Wir blicken heute bei unserem Versorgercheck vor allem auf zwei Titel, nämlich E.ON und RWE. Also was tut sich gerade bei den Energieriesen? Sowohl E.ON und RWE seien beide hart getroffen durch die Stromsteuer. Auch das Gasgeschäft bereitet Probleme. E.ON habe allerdings den Markt auf das Gasgeschäft schon gut vorbereitet, so Ingo Becker. E.ON werde über 800 Millionen Euro EBIT im nächsten Jahr im Gasgeschäft verlieren, RWE 400 Millionen Euro EBIT. Bei RWE sei der Markt allerdings weniger auf das Gasgeschäft vorbereitet. Gerade die fundamentalen Gegebenheiten im Markt würden RWE stärker treffen. 2011 werde der Gewinn bei RWE nicht gut aussehen. Wahrscheinlich werde aber RWE eine Dividendenzusage geben. Sollte die Dividende von 3,50 Euro auf 3,00 Euro gekürzt werden, so wäre der aktuelle Kurs gerechtfertigt. Fundamental sehe er die RWE-Aktie allerdings deutlich niedriger als E.ON. Seine Einschätzung: Kursziel 45 Euro - Reduce.
Viele Experten sind der Meinung, dass 2012 das Jahr der Versorger werden könnte. Auch Ingo Becker geht davon aus, dass dies durchaus der Fall sein könnte. Ein gutes Jahr für Versorger brauche allerdings ein paar Voraussetzungen: der Glaube an eine neue Verknappung im Markt. Dies könne man für 2012 allerdings nicht sagen. Es erfordere ferner, dass sich die Politik zurückhalte und der Markt im momentanen System weiter laufe. Sollten Kohle und CO2 nicht fallen, so können auch die Strompreise nicht weiter fallen, da die Spreads sehr niedrig sind. Es könnte daher durchaus eine Erholung der Spreads geben. Ob dies allerdings 2012 bereits der Fall ist, könne man bisher noch nicht sagen, so der Experte. ![]()
