Im Rennen um die riesigen Bodenschätze
in der Polarregion erhebt Russland konkrete Ansprüche auf
Energie-Ressourcen in der Arktis. Bis 2030 wolle der Staatskonzern
Gazprom
Moskau kündigte den Bau der ersten Raffinerie in der Polarregion an. Damit werde der kostspielige Transport quer durch das Land überflüssig, hieß es. Der Bau nahe der eisfreien Hafenstadt Murmansk werde rund 1800 Arbeitsplätze schaffen, teilte der örtliche Unternehmerverband nach Angaben der Agentur Itar-Tass mit. In Murmansk soll auch ein weiterer großer Hafen entstehen.
Um die Bodenschätze besser ausbeuten zu können, wolle Russland in der Arktis ein umfassendes Kommunikations- und Überwachungssystem aufbauen, kündigte Zivilschutzminister Sergej Schoigu an. "Wirtschaftliche Entwicklung ist unmöglich ohne verlässliche Lösungen in Sicherheitsfragen." Geplant seien acht Rettungszentren entlang der nordrussischen Küste, die auch zum Umweltschutz genutzt werden sollten. Bereits zuvor hatte Moskau angekündigt, seine Grenztruppen in der Arktis zu verstärken. Das Außenministerium nannte als Grund für das Vordringen die Erderwärmung, die das "ewige Eis" entlang der Grenze tauen lasse.
Das auf Öl- und Gasexporte angewiesene Russland wolle seine Lieferwege in der Nordostpassage ausbauen, kündigte der Minister für Naturressourcen, Juri Trutnew, in Archangelsk an. Damit will das Riesenreich Abnehmer in Ostasien schneller erreichen und unabhängiger von Exporten nach Europa werden. Aufgrund des Klimawandels ist der Seeweg entlang der Nordküste Europas und Asiens auch ohne den Einsatz mächtiger Eisbrecher immer häufiger passierbar. Die Eisschmelze erleichtert zugleich den Zugang zu den Bodenschätzen in der Arktis.
Russland sieht die Region als Rohstofflager und erhebt Anspruch auf ein 1,2 Millionen Quadratkilometer großes Polargebiet inklusive des Nordpols. Experten führen derzeit Messungen zum Beweis durch, dass der dortige Meeresboden eine natürliche Verlängerung des russischen Festlandes sei. Dann dürfte Russland nach internationalem Recht Rohstoffe abbauen. Die letzten fehlenden Ergebnisse sollten 2012 vorliegen, sagte Vize-Regierungschef Sergej Iwanow in Archangelsk. Dann werde man den offiziellen Antrag einreichen. Bereits 2007 hatte Moskau demonstrativ von einem U-Boot aus die Landesflagge tief in den Boden des Nordpolarmeeres rammen lassen./bvi/DP/zb
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AXC0183 2011-09-22/18:04
