Der Wechsel des geschassten HP-Chefs Mark
Hurd zu Oracle
Hurd habe Geheimhaltungserklärungen unterschrieben, ließ HP in einem Firmenblog wissen. "HP beabsichtigt, diese Vereinbarungen auch durchzusetzen." Zuletzt hatte Hurd sich vor einem Monat vertraglich zur Verschwiegenheit verpflichtet, als er HP wegen falscher Spesenabrechnungen und der Liaison mit einer externen Mitarbeiterin verlassen musste. Im Gegenzug bekam er ein stattliches Abfindungspaket im Wert von um die 35 Millionen Dollar.
Die beiden Konzerne bekriegen sich bei Großrechnern, wie sie in
Firmen oder im Internet eingesetzt werden. Oracle, eigentlich der
Erzrivale des deutschen Unternehmenssoftware-Herstellers SAP
Die Oracle-Präsidenten führen maßgeblich das Tagesgeschäft, aus dem sich der 66-jährige Firmengründer Ellison weitgehend zurückgezogen hat. "Es gibt keine Führungskraft in der IT-Welt mit mehr einschlägiger Erfahrung als Mark", lobte Ellison. Die Börsianer sahen das genauso: Die Aktie sprang im Tagesverlauf um mehr als 6 Prozent hoch.
Hurd gilt als einer der besten Manager in der Technologiebranche. Der 53-Jährige hatte Hewlett-Packard durch Zukäufe im hochprofitablen Servicegeschäft massiv vergrößert und damit das Unternehmen fast schadlos durch die Wirtschaftskrise gesteuert. Seine gleichzeitige Berufung in den wichtigen Verwaltungsrat von Oracle befeuerte sogleich Spekulationen, Hurd könne eines Tages an die Spitze des IT-Giganten vorrücken und Ellison beerben.
Die Klage, die HP am Dienstag vor einem Gericht im
kalifornischen Santa Clara einreichte, hat auch eine persönliche
Note: Ellison gilt als guter Freund von Hurd und hatte den Rauswurf
des Managers öffentlich kritisiert. "Das war die dümmste
Personalentscheidung, seitdem die Idioten im Apple-Verwaltungsrat
Der 53-jährige Hurd war über seine Beziehung zu der ehemaligen externen Mitarbeiterin Jodie Fisher gestolpert, die bei Kunden- und Mitarbeiterveranstaltungen auftrat. Er führte sie des öfteren auf Firmenkosten zum Essen aus. Sie behauptete später, er habe sie sexuell belästigt. Diese Vorwürfe bestätigten sich allerdings nicht, man einigte sich auf einen Vergleich.
Wegen der falschen Spesenabrechnungen musste Hurd dennoch gehen. Die Geschichte kochte auch deshalb hoch, weil die Frau in den 90er Jahren in einer Reihe von Erotikfilmen mitgespielt hatte./das/DP/he
ISIN US68389X1054 US4282361033
AXC0175 2010-09-07/22:06
