Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) geht davon aus, dass der Notfall-Plan der Euro-Länder für Griechenland nicht in Kraft treten muss. "Noch immer glauben wir, dass die Griechen auf dem richtigen Weg sind, und dass sie am Ende gar nicht vielleicht die Hilfe in Anspruch nehmen müssen", sagte Schäuble am Freitag dem "Südwestrundfunk".
Zu den wieder gestiegenen Risikoaufschlägen für griechische Staatsanleihen sagte Schäuble, so lange auch der Internationale Währungsfonds (IWF) noch nicht mit in das Hilfspaket eingebunden sei, werde die Unruhe an den Finanzmärkten anhalten. "Solange das nicht wirklich ganz auf den Weg gebracht ist, gibt es immer wieder neue Spekulationen an den Finanzmärkten. Aber ich hoffe, dass wir Schritt für Schritt voran kommen."
Die Zusammenarbeit mit dem IWF sei Thema beim Treffen der EU- Finanzminister in Madrid, an dem er wegen einer noch nicht ausgeheilten Operationswunde nicht teilnehmen wollte, sagte der Minister. Er hoffe aber, in der kommenden Woche seine Amtsgeschäfte wieder aufzunehmen.
Zu den Überlegungen von EU-Währungskommissar Olli Rehn über strengere Stabilitätskriterien sagte Schäuble, "über die Einzelheiten muss man reden". Im Prinzip habe der Kommissar aber das aufgegriffen, was er selbst schon gesagt habe, betonte Schäuble. Er glaube, dass die EU dabei letztlich nicht um Vertragsänderungen herumkommen werde./sl/DP/js
AXC0077 2010-04-16/11:10
