9. Juli 2010. Die absolute Risikoaversion der vergangenen Wochen klingt ab. Die Renditen der risikoreicheren Papiere schrumpfen leicht. Man spürt die beginnende Feriensaison.
Eine leichte Zuversicht macht sich unter den Marktteilnehmern breit. Abzulesen ist das nicht nur am Euro-Bund-Future, der diese Woche wieder etwas leichter notiert, sondern es sei auch an der Einengung der Renditeabstände der Euro-Anleihen im Vergleich der zu Anleihen erstklassiger Bonität abzulesen, wie Klaus Stopp von der Baader Bank berichtet. Gregor Daniel beobachtet ebenfalls Zuversicht: "Investoren richten ihren Fokus wieder mehr auf Euro-Bonds, aber lassen trotzdem weiterhin Vorsicht walten."
Schweden hatte am Donnerstag vergangene Woche eine Zinswende mit einer Erhöhung der Zinsen von 0,25 auf 0,5 Prozent eingeläutet. Für die Eurozone steht dies nach Meinung der Marktteilnehmer noch nicht zur Debatte. So hatte die gestrige EZB-Sitzung andere Themen. Unter anderem äußerte sich Notenbankchef Trichet zum Anstieg der Geldmarktsätze. Dies sei aber keine geldpolitische Intention oder als zunehmendes Misstrauen am Interbankenmarkt zu interpretieren, sondern allein die Reaktion auf die rückläufige Überschussliquidität mit dem Auslaufen des 12-Monats-Tenders, kommentieren die Volkswirte der HSH Nordbank. Auswirkungen auf variabel verzinste bzw. eine höhere Nachfrage von Seiten der Anleger konnte Gregor Daniel von der Wertpapierhandelsgesellschaft Walter Ludwig bisher nicht beobachten.
Der Euro-Bund-Future notiert heute zur Mittagszeit bei 128,79. Eine zehnjährige Bundesanleihe bringt eine Rendite von 2,62 Prozent.
Kurzfristige Ausrichtung
Renten-ETF-Anleger konzentrieren sich diese Woche vorwiegend auf kurzlaufende Renten-ETFs, melden die Market Maker der Hypovereinsbank. Sie kaufen einen Geldmarkt-ETF (WKN A0Q4RZ) oder einen ETF mit Anleihen mit Restlaufzeiten von 1,5 bis 2,5 Jahre (WKN 628947).
In dieser zuversichtlichen Stimmung kaufen Anleger die von der Renault-Bank vergangenen Freitag in den Handel gekommene Anleihe (WKN A1AY09). Ebenso finden auch die Neuemissionen von Peugeot und Heidelberger Cement weiterhin Abnehmer.
TUI erfreut
Der Touristik- und Logistikkonzern TUI legte gute Zahlen vor. Davon profitieren auch die Anleihen (WKNs TUAG01, TUAG05 oder A0186Y) des Unternehmens. Die Nachfrage steigt und damit auch die Kurse. Eine 2011 fällige Anleihe habe in den vergangenen Tagen von 86 auf 90 zugelegt, geben die Skontroführer der Hellwig Wertpapierhandelsbank durch.
Mit Spannung erwartet
Continental wird in der kommenden Woche eine Anleihe emittieren. Das Unternehmen versuche bereits seit Februar frisches Geld einzusammeln, kommentiert Klaus Stopp.
Frisches Geld bekommt auch die Deutsche Telekom. Eine bis 2022 laufende Anleihe kommt nächste Woche in den Handel mit einem Kupon von 4,25 Prozent (WKN A1AY27). Das Papier stieß bei den Investoren auf Gegenliebe. Die Emission war zweifach überzeichnet.
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© 9. Juli 2010/Dorothee Liebing
(Für den Inhalt der Kolumne ist allein Deutsche Börse AG verantwortlich. Die Beiträge sind keine Aufforderung zum Kauf und Verkauf von Wertpapieren oder anderen Vermögenswerten.)
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