Guten Tag, liebe Leserinnen und Leser,
kaum waren am Freitag die Futures und Optionen an der europäischen Terminbörse Eurex verfallen, ging das deutsche Leitbarometer am Nachmittag auf Tauchstation. Begleitet von einer hohen Handelsaktivität – das Volumen war spielend doppelt so hoch wie in den Tagen zuvor – fiel der DAX wieder unter die Marke von 6000 Punkten zurück. Die Kurse passen damit weiter exakt in den 2004er-Fahrplan, denn auch vor sechs Jahren drehte der Index nur hauchdünn unterhalb des Jahreshochs (das ebenfalls im Januar erreicht wurde) wieder nach unten. Damit dürfte es nun sehr schwierig für die Bullen werden ihre grandiosen Märzgewinne von aktuell +6% auch über das Monatsende hinaus verteidigen zu können.
Hochspannung verspricht vor allem die Reaktion der Wall Street auf die gestern Nacht verabschiedete Gesundheitsreform. Fast eine Billion Dollar lassen es sich die Amerikaner in den kommenden Jahren kosten, den 32 Millionen Unversicherten in ihrem Land nun eine Krankenversicherung anbieten zu können. Eins zu null für Obama. Und der Reformeifer dürfte auch prompt in die Verlängerung gehen, denn jetzt will der Präsident die nächsten großen Projekte, wie bspw. die Neuregulierungen der Finanzmärkte anpacken. Damit macht sich Nervosität auf dem Parkett breit – ein Zustand, den die internationalen Börsen so gar nicht mögen. Sehen konnten Sie das bereits in der vergangenen Woche bei den Technologie-Werten, die gegenüber den Blue Chips erste Schwächeanzeichen aufzeigten. Das Kapital wird eben zuerst aus den risikoreichen TecAktien abgezogen. Auch dieser Verlauf passt genau ins 2004er-Bild, denn wie heute kam der TecDAX im Gegensatz zu seinen beiden Brüdern DAX und MDAX deutlich unter dem Januar-Niveau ins Stocken. Noch ist allerdings nicht allzu viel passiert. Denn:

Neue Verkaufssignale ergeben sich erst, wenn der DAX wieder unter die Oktober-Tops bei 5880 Punkten zurückfällt. Kommt es anschließend zu weiteren Kursverlusten, ist das deutsche Leitbarometer zum zweiten Mal an dem 50%igen-Erholungsniveau der Finanzkrise bei 5850/5880 Zählern gescheitert. Aufgrund der geringen Handelsaktivität während des jüngsten Anstiegs, könnte es dann ziemlich zügig zuerst bis zu den Februar-Höchstständen bei 5750 und anschließend erneut bis zur entscheidenden August-Aufwärtstrendgerade im Bereich von 5600/5620 runter gehen. Deshalb:
Die Chancen, dass der DAX nun wieder in unseren avisierten Jahresfahrplan einschwenkt und uns so im Spätsommer lukrative Einstiegskurse ermöglicht, stehen im Augenblick sehr gut. Noch gilt es sich aber auch mit neuen Short- Engagements zurückzuhalten und konsequent auf die technischen Signale zu warten.
Mit bester Empfehlung
Ihr
Sebastian Hoffmann
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