Herbst 2010 erwartet.
Auch US-Regulierer wollen schärfere Regeln für Finanzwetten
WASHINGTON - Gegen den Willen der Wall Street formiert sich auch in den USA Widerstand gegen unkontrollierte Zockereien mit Kredit-Ausfallversicherungen. So macht sich der Chef der zuständigen Aufsichtsbehörde CFTC, Gary Gensler, für eine stärkere Regulierung stark. Das Repräsentantenhaus verabschiedete bereits im Dezember eine Vorlage zur Reform der Finanzaufsicht, in dem auch der Handel für sogenannte Credit Default Swaps (CDS) an die kürzere Leine genommen werden soll. Auch in den Senat eingebrachte Gesetzesentwürfe sehen striktere Regeln für riskante Finanzgeschäfte vor.
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AXC0183 2010-03-11/17:08
