(Neu: Aussagen aus Interview, aktualisierter Aktienkurs, Analystenstimmen)
NEUTRAUBLING (dpa-AFX) - Der Getränkeabfüllanlagen-Hersteller
Krones
Ihr Umsatzziel 2009 schafften die Oberpfälzer, während sie die eigene Prognose für den Überschuss verfehlten. Für 2010 erwartet Krones im ersten Halbjahr eine Trendumkehr und für das Gesamtjahr ein Umsatzwachstum von 5 bis 15 Prozent sowie wieder ein "nennenswert" positives Ergebnis. Die Aktionäre müssen nach 0,60 Euro für 2008 dieses Jahr auf eine Dividende verzichten.
AKTIE IM MINUS
An der Börse notierten die Aktien am Nachmittag mit 1,19 Prozent auf 39,13 Euro im Minus. Ein Händler bewerte das Zahlenwerk als gemischt und merkte angesichts der Kursverluste an, dass die Titel in der Vergangenheit auch gut gelaufen seien. Commerzbank-Analyst Dirk Nettling senkte sein Votum von "Buy" auf "Hold". Es gebe keine neuen Katalysatoren für einen weiteren Kursanstieg und die Abstufung erfolge, nachdem das Kursziel erreicht sei. Sven Weier, Analyst bei der UBS sah Aufträge und Umsatz im Rahmen, den Gewinn klar unter den Erwartungen. Der Markt habe zu optimistische Erwartungen an das Gewinnwachstum. Weier belässt seine Einstufung auf "Sell".
"Wir müssen damit rechnen, dass Märkte nicht mehr in der Stabilität der Vergangenheit wachsen und uns auf schnellere Trendwechsel einstellen", sagte Finanzchef Hans-Jürgen Thaus der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX. Daher gebe es 2010 einen zweiten Teil des Sparprogramms. Ein weiterer Stellenabbau gehöre nicht zwangsläufig zu dem Plan. "Wir stehen zu unseren Mitarbeitern." 2009 hatte sich Krones unter anderem von Leiharbeitern getrennt, Kurzarbeit eingeführt, ausgelagerte Fertigung wieder ins eigene Haus geholt und damit mehr als 140 Millionen Euro eingespart.
NACHFRAGEEINBRUCH
Im vergangenen Jahr brach die Nachfrage im Weltmarkt für Verpackungsmaschinen um mehr als ein Viertel ein. Hart habe es Nord- und Südamerika, Osteuropa und Russland getroffen. Eine Ausnahme sei hingegen China. Obwohl die Entwicklung der Weltwirtschaft unsicher bleibe, sieht Krones seine Wachstumstrends intakt. Eine steigende Weltbevölkerung und wachsender Konsum führten zu einer vermehrten Lebensmittelnachfrage.
Das Unternehmen stellt im Wesentlichen Abfüll- und
Etikettiermaschinen für die Getränkeindustrie her, bietet
mittlerweile aber auch Maschinen zur Herstellung von
Kunststoff-Flaschen oder zur Lagerhaltung an. Der Markt ist aber
heißt umkämpft. Alleine in Deutschland gibt es mit der Gea Group
VERLUST VON 34,5 MILLIONEN EURO
In der Zeit zwischen Januar und Dezember waren der Auftragseingang um 18 Prozent auf 1,916 Milliarden Euro und der Umsatz um 22 Prozent auf 1,865 Milliarden Euro geschrumpft. Unter dem Strich stand ein Verlust von 34,5 Millionen Euro, nach einem Gewinn von 106,5 Millionen im Rekordjahr 2008. Für das Gesamtjahr hatte das Unternehmen ein Umsatzminus um 20 bis 25 Prozent und einen Verlust von 20 bis 30 Millionen Euro erwartet. In den neun Jahren zuvor hatte das Unternehmen Jahr für Jahr Rekordergebnisse eingefahren. Sein vollständiges Zahlenwerk will Krones am 27. April veröffentlichen./stb/fn/zb
ISIN DE0006335003
AXC0122 2010-03-15/15:26
