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Börsen in Europa schwach - Keine klaren Beschlüsse vom G-20-Gipfel

FRANKFURT (Dow Jones)--Die europäischen Börsen sind am Freitagnachmittag unter Druck gekommen und mit deutlichen Verlusten aus dem Handel gegangen. Händler machten das Ausbleiben klarer Aussagen vom G-20-Treffen in Cannes für die Verkäufe an den Börsen wie auch im Euro verantwortlich. Der Euro-Stoxx-50 schloss 2,4% oder 56 Punkte niedriger bei 2.291, der Stoxx-50 verlor 1,0% oder 22 Punkte auf 2.281. Der Euro, der am Mittag noch bei etwa 1,3850 USD notiert hatte, fiel auf rund 1,3750 USD zurück.

In Cannes wurden unter anderem keine Beschlüsse gefasst, wie die Feuerkraft des Internationalen Währungsfonds (IWF) verbessert werden könnte. Marktteilnehmer bemängeln, dass notwendige Reformen kaum oder nur zögerlich angeschoben würden. Nach Griechenland gilt nun Italien als möglicher nächster Problemfall. Der Renditeabstand zwischen zehnjährigen italienischen Staatsanleihen und Bundesanleihen erreichte am Freitag ein Rekordniveau.

Belastet wurde die Stimmung zudem von ungünstigen Konjunkturdaten aus Europa. Die Geschäftseinbußen der europäischen Dienstleister haben sich im Oktober deutlicher verstärkt als zunächst berichtet. Der Einkaufsmanagerindex sank auf 46,4 Punkte von 48,8 im Vormonat und verzeichnete damit den niedrigsten Stand seit Mitte 2009. Auch in Italien fiel der Einkaufsmanagerindex für den Service-Sektor im Oktober unerwartet stark. Markit-Ökonom Rob Dobson bezeichnete es als besonders auffallend, dass kein einziges Land im Euroraum im Oktober ein Auftragswachstum im Service-Sektor verzeichnete.

Am späten Abend stellt der griechische Ministerpräsident Giorgos Papandreou dem Athener Parlament die Vertrauensfrage. Der Ausgang der Abstimmung ist offen. Bereits am Donnerstag wurde kolportiert, dass Papandreou seinen Rücktritt einreichen könnte, um Platz für eine Regierung der "Nationalen Einheit " zu machen, die der ehemalige EZB-Vizepräsident Lucas Papademos führen könnte.

Schwache Konjunkturdaten belasten die Zykliker

Zykliker litten unter den schwachen Wirtschaftsdaten. So gab der Sektor der Automobilwerte um 3,5% nach. Größte Verlierer waren Fiat mit einem Abschlag von 5,5% und BMW mit einem Minus von 4,5%.

Commerzbank kassiert Prognose

Stärker als von Analysten erwartet ist die Commerzbank im dritten Quartal ins Minus gerutscht: Beim operativen Ergebnis schrieb das Frankfurter Institut mit minus 855 Mio EUR tiefrote Zahlen. Analysten hatten lediglich ein Minus von 658 Mio EUR befürchtet. Abschreibungen auf das Griechenland-Engagement belasteten dabei mit 798 Mio EUR.

Zudem kassierte die Bank ihre Prognose für 2012 mit der Aussage, das Ergebnisziel der "Roadmap 2012" werde im kommenden Jahr nicht erreicht. Die Commerzbank hatte sich zum Ziel gesetzt, 2012 mindestens 4 Mrd EUR beim operativen Ergebnis zu erzielen. Die Aktie verlor 6,3% auf 1,64 EUR, der europäische Bankensektor gab um 1,3% nach.

Italienische Banken gerieten mit der Sorge um die Schulden des Landes ebenfalls unter überdurchschnittlich starken Abgabedruck. UniCredit büßten 6,6% auf 0,78 EUR ein und Intesa Sanpaolo 4,8% auf 1,13 EUR.

Licht und Schatten bei französischen Bauwerten

Geschäftszahlen hatten der Baudienstleister Vinci und der Baustoffkonzern Lafarge vorgelegt. Sparmaßnahmen wie auch ein starkes Wachstum in den Schwellenländern verhalfen Lafarge zu einem Kursanstieg von 0,5% auf 29,56 EUR. Im Tageshoch notierten die Titel bei 31,88 EUR. Vinci bestätigte zwar den Ausblick, die Zahlen bewegten sich aber "nur" im Rahmen der Markterwartung. Die Börse konnte dies nicht überzeugen, die Aktie schloss 2,2% leichter bei 34,38 EUR.

Europäische Schlussindizes am Freitag, 4. November 
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.            Index          Schluss-  Entwicklung  Entwicklung   Entwicklung 
.                              stand      absolut         in %          seit 
.                                                               Jahresbeginn 
Europa       Euro-Stoxx-50   2291,47       -56,47        -2,4%         -18,0 
.            Stoxx-50        2281,32       -22,40        -1,0%         -11,8 
.            Stoxx-600        239,76        -2,44        -1,0%         -13,1 
Frankfurt    XETRA-DAX       5966,16      -167,02        -2,7%         -13,7 
London       FTSE-100        5527,16       -18,48        -0,3%          -6,3 
Paris        CAC-40          3123,55       -71,92        -2,3%         -17,9 
Amsterdam    AEX              301,97        -2,53        -0,8%         -14,8 
Athen        ATHEX-20         292,77        -3,11        -1,1%         -55,8 
Brüssel      BEL-20          2082,01       -39,88        -1,9%         -19,3 
Budapest     BUX            16782,53        82,37        +0,5%         -21,3 
Helsinki     OMXH-25         1995,92       -45,79        -2,2%         -24,1 
Istanbul     NAT30          68268,85      -351,99        -0,5%         -16,1 
Kopenhagen   OMXC-20          362,52         1,16        +0,3%         -20,8 
Madrid       IBEX-35         8596,40      -116,20        -1,3%         -12,8 
Mailand      FTSE-MIB       15346,55      -419,61        -2,7%         -23,9 
Moskau       RTS             Geschlossen       --           --            -- 
Oslo         OBX              355,53        -2,36        -0,7%         -11,2 
Prag         PX               917,70        -5,30        -0,6%         -25,1 
Stockholm    OMXS-30          987,16         7,63        +0,8%         -14,6 
Warschau     WIG-20          2362,72       -34,63        -1,4%         -13,9 
Wien         ATX             1984,32        15,82        +0,8%         -31,7 
Zürich       SMI             5659,83        -8,22        -0,1%         -12,1 
.=== 
DJG/thl/cln 
 

(END) Dow Jones Newswires

November 04, 2011 13:36 ET (17:36 GMT)

Copyright (c) 2011 Dow Jones & Company, Inc.

© 2011 Dow Jones News
Software vor dem Comeback – diese 5 Aktien könnten durchstarten!
Während Halbleiter- und KI-Infrastrukturwerte von einem Hoch zum nächsten jagen, wurden viele Software-Aktien in den vergangenen Monaten regelrecht aus den Depots gedrängt. Die Angst vor Disruption hat Investoren zu einem radikalen Strategiewechsel veranlasst – mit der Folge, dass zahlreiche Qualitätsunternehmen heute auf Mehrjahrestiefs notieren.

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