--Bayer kann Gerinnungshemmer in den USA auf den Markt bringen
--Markteinführung noch dieses Jahr geplant
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Von Natali Schwab DOW JONES NEWSWIRES
LEVERKUSEN (Dow Jones)--Der Chemie- und Pharmakonzern Bayer hat mit seinem Gerinnunghemmer Xarelto einen wichtigen Erfolg verbucht. Die US-Gesundheitsbehörde FDA hat die Tablette zur Prävention von Schlaganfällen bei Patienten mit Vorhofflimmern zugelassen, wie die FDA am Freitag mitteilte. In Europa erwartet Bayer eine Zulassung noch in diesem Jahr.
Die Vertriebsrechte von Xarelto in den USA liegen beim Bayer-Kooperationspartner Johnson&Johnson, der den Leverkusenern dafür Lizenzgebühren zahlt. Bayer hält die Rechte für sämtliche andere Märkte.
Der Wirkstoff ist in USA und Europa bereits bei Hüft- oder Kniegelenkersatzoperationen zugelassen. Dabei handelt es sich aber um eine recht kleine Indikation. Xarelto ist der Hoffnungsträger von Bayer mit erwarteten Spitzenumsätzen von mehr als 2 Mrd EUR, wovon der Löwenanteil in den chronischen Indikationen erzielt werden soll.
Mit der Markteinführung soll bereits in den nächsten Tagen begonnen werden, sagte ein Bayer-Sprecher Dow Jones Newswires.
Das Mittel hatte sich in einer Studie in der Schlaganfall-Prävention gegenüber dem Standardpräparat Warfarin bei einem ausgeglichenen Sicherheitsprofil beim primären Endpunkt als nicht unterlegen gezeigt. Als größte Risiken gelten wie bei anderen Medikamenten dieser Klasse Blutungen. Das Risiko schwerer Blutungen sei mit Warfarin vergleichbar, jedoch wurden bei Xarelto weniger Blutungen im Gehirn verzeichnet, dafür eher im Magen und Darm, so die FDA.
Xarelto wird außerdem mit einem Warnhinweis versehen, dass Patienten nicht ohne Rücksprache mit ihrem Arzt das Medikament absetzen sollen, da sonst das Risiko von Schlaganfällen steige.
In dieser Indikation war Warfarin lange das Standardpräparat. Es ist bereits seit mehreren Jahrzehnten auf dem Markt, gilt aber als schwierig zu dosieren. Xarelto wird hingegen nur einmal pro Tag eingenommen. Im vergangenen Jahr war bereits das Konkurrenzprodukt Pradaxa von Boehringer Ingelheim zugelassen worden. Derzeit forschen noch die US-Konzerne Pfizer und Bristol-Myers-Squibb mit Eliquis an einem Gerinnungshemmer, der ebenfalls Blockbuster-Potenzial hat und dessen Zulassungsantrag noch in diesem Jahr erwartet wird. Insgesamt wird der Markt für solche Medikamente auf rund 15 Mrd EUR geschätzt.
Das Pharmageschäft von Bayer steht derzeit unter Druck und braucht dringend einen neuen Erfolgsgaranten. Scharfer Wettbewerb, Einsparungen in den staatlichen Gesundheitssystemen sowie die Konkurrenz durch Generika machen dem Konzern zu schaffen.
Die Entwicklungspipeline von Bayer gilt aber als gut gefüllt. Xarelto wird noch in weiteren Indikationen getestet. Als vielversprechend gelten noch das Augenmittel VEGF Trap-Eye sowie die Krebsarznei Alpharadin, der Analysten einen Milliardenumsatz zutrauen.
-von Natali Schwab, Dow Jones Newswires; +49 69 29725119, natali.schwab@dowjones.com DJG/nas/kla
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November 04, 2011 14:26 ET (18:26 GMT)
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