BERLIN (Dow Jones)--Die größten westlichen Industrieländer und Russland (G-8) streben nach Angaben aus deutschen Regierungskreisen bei ihrem Gipfeltreffen am Donnerstag und Freitag im französischen Badeort Deauville keine Festlegung auf einen Kandidaten für den vakanten Chefposten beim Internationalen Währungsfonds (IWF) an. "Der G-8-Gipfel ist nicht das richtige Gremium, um den nächsten Managing Director des IWF zu küren", sagte ein hochrangiger Regierungsbeamter am Dienstag in Berlin. "Natürlich wird es am Rande unter den Regierungschefs dazu Gespräche geben", betonte er aber.
Allerdings laufe der Bewerbungsprozess für die Neubesetzung des IWF-Spitzenpostens in Washington bis zum 10. Juni, und nicht alle Länder, die dabei eine Rolle spielten, seien in Deauville vertreten. "Deshalb ist das nicht das richtige Gremium", konstatierte der Beamte.
Der "klare Schwerpunkt" des Gipfeltreffens solle vielmehr auf den Entwicklungen in Nordafrika liegen. Hier werde von den G-8 angestrebt, das Mandat der Europäischen Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (EBWE) zu erweitern, damit diese der Region Know-how zum Aufbau privatwirtschaftlicher Unternehmen bereitstellen könne.
Bei der Diskussion über die weltwirtschaftliche Entwicklung würden voraussichtlich auch Aussagen über die Eurozone getroffen, die europäische Schuldenkrise solle jedoch "keinen Schwerpunkt der Diskussion" darstellen. Debattiert werden soll nach den Angaben auch der Fortgang der Doha-Welthandelsrunde, deren positiver Abschluss einen Impetus für die Weltwirtschaft geben könne. "Wir glauben, dass die Zeit gekommen ist, sich zu entscheiden", sagte der Beamte. Es müsse klargestellt werden, ob noch ein gutes Ergebnis erreichbar sei, oder ob man sich mit einem geringeren Ergebnis zufriedengeben müsse. Deutschland strebe ein Ergebnis noch in diesem Jahr an, wurde betont.
-Von Andreas Kißler, Dow Jones Newswires, +49 (0)30 - 2888 4118, andreas.kissler@dowjones.com
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May 24, 2011 03:58 ET (07:58 GMT)
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