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Aktien Wien brechen ein - ATX-20 verliert 6,1%

WIEN (Dow Jones)--Wie an den anderen europäischen Aktienmärkten sorgte die enttäuschende geldpolitische Entscheidung der Federal Reserve auch an der Wiener Börse am Donnerstag für kräftige Verluste. Der ATX-20-Index gab um 6,1% oder 122 auf 1.877 Punkte nach und fiel damit erstmals seit zwei Jahren unter die Marke von 1.900 Punkten. Der ATX-Prime-Index reduzierte sich um 5,8% bzw 58 auf 929 Punkte. Umgesetzt wurden 7,19 (Mittwoch: 4,72) Mio Aktien gehandelt. Besonders die Finanzwerte und zyklische Titel standen unter Druck.

Bis Ende Juni 2012 will die US-Notenbank 400 Mrd USD aus Schuldtiteln mit Restlaufzeiten von bis zu drei Jahren in Staatsanleihen mit Restlaufzeiten von sechs bis dreißig Jahren umschichten. Somit soll das Renditeniveau am langen Ende gedrückt und die Wirtschaft über eine verstärkte Kreditvergabe stimuliert werden. Damit hat Federal-Reserve-Chairman Ben Bernanke zwar die Markterwartungen erfüllt, angesichts der grassierenden Unsicherheit hatten sich viele Börsianer aber klammheimlich so etwas wie einen "Zaubertrick" erhofft.

"Aber nicht nur psychologisch war das eine enttäuschende Entscheidung, sondern auch sachlich ist dieser Schritt nicht hilfreich", so ein Händler. Denn bereits zuvor habe es keinen Mangel an billigem Geld gegeben. Vielmehr habe es angesichts der weiter desolaten Lage am Immobilien- und Arbeitsmarkt am Vertrauen in eine nachhaltige Erholung der größten Volkswirtschaft der Welt gefehlt. "Und Misstrauen lässt sich nicht mit Liquidität aus dem Markt spülen".

Zudem sei der Beschluss nur mit einem Votum von sieben zu drei Stimmen zustande gekommen, was die anhaltenden Dissonanzen im Offenmarktausschuss belege. Auch der makroökonomische Ausblick, den die Federal Reserve gegeben habe, sei alles andere als zuversichtlich ausgefallen.

Überdurchschnittlich fielen die Abschläge bei den hoch gewichteten Werten aus dem Finanzsektor aus: Raiffeisen Bank International brachen um 8,4% auf 20,25 EUR ein, für Erste Group Bank ging es um 10% auf 17,50 EUR nach unten. Vienna Insurance Group verloren 6,8% auf 26,38 EUR. Kaum besser erging es konjunktursensitiven Aktien: Wienerberger gaben um 6% auf 8,44 EUR nach und voestalpine fielen um 5% auf 21,18 EUR.

DJG/ros 
 

(END) Dow Jones Newswires

September 22, 2011 11:48 ET (15:48 GMT)

Copyright (c) 2011 Dow Jones & Company, Inc.

© 2011 Dow Jones News
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