Düsseldorf (ots) - Wladimir Putin kehrt zurück in den Kreml. Vermutlich wird er Russland bis zum Jahr 2024 regieren. Die Perspektive ist frustrierend. Für Russland - denn es bedeutet bleiernes politisches Leben, Unterdrückung der Opposition, verzögerte Modernisierung und wachsende Korruption. Und für das Ausland - denn Putin steht für die Rhetorik des Kalten Krieges und für ein aggressives Pochen auf russische Hegemonialbereiche. Die vergangenen elf Jahre, seit Boris Jelzin die Macht an Wladimir Putin übergeben hat, sind eine Zeit der vertanen Chancen. Zumal in Moskau eine Kaste aus korrupten Spitzenbeamten und Superreichen entstanden ist, die sich vor allem um den Machterhalt sorgt, um die Abzweigung des Vermögens ins Ausland und um die Möglichkeit, die eigenen Kinder in den Westen zu evakuieren. Die Bürger dagegen haben sich damit abgefunden, dass der Staat in erster Linie gegen sie gerichtet ist. Das ist der Preis für ein kleines bisschen Wohlstand. Mit Putins Rückkehr in den Kreml wird dieses System seine Macht zementieren. Einbetoniert sind damit auch alle Chancen, Russland zu einem modernen, leistungsfähigen und demokratischen Land zu machen.
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