DJ UPDATE: Highstreet-Gläubigergruppe für neue Karstadt-Mieten
(NEU: Stellungnahme Insolvenzverwalter)
Von Natali Schwab DOW JONES NEWSWIRES
FRANKFURT/LONDON (Dow Jones)--Eine Gruppe von Gläubigern des Immobilienkonsortiums Highstreet haben am Mittwoch den geänderten Mietkonditionen für die insolvente Warenhauskette Karstadt mehrheitlich zugestimmt. Das sagte ein Highstreet-Sprecher am Mittwoch nach Beendigung der Gläubigerversammlung.
Der Insolvenzverwalter Karstadts, Klaus Hubert Görg, begrüßte die Zustimmung. Er appellierte an alle Verantwortlichen, "jetzt jede Möglichkeit zu nutzen, zum 8. August 2010 das Closing des Kaufvertrags sicherzustellen."
Es sei vor allem im Interesse der Belegschaft, wenn die neu vorgebrachten, weiteren Formalia rechtzeitig im Umlaufverfahren oder unter Ausschluss von Formen und Fristen erledigt würden. "Wenn man sich in der Frist einigen will, dann kann man es auch", so Görg. "Die Unsicherheit muss ein Ende finden."
Am Mittwoch hatten sich in London Anleihegläubiger, die die so genannte "Fleet Street Finance Two"-Verbriefung halten, die wiederum mit dem Highstreet-Konsortium verbunden ist, getroffen. Highstreet hatte die Karstadt-Immobilien erworben und sie an die inzwischen insolvente Warenhauskette zurückvermietet. Das Konsortium besitzt insgesamt 86 der 120 Karstadt-Filialen.
Nun müssen noch die anderen Gläubigergruppen den Mietsenkungen zustimmen, wie der Sprecher sagte. Dabei handelt es sich um die Valovis Bank sowie die Geber eines Mezzanine-Kredits.
Eine Einigung mit dem Vermieterkonsortium Highstreet ist die letzte Bedingung, die erfüllt werden muss, damit der Vertrag über einen Verkauf von Karstadt an den Investor Nicolas Berggruen in Kraft treten kann. Weitere Bedingungen wie die Zustimmung des Kartellamtes zu der Übernahme sowie eine Billigung durch die Arbeitnehmervertreter sind bereits erreicht.
Das Amtsgericht Essen will am 10. August über den Karstadt-Insolvenzplan entscheiden. Der Termin war bereits mehrfach verschoben worden.
Ein Sprecher von Berggruen begrüßte die Zustimmung der Gläubigergruppe "als nächsten Schritt im Verkaufsprozess".
Noch offen bleibt eine Vereinbarung über die Absicherung eines Kredites der Valovis Bank an Highstreet. Der Punkt wird seit Wochen separat verhandelt. Valovis hatte mit einem bis 2014 laufenden Kredit über 850 Mio EUR die Immobilientransaktion mitfinanziert.
Berggruen will die geplanten Mietreduktionen im Grundbuch eintragen lassen, was sich für Valovis zu einem aufsichtsrechtlichen Problem entwickeln könnte. Die niedrigeren Mieten würden auch im Fall der Insolvenz oder des Weiterverkaufs von Karstadt weiter bestehen. Für die Bank, die ihr Engagement bisher durch erstrangige Grundschulden ausreichend besichert sieht, hätte dies eigenen Angaben zufolge die Gefahr einer "erheblichen Wertminderung" der Immobilien mit sich gebracht.
Berggruen und Valovis waren übereingekommen, dass der Kredit vorzeitig abgelöst werden soll. Doch weder Highstreet noch Berggruen oder ein Dritter haben sich bislang dazu bereit erklärt.
-Von Natali Schwab, Dow Jones Newswires, +49 69 29725119, natali.schwab@dowjones.com DJG/nas/ebb
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July 28, 2010 09:38 ET (13:38 GMT)
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