DJ Brüderle weist Kritik an deutscher Exportstärke zurück
BERLIN (Dow Jones)--Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) hat die Kritik an der deutschen Exportstärke ausdrücklich zurückgewiesen und zugleich für freien weltweiten Handel geworben. "Man löst die Probleme beim 100-Meter-Lauf nicht dadurch, dass wir dem Dritten und Zweiten bessere Chancen geben, indem der Erste Bleigewichte in die Hose bekommt", sagte Brüderle am Donnerstag in Berlin bei einer Veranstaltung zur Vorstellung des deutschen Pavillons auf der Expo 2010 in Schanghai. Ziel müsse es sein, dass andere Länder nach dem Motto vorgingen: "Mach es wie wir, streng Dich an, dann wirst Du genauso gut", sagte der Minister.
Zugleich warnte Brüderle vor protektionistischem Verhalten, das in jüngster Zeit wieder vermehrt zu beobachten sei. "Wir erleben in letzter Zeit immer wieder Anzeichen von Protektionismus etwa bei Großflugzeugen in Amerika oder auch an anderer Stelle", sagte Brüderle in Anspielung auf den Streit um die Vergabe eines Milliardenauftrags für US-Tankflugzeuge.
Der US-Konzern Northrop Grumman und sein europäischer Partner EADS hatten sich aus der Ausschreibung für das neue Luftbetankungsflugzeug für die US-Luftwaffe mit der Begründung zurückgezogen, dass die Ausschreibung des US-Verteidigungsministeriums eindeutig auf den US-Konkurrenten Boeing zugeschnitten worden sei.
Abschottung sei mit Sicherheit nicht der richtige Weg aus der Krise, sagte Minister Brüderle. "Wir brauchen weiter offenen Welthandel", sagte der Minister. China habe sich seit seinem Beitritt zur Welthandelsorganisation (WTO) in beachtlichem Umfang für den Warenhandel geöffnet. Es müsse aber dennoch "noch mehr gemeinsam" getan werden, sagte Brüderle. Dass China Deutschland als Exportweltmeister abgelöst hat, sieht der deutsche Wirtschaftsminister "ganz entspannt". Wenn es in China gut laufe, sei das auch für Deutschland gut, sagte Brüderle.
Nachdem am Montag Frankreichs Wirtschafts- und Finanzministerin Christine Lagarde Deutschland wegen seiner Exportkraft gescholten hatte, hatte am Vortag der Direktor des Internationalen Währungsfonds (IWF), Dominique Strauss-Kahn, ähnliche Töne angeschlagen. Deutschland müsse wie China die Exportlastigkeit seiner Wirtschaft korrigieren und die Binnennachfrage stärken, sagte er bei einer Anhörung im Europäischen Parlament.
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March 18, 2010 07:30 ET (11:30 GMT)
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