Die Ölpreise sind am Dienstag vor einer mit Spannung erwarteten Abstimmung in der Slowakei zur Erweiterung des Euro-Rettungsschirms leicht zurückgefallen. Vor der Abstimmung habe die Risikofreude der Investoren einen Dämpfer erhalten und die Ölpreise sind gemeinsam mit den europäischen Aktienmärkten etwas abgerutscht, hieß es von Händlern. Der Preis für ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent fiel gegen Mittag um 81 Cent auf 108,14 US-Dollar. Der Preis für ein Fass der US-Sorte WTI (West Texas Intermediate) rutschte um 73 Cent auf 84,68 Dollar.
Die Sorge vor einer möglichen Ablehnung des neues Rettungsschirms für die Eurozone habe die Finanzmärkte insgesamt belastet, hieß es weiter. Außerdem habe auch der Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB), Jean-Claude Trichet, die Stimmung an den Märkten gedämpft. Trichet hatte vor dem EU-Parlament vor den Gefahren der Schuldenkrise gewarnt und von einem "systemischen Dimension" der Krise gewarnt. Damit habe Trichet bei den Anlegern die Erinnerung an die verheerende Finanzkrise im Anschluss an die Pleite der US-Bank Lehman-Brothers wach gerufen, sagten Händler.
Im frühen Handel hielten sich die Ölpreise nach Meldungen über einen drohenden Streik von Mitarbeitern des Zolls in dem wichtigen Ölförderland Kuwait noch stabil. Laut einem Gewerkschaftssprecher könnte ein Teil der Ölexporte aus dem Mitgliedsstaat der Organisation Erdöl exportierender Länder (Opec) blockiert werden. Am Morgen hatte ein Sprecher der Ölgesellschaft Kuwait Petroleum allerdings bestätigt, dass alle Ölexporte aus dem Land am Persischen Golf derzeit noch normal verlaufen.
Unterdessen legte der Preis für Rohöl der Organisation Erdöl exportierender Länder (Opec) weiter gestiegen. Nach Berechnungen des Opec-Sekretariats vom Dienstag kostete ein Barrel (159 Liter) am Montag im Durchschnitt 104,67 US-Dollar. Am Freitag hatte er noch 103,22 Dollar gekostet. Die Opec berechnet ihren Korbpreis täglich auf Basis von zwölf wichtigen Sorten des Kartells./jkr/jsl
AXC0084 2011-10-11/12:49
