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Ein Blick auf die Indizes

Jochen Steffens

Die Stillhalter haben es also nicht mehr geschafft, den DAX gegen Mittag unter die 6.000-Punkte-Marke zu drücken. Allerdings ist die große Position bei 6.000 Punkten auch nicht relevant ins Geld gelaufen. Somit haben die Stillhalter nicht viel verloren.

Trotzdem kann es heute im weiteren Verlauf noch zu einiger Unruhe kommen, da zum einen der US-Markt natürlich auch in den Verfallstagsmodus übergeht und zum anderen gegen Abend noch die europäischen Aktienoptionen verfallen. Gewöhnlich kommt es hier bei einigen Aktien noch zu überraschend starken Kursbewegungen.

Ein neues Gerücht belastet den Markt

Eine Nachricht, die vielleicht den Markt etwas unter Druck bringen könnte ist, dass es neue Gerüchte bezüglich des Diskontsatzes gibt. So wird vermutet, dass die Fed noch vor der nächsten Zinssitzung den Diskontsatz von aktuell 0,75 % auf 1 % anhebt. Normalerweise steht der Diskontsatz die meiste Zeit etwa 100 Basispunkte über dem Leitzins. Insofern wäre mit dieser erneuten Anhebung wieder ein Stück mehr Normalität erreicht.

Gleichzeitig wäre natürlich auch dies ein weiterer, kleiner und vorsichtiger Schritt in Richtung US-Leitzinserhöhung. Wie die Märkte auf dieses Gerücht reagieren, ist noch nicht wirklich abzusehen. Beim letzten Mal kam es zu einer Konsolidierung. Ich bin gespannt.

Ein Blick auf die Indizes

Eine klarere Prognose für den weiteren Verlauf ist zurzeit immer noch schwierig. Das liegt unter anderem auch daran, dass es bei der Analyse der US-Indizes und der europäischen Indizes zu unterschiedlichen Ergebnissen kommt. Dazu zunächst die aktuelle Seitwärtsbewegung im Euro Stoxx 50:

Sehr schön ist hier zu erkennen, dass wir uns dort im Prinzip seit September letzten Jahres in einer klaren Seitwärtsbewegung befinden. Mittlerweile notieren die Kruse wieder in der Nähe der letzten Hochs. Würde man sich nur diesen Chart anschauen, müsste man davon ausgehen, dass die Seitwärtsbewegung fortgesetzt wird. Das bedeutet, eine weitere Konsolidierung stünde an.

Auch der DAX steht, wie hier mehrfach dargestellt, mittlerweile wieder an seinem Hoch vom Jahresanfang. Auch hier besteht eine etwas höhere Tendenz, dass er an diesen Hochs scheitert.

Nasdaq100 vor großen Widerständen

Doch die US-Indizes, hier besonders der Nasdaq100, sehen deutlich bullisher aus:

Der Nasdaq100 ist eindeutig über sein vorheriges Hoch ausgebrochen. Das ist ein klares Zeichen dafür, dass der Aufwärtstrend nach wie vor intakt ist. Jetzt warten allerdings viele wichtige Widerstände auf den Technologieindex. Besonders mit den Widerständen um die psychologisch relevante 2.000-Punkte-Marke wird der Nasdaq100 zu kämpfen haben. Hier wird sich zeigen, wie viel bullishe Dynamik der Nasdaq100 noch besitzt.

Eine Topformation ist zumindest zurzeit beim Nasdaq100 nicht zu erkennen.

Etwas Sorge bereitet mir allerdings auf langfristige Sicht, dass noch so viele Gaps (Kurslücken) offen sind (hier durch grüne Rechtecke gekennzeichnet). Wie ich im Steffens Daily schon einmal belegt hatte, neigt der Nasda100 dazu, weit über 90 Prozent seiner Gaps irgendwann wieder zu schließen. Ein schlechtes Ohmen?

Was setzt sich durch?

Was wird sich nun durchsetzen? Die Seitwärtsbewegung der europäischen Indizes oder die Aufwärtsbewegung der US-Indizes. Mir ist immer lieber, wenn die US-Indizes und die europäischen Indizes ähnliche Signale aussenden. In diesen Fällen steigt die Wahrscheinlichkeit der Prognosen erheblich an.

Da die Seitwärtsbewegung der europäischen Indizes sicherlich auch mit den Probleme der PIIGS- Staaten zusammenhängt, also regional bedingt ist, muss der bullishe Eindruck der US-Indizes höher bewertet werden.

Die Woche nach dem Verfall

Doch deutlicher wird die weitere Entwicklung erst in der nächsten Woche werden, wenn die Verfallstags-Querelen vorbei sind. Dazu dann mehr in Ihrem Steffens Daily.

Viele Grüße
Jochen Steffens

© 2010 Börse-Intern
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