Die Bochumer Opelbeschäftigten und der Betriebsrat haben als letztes deutsches Werk dem Sanierungsplan der Muttergesellschaft General Motors (GM) zugestimmt. "Der Betriebsrat hat mit ganz deutlicher Mehrheit dem Verhandlungsergebnis zur Zukunftssicherung zugestimmt", sagte am Dienstag der Bochumer Betriebsratschef Rainer Einenkel. Zuvor hatte am Montag die Belegschaft dem Betriebsrat eine entsprechende Empfehlung gegeben.
Die Opelaner hoffen jetzt, dass die Bundesregierung an diesem Mittwoch eine positive Entscheidung für eine Bürgschaft an GM trifft. Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Jürgen Rüttgers (CDU) habe zuletzt noch am Freitag Rückendeckung versprochen.
Andernfalls fürchtet Einenkel, dass GM auf alte Sanierungspläne zugreift und die Werke Bochum, Eisenach und Kaiserslautern schließen könnte. Dabei hofft der Betriebsrat auf die Solidarität anderer Werke wie Rüsselsheim oder Saragossa. Er glaubt, dass die Werke schon im Vorfeld Produktionsübernahmen ablehnen, damit GM die Werke nicht untereinander ausspielen könne. Der Kleinwagen Corsa aus Eisenach könnte prinzipiell auch in Spanien und der Kompaktvan Zafira aus Bochum in Rüsselsheim gebaut werden.
Sollte der derzeitige GM-Plan bestehen bleiben, behält Bochum laut Einenkel die Zafiraproduktion, fährt weiter drei Schichten und hat eine Option auf einen Teil der neuen Astra Caravan-Produktion, falls die Kapazität in England nicht ausreicht. Über den geplanten Abbau von 1.800 der knapp 6.000 Stellen in Bochum will Einenkel aber noch weiter verhandeln./wd/DP/stb
AXC0117 2010-06-08/13:16
